Der Galaxy Ring 2 kommt: Samsung hat die Entwicklung eines Nachfolgers für seinen smarten Ring jetzt offiziell bestätigt. Konkrete Termine oder Spezifikationen nennt das Unternehmen zwar nicht, aber die Richtung ist klar. Bessere Sensoren, mehr Akkulaufzeit und vor allem schlauere Software sollen den Ring fit für einen härter werdenden Markt machen.
TL;DR
- Samsung-Manager Dr. Hon Pak hat den Galaxy Ring 2 gegenüber Forbes offiziell bestätigt.
- Verbesserungen sind bei Sensoren und Akku geplant, der eigentliche Unterschied soll aber über die Software kommen.
- Berichte aus Korea sprechen von einem dünneren Design und bis zu 10 Tagen Akkulaufzeit statt bisher 7.
- Ein Marktstart in 2026 gilt als unwahrscheinlich, ein Patentstreit mit Oura verschiebt den Zeitplan eher Richtung 2027.
- Eine mögliche iOS-Kompatibilität deutete Pak vielsagend an, ohne sie zu bestätigen.
Galaxy Ring 2: Was Samsung jetzt offiziell bestätigt hat
Die Bestätigung kam nicht über eine Pressemitteilung, sondern in einem Interview. Dr. Hon Pak, Senior Vice President und Leiter des Digital-Health-Teams bei Samsung, sagte gegenüber Forbes wörtlich, dass man an der nächsten Generation arbeite. Mehr zum genauen Zeitplan oder zu den technischen Daten verriet er nicht.
Interessant ist vor allem, worauf Samsung den Fokus legt. Pak verwies darauf, dass sich die Sensoren der verschiedenen Smart Rings am Markt kaum noch unterscheiden. Der eigentliche Mehrwert entstehe heute über die Software-Schicht obendrauf. Genau dort will Samsung ansetzen: mit KI-gestützten Gesundheitsfunktionen, die Daten aus dem Ring, der Galaxy Watch, dem Smartphone und sogar SmartThings-Geräten zusammenführen.
Diese Ökosystem-Strategie ist kein Zufall. Schon auf der VivaTech 2026 in Paris hat Samsung gezeigt, wohin die Reise gehen soll. Wer den Hintergrund dazu nachlesen will, findet ihn in unserem Bericht dazu, wie Samsung Health zur Brücke zwischen Alltag und Arztpraxis werden soll.
Bessere Sensoren, mehr Akku: die erwarteten Hardware-Upgrades
Auch wenn Samsung selbst keine Daten nennt, zeichnen Berichte aus Korea ein ziemlich konkretes Bild. Die wichtigsten erwarteten Verbesserungen im Überblick:
| Bereich | Galaxy Ring (2024) | Galaxy Ring 2 (erwartet) |
|---|---|---|
| Akkulaufzeit | bis zu 7 Tage | bis zu 9–10 Tage |
| Design | 7,0 mm dick, Titan | dünner und leichter, optimierte Bauteilanordnung |
| Sensoren | Herzfrequenz, Schlaf, Aktivität | genauere Schlafanalyse, erweiterte Herz-Kreislauf-Insights |
| Stretch-Goal | — | nicht-invasive Blutzuckermessung |
Für die längere Laufzeit könnte eine neue Akkutechnologie sorgen. In Berichten ist von Silizium-Karbon-Akkus die Rede, an denen Samsung ohnehin arbeitet. Sie speichern bei gleicher Größe mehr Energie, bringen aber technische Herausforderungen mit, weshalb die Tests entsprechend gründlich ausfallen. Genau das gilt als ein Grund für die Verzögerung.
Die nicht-invasive Blutzuckermessung wäre der größte Sprung, bleibt aber ein Fernziel. Samsung arbeitet daran auch bei der Galaxy Watch seit Jahren, ohne dass es bisher serienreif geworden ist. Du solltest hier also keine Wunder erwarten.
Warum der eigentliche Unterschied über die Software kommt
Pak hat im Interview deutlich gemacht, dass Hardware allein das Rennen nicht entscheidet. Sein Argument: Ein einzelnes Gerät kann nicht alles abdecken. Samsungs Antwort darauf ist ein vernetztes Ökosystem, in dem Ring, Uhr, Smartphone und Smart-Home-Sensoren zusammenarbeiten und sich gegenseitig mit Daten füttern.
Dazu passen mehrere neue Samsung-Health-Funktionen, die Pak skizziert hat. Eine davon, Vitals, legt über sieben Nächte hinweg eine persönliche Basislinie aus Herzfrequenz, Atemfrequenz und Blutsauerstoff an. Weicht dein Wert später deutlich davon ab, bekommst du einen Hinweis, dass du das checken lassen solltest. Eine zweite Funktion, der Heart Health Score, soll Lebensstil-Faktoren wie Schlaf, Ernährung, Aktivität und Stress in ein konkretes Herz-Kreislauf-Risiko übersetzen.
Der größere Plan dahinter ist ein KI-Coach, der nicht nur deine Gesundheitsdaten kennt, sondern auch dein Verhalten. Pak beschreibt das so: Nicht jeder reagiert auf denselben Tonfall. Manche brauchen den Drill-Sergeant, die meisten eben nicht. Samsung will Systeme bauen, die lernen, welche Erinnerung bei wem funktioniert, und Timing wie Tonfall entsprechend anpassen. Der Start ist laut Pak für nächstes Jahr geplant.
Wann kommt der Galaxy Ring 2? Der Patentstreit bremst
Hier wird es ernüchternd. Ein Marktstart in diesem Jahr gilt als so gut wie ausgeschlossen. Mehrere Berichte, unter anderem von ETNews aus Korea, sehen den Galaxy Ring 2 eher Anfang 2027, möglicherweise im Rahmen eines Galaxy-Unpacked-Events in der zweiten Jahreshälfte 2027.
Ein wichtiger Grund dafür ist ein Patentstreit. Konkurrent Oura hatte im November 2025 eine Beschwerde bei der US-Handelskommission ITC eingereicht und Samsung sowie weiteren Herstellern Patentverletzungen vorgeworfen. Samsung konterte mit einer eigenen Klage. Solange diese juristische Auseinandersetzung läuft, bleibt der Zeitplan unsicher. Im schlimmsten Fall könnte ein verlorenes Verfahren sogar einen Verkaufsstopp bedeuten, weshalb Samsung lieber abwartet.
iOS-Support für den Galaxy Ring 2? Pak bleibt vage
Der aktuelle Galaxy Ring funktioniert nur im Galaxy-Kosmos und schließt iPhone-Nutzer komplett aus. Das ist ein riesiger Teil des Marktes, der bislang außen vor bleibt. Auf die Frage, ob iOS-Kompatibilität geplant sei, antwortete Pak diplomatisch: Er lächle, könne aber nichts sagen, und man werde mit einigen der kommenden Ankündigungen sehr zufrieden sein.
Eine offizielle Zusage ist das nicht. Aber die Andeutung ist deutlich genug, um aufzuhorchen. Sollte Samsung den Ring tatsächlich für iPhones öffnen, würde das die potenzielle Zielgruppe schlagartig vergrößern. Dass Apple selbst an einem eigenen smarten Ring arbeitet, hatten wir bereits beim Thema Apple Smart Ring aufgegriffen. Der Wettbewerb um den Finger wird also spannend.
Einordnung: Lohnt sich das Warten?
Der Galaxy Ring 2 ist offiziell in Arbeit, aber bis zum Marktstart dürfte noch einige Zeit vergehen. Wenn dich vor allem die Software und das vernetzte Gesundheits-Ökosystem reizen, ist die Richtung klar attraktiv, gerade falls Samsung den Ring für iOS öffnet. Wer dagegen jetzt einen Smart Ring sucht, muss nicht zwingend warten: Der aktuelle Galaxy Ring bekommt weiterhin Updates, etwa neue Größen und Erweiterungen für Samsung Health.
Unterm Strich verspricht der Galaxy Ring 2 keine Sensor-Revolution, sondern smartere Auswertung der Daten, die er ohnehin sammelt. Ob das reicht, um Oura die Krone abzunehmen, hängt davon ab, wie gut Samsung die KI-Funktionen am Ende umsetzt. Wir bleiben dran.
FAQ zum Galaxy Ring 2
Ist der Galaxy Ring 2 offiziell bestätigt?
Ja. Samsung-Manager Dr. Hon Pak hat die Entwicklung des Nachfolgers gegenüber Forbes bestätigt, ohne jedoch Termine oder genaue Spezifikationen zu nennen.
Wann erscheint der Galaxy Ring 2?
Ein Marktstart 2026 gilt als unwahrscheinlich. Berichte gehen eher von Anfang oder Ende 2027 aus, auch wegen eines laufenden Patentstreits mit Oura.
Welche Verbesserungen bringt der Galaxy Ring 2?
Erwartet werden ein dünneres Design, bis zu 10 Tage Akkulaufzeit, genauere Sensoren sowie stärker KI-gestützte Gesundheitsfunktionen. Eine nicht-invasive Blutzuckermessung gilt als langfristiges Ziel.
Wird der Galaxy Ring 2 mit dem iPhone funktionieren?
Das ist offen. Pak deutete eine mögliche Erweiterung über Android hinaus an, eine offizielle Bestätigung für iOS-Support gibt es bislang nicht.
Quellen: Forbes, ETNews, SamMobile.
