Razer hat mit der Kiyo V2 Pro eine neue Webcam vorgestellt, die 4K-Auflösung mit 60 Bildern pro Sekunde kombiniert und sich an Streamer und Content Creator richtet, die auf eine DSLR-Kamera verzichten wollen. Neu ist vor allem der Sony-STARVIS-2-Sensor, der bei schwachem Licht bessere Bilder liefern soll, dazu kommt eine automatische Bildausschnitt-Funktion, die Nutzer im Bild verfolgt, sobald sie sich bewegen.
Sony STARVIS 2 Sensor und HDR: Was die Kiyo V2 Pro technisch bietet
Kernstück der Kiyo V2 Pro ist ein rückwärtig belichteter Sony-STARVIS-2-Sensor mit 8,3 Megapixel und einer Blende von f/1.9. Razer verspricht damit schärfere 4K-Aufnahmen mit 60 FPS und weniger Bewegungsunschärfe, auch bei dunkleren Lichtverhältnissen. Dazu kommt Ultra-High Dynamic Range (UHDR): Helle und dunkle Bildbereiche sollen mehr Zeichnung behalten, ohne dass die Farbtiefe leidet.
Das Sichtfeld liegt bei 86 Grad, bei der regulären Kiyo V2 waren es noch 93 Grad.
| Spezifikation | Razer Kiyo V2 Pro |
|---|---|
| Sensor | Sony STARVIS 2, 8,3 MP |
| Auflösung / Bildrate | 4K bei 60 FPS |
| Blende | f/1.9 |
| Sichtfeld | 86° |
| Besonderheiten | UHDR, Auto Framing, One-Click Image Enhancement |
| Montage | Schwenkbare Universalhalterung für Monitor und Stativ |
| Datenschutz | Manueller, integrierter Sichtschutz |
| Software | Razer Synapse, Camo Studio (Pro-Lizenz inklusive) |
| Preis (UVP) | 319,99 € |
Auto Framing und DSLR-ähnliche Bildkontrolle über Razer Synapse
Per KI-gestütztem Schwenken, Neigen und Zoomen soll die Kiyo V2 Pro Nutzer automatisch im Bild halten, etwa wenn sie sich während eines Streams nach Equipment strecken oder die Sitzposition wechseln. Über die Razer-Synapse-Software lassen sich außerdem manuelle Bildparameter wie Farbe, Schärfe und Belichtung anpassen, ähnlich wie bei einer klassischen Systemkamera. Wer es lieber einfach mag, nutzt die One-Click-Funktion, die Belichtung, Weißabgleich und Rauschunterdrückung automatisch optimiert.
Für erweiterte Webcam-Steuerungen kooperiert Razer außerdem mit Camo Studio und legt der Kiyo V2 Pro eine kostenlose Camo-Pro-Lizenz bei. Die 86-Grad-Optik und die schwenkbare Halterung sollen laut Hersteller auch bei Produktdemos, bei Kollaborationen mit mehreren Personen im Bild oder beim Zeigen eines kompletten Gaming-Setups nützlich sein.
Privacy Shutter und die Schwächen der Vorgängerin
Ein Kritikpunkt an vielen Webcams ist die fehlende Möglichkeit, die Kamera schnell und zuverlässig abzudecken. Razer verbaut in der Kiyo V2 Pro deshalb einen integrierten, mechanischen Sichtschutz, der sich mit einer einfachen Drehung schließen lässt. Bei der Kiyo V2 im eigenen Test hatten wir unter anderem einen unruhigen Autofokus und eine eher durchwachsene Low-Light-Performance bemängelt.

Der neue STARVIS-2-Sensor und die überarbeitete Optik der Pro-Version setzen offenbar genau da an. Ob das in der Praxis auch tatsächlich funktioniert, muss ein ausführlicher Test erst noch zeigen.
Preis und Verfügbarkeit
Die Razer Kiyo V2 Pro kostet zum Marktstart 319,99 Euro (UVP) und ist ab sofort über Razer.com, in RazerStores sowie bei ausgewählten Online-Händlern erhältlich. Damit positioniert sich die Webcam deutlich über der regulären Kiyo V2, die inzwischen für rund 150 bis 170 Euro zu haben ist, und zielt klar auf Streamer und Creator, die bereit sind, für bessere Bildqualität und smarte Zusatzfunktionen draufzuzahlen.
Fazit
Mit der Kiyo V2 Pro erweitert Razer sein Webcam-Line-up um ein Modell, das auf dem Papier vieles besser machen soll als der reguläre Vorgänger: ein neuer Sensor für bessere Low-Light-Bilder, ein optimiertes Sichtfeld gegen Verzerrungen und praktische Automatik-Funktionen wie Auto Framing. Ob die 4K-Webcam ihren deutlich höheren Preis von 319,99 Euro tatsächlich rechtfertigt, werden wir uns anschauen, sobald ein Testgerät bei uns eintrifft. Wer aktuell nach einer günstigeren Alternative mit ähnlicher Auflösung sucht, findet in unserem Test der Razer Kiyo V2 bereits eine gute Einschätzung, wie viel Webcam für weniger Geld möglich ist.