Ray-Ban Meta Blayzer und Scriber: Neue Smart Glasses speziell für Brillenträger vorgestellt

Simon Lüthje
Simon Lüthje · 5 Min. Lesezeit

Meta und EssilorLuxottica haben mit den Ray-Ban Meta Blayzer Optics und Ray-Ban Meta Scriber Optics zwei neue Smart Glasses vorgestellt, die erstmals speziell für den Einsatz mit Korrekturgläsern konzipiert wurden. Damit adressiert der Konzern eines der größten Hindernisse für die breite Akzeptanz seiner smarten Brillen: Milliarden von Menschen weltweit sind auf Sehhilfen angewiesen – und genau für diese Zielgruppe waren die bisherigen Modelle nur bedingt geeignet.

Ray-Ban Meta Blayzer und Scriber: Schlankeres Design für ganztägigen Tragekomfort

Die beiden neuen Modelle gehören zur frisch eingeführten Produktkategorie „Optics Styles“ und unterscheiden sich optisch klar voneinander. Der Blayzer setzt auf ein rechteckiges, etwas kantigeres Design, das an den klassischen Wayfarer erinnert, und ist in den Größen Standard und Large erhältlich. Der Scriber hingegen kommt mit einer runderen Formgebung und ist vorerst nur in einer Größe verfügbar.

Beide Modelle sind laut Meta schlanker als die bisherigen Ray-Ban Meta-Brillen wie Wayfarer, Headliner oder Skyler. Neu sind außerdem sogenannte Überdehnungsscharniere, die einen zusätzlichen Öffnungswinkel von 10 Grad bieten. Dazu kommen austauschbare Nasenpads und vom Optiker anpassbare Bügelenden – alles Maßnahmen, die den ganztägigen Tragekomfort deutlich verbessern sollen.

Beim Gewicht gibt es allerdings nur minimale Unterschiede zu den bestehenden Modellen: Die Standardgröße der neuen Brillen wiegt rund 49 Gramm, die bisherigen Gen-2-Modelle liegen bei etwa 51 Gramm.

Bekannte Hardware mit einem Extra-Mikrofon

Technisch basieren Blayzer und Scriber auf der bewährten Hardware der zweiten Generation der Ray-Ban Meta-Brillen. Das bedeutet: eine 12-Megapixel-Kamera, Open-Ear-Lautsprecher, rund 8 Stunden Akkulaufzeit, integrierte Meta AI und Computer Vision. Einziger Hardware-Unterschied: Die neuen Modelle verfügen über ein zusätzliches, sechstes Mikrofon im Bereich der Nasenpads. Außerdem unterstützen sie laut FCC-Dokumenten Wi-Fi 6 im UNII-4-Band – ein Upgrade gegenüber der bisherigen Generation.

Die Optics-Modelle sind mit einer großen Bandbreite an Korrekturgläsern kompatibel, darunter Einstärkengläser, Gleitsichtgläser und Transitions-Gläser. Meta spricht davon, „nahezu alle Sehstärken“ zu unterstützen, wobei der genaue Dioptrienbereich laut Berichten bei -6,00 bis +4,00 liegen dürfte.

Technische Daten im Überblick

Spezifikation Ray-Ban Meta Blayzer / Scriber Optics
Kamera 12 Megapixel
Mikrofone 6 (eins mehr als bisherige Modelle)
Audio Open-Ear-Lautsprecher
Akkulaufzeit ca. 8 Stunden
Ladeetui Dunkelbraun, ca. 6 vollständige Ladungen
WLAN Wi-Fi 6 (inkl. UNII-4-Band)
KI Meta AI integriert
Gewicht (Standard) ca. 49 g
Korrekturgläser Einstärken, Gleitsicht, Transitions
Größen Blayzer: Standard & Large / Scriber: eine Größe
Farben Matte Black, Transparent Black, Transparent Dark Olive, Saisonfarben

Neue KI-Funktionen: Ernährungs-Tracking und WhatsApp-Integration

Neben den neuen Modellen hat Meta auch neue Software-Features für das gesamte Smart-Glasses-Portfolio angekündigt. Besonders spannend: eine KI-gestützte Ernährungserfassung. Nutzer können künftig Mahlzeiten per Sprachbefehl oder Foto erfassen, woraufhin Meta AI automatisch Nährwertinformationen extrahiert und protokolliert. Auf Basis dieser Daten sollen personalisierte Ernährungstipps generiert werden. Dieses Feature startet zunächst in den USA.

Ebenfalls neu ist die Integration von WhatsApp-Funktionen. Über einen Sprachbefehl lassen sich eingehende Nachrichten zusammenfassen oder gezielt durchsuchen – zum Beispiel, was ein Kontakt zum Abendessen vorgeschlagen hat. Laut Meta werden diese Interaktionen direkt auf dem Gerät verarbeitet und bleiben Ende-zu-Ende-verschlüsselt. Die WhatsApp-Features werden zunächst für Betatester freigeschaltet.

Live-Übersetzung wird auf 20 Sprachen erweitert

Die bereits vorhandene Live-Übersetzungsfunktion der Ray-Ban Meta- und Oakley Meta-Brillen wird ab dem Sommer auf insgesamt 20 Sprachen ausgebaut. Neu hinzu kommen unter anderem Mandarin, Koreanisch, Japanisch und Arabisch. Bisher waren Englisch, Deutsch, Französisch, Italienisch, Spanisch und Portugiesisch verfügbar. Gleichzeitig expandiert Meta in neue Märkte wie Japan, Südkorea, Singapur und mehrere südamerikanische Länder.

Preis und Verfügbarkeit der Ray-Ban Meta Blayzer und Scriber

Die neuen Optics-Modelle können ab sofort in den USA vorbestellt werden. Der Startpreis liegt bei 499 US-Dollar (in Deutschland laut Metas Webstore ab 469 Euro). Die Auslieferung und der Verkaufsstart über Optiker sollen am 14. April erfolgen – sowohl in den USA als auch in „ausgewählten internationalen Märkten“. Damit liegen die neuen Modelle preislich deutlich über der ersten Generation (ab 329 Euro) und leicht über der zweiten Generation (ab 419 Euro).

Parallel dazu bringt Meta neue Farbkombinationen für die bestehenden Ray-Ban Meta-Modelle und die Oakley Meta-Sportbrillen. Für die Ray-Ban Meta-Kollektion gibt es im Frühjahr und Sommer drei zeitlich limitierte Farbvarianten.

Fazit: Der Griff nach dem Massenmarkt

Mit den Ray-Ban Meta Blayzer und Scriber geht Meta einen strategisch wichtigen Schritt. Statt Smart Glasses als Nischenprodukt für Technik-Enthusiasten zu positionieren, will der Konzern nun den riesigen Markt der Korrekturbrillenträger erschließen. Allein 2025 wurden laut EssilorLuxottica über sieben Millionen Paar Ray-Ban Meta- und Oakley Meta-Brillen verkauft – ein beeindruckender Wert, der aber angesichts der Milliarden potenzieller Nutzer mit Sehkorrektur noch viel Luft nach oben lässt. Ob die neuen Modelle in puncto Tragekomfort tatsächlich überzeugen können, muss ein Praxistest zeigen. Die Richtung stimmt aber auf jeden Fall.