Samsung hat auf der gamescom 2026 in Köln zwei neue externe SSDs vorgestellt: die Portable SSD P9 und die Portable SSD P7. Beide setzen erstmals bei Samsung auf USB4 mit 40 Gbit/s, die P9 schafft dabei bis zu 4.000 MB/s beim Lesen und löst damit die bisherige T9 als schnellstes Modell der Reihe ab. Verkaufsstart ist der 31. August 2026, die Preise starten bei 287,99 Euro.
Kurz zusammengefasst:
- Samsung P9 und P7 sind die ersten Portable-SSDs des Herstellers mit USB4 (40 Gbit/s)
- P9: bis zu 4.000 MB/s lesen / 3.800 MB/s schreiben, 1–8 TB, für 12K-Videoaufnahme freigegeben
- P7: robuster, günstiger, gleiche Schnittstelle, Falltests bis 2 Meter
- Marktstart: 31. August 2026, P9 ab 340,99 €, P7 ab 287,99 € (jeweils 1 TB)
- Wichtig: Die volle Geschwindigkeit gibt es nur an einem USB4- oder Thunderbolt-4/5-Port – an normalem USB-C bremst die SSD deutlich ab
Samsung Portable SSD P9: Tempo für Foto- und Videoprofis
Die P9 ist das neue Topmodell der Reihe und laut Samsung doppelt so schnell wie ihr direkter Vorgänger T9. Samsungs Portable-SSD-Reihe reicht dabei noch deutlich weiter zurück, wie unser Test der Portable SSD T3 aus den Anfangstagen der Serie zeigt. Über USB4 liest die P9 mit bis zu 4.000 MB/s und schreibt mit bis zu 3.800 MB/s. Das reicht laut Samsung aus, um 12K-Video direkt auf die SSD aufzunehmen, statt zuerst auf eine Speicherkarte und dann umzukopieren – praktisch für Videoteams, die auf der Messe oder unterwegs schnell Material sichern müssen.
Optisch setzt Samsung bei der P9 auf ein dunkles, kantiges Metallgehäuse, das bewusst hochwertiger wirkt als die eher schlichten Vorgänger. Die SSD wiegt 96 Gramm und ist in vier Kapazitäten erhältlich: 1, 2, 4 und 8 TB. Für die Sicherheit gibt es AES-256-Bit-Hardwareverschlüsselung, dazu räumt Samsung 5 Jahre Garantie ein. Auf der CES 2026 hatte das Laufwerk bereits einen Innovation Award abgeräumt, bevor es jetzt auf der gamescom offiziell vorgestellt wurde.
Samsung Portable SSD P7: der robuste, günstigere Allrounder
Während die P9 auf Höchstleistung zielt, positioniert Samsung die P7 als das robustere und günstigere Modell für den Alltag. Die Geschwindigkeitsangaben decken sich mit dem Topmodell, da beide dieselbe USB4-Schnittstelle nutzen, den Fokus legt Samsung bei der P7 aber auf Widerstandsfähigkeit: Das Gehäuse mit abgerundeten Kanten und schlichter, einfarbiger Optik ist laut Hersteller für Stürze aus bis zu 2 Metern Höhe sowie für Stoß- und Vibrationsbelastung ausgelegt. Bei 98 Gramm Gewicht bleibt sie kompakt und laut Samsung mit einer breiten Palette an Geräten kompatibel, von Notebooks über Spielekonsolen bis zu Smartphones mit passendem Anschluss.
Auch die P7 gibt es in 1, 2, 4 und 8 TB, ebenfalls mit AES-256-Verschlüsselung und 5 Jahren Garantie. Wer keine 4.000 MB/s braucht, sondern in erster Linie eine zuverlässige, transportable Zusatzfestplatte für Fotos, Spiele-Bibliotheken oder Backups sucht, dürfte mit der P7 besser bedient sein als mit der P9.
USB4 mit 40 Gbit/s: Was die neue Schnittstelle wirklich bringt
Der eigentliche Fortschritt bei beiden Laufwerken ist weniger die SSD selbst als die Anschlusstechnik. USB4 mit 40 Gbit/s verdoppelt die theoretische Bandbreite gegenüber USB 3.2 Gen 2×2, das etwa bei der T9 noch zum Einsatz kam und dort rund 2.000 MB/s ermöglichte. Mit einem klassischen USB 3.2 Gen 2-Port sind sogar nur etwa 1.000 MB/s drin.
| Anschluss | Max. Übertragungsrate |
|---|---|
| USB4 (40 Gbit/s) / Thunderbolt 4 / Thunderbolt 5 | bis zu 4.000 MB/s (P9) |
| USB 3.2 Gen 2×2 | ca. 2.000 MB/s |
| USB 3.2 Gen 2 | ca. 1.000 MB/s |
Der Haken dabei: Um die volle Geschwindigkeit der P9 tatsächlich zu nutzen, braucht der Rechner am anderen Ende einen echten USB4-Port mit 40 Gbit/s oder einen Thunderbolt-4- beziehungsweise Thunderbolt-5-Anschluss. Genau die sind aber bei Notebooks im Mainstream-Bereich noch die Ausnahme und finden sich vor allem in Premium-Geräten und aktuelleren Desktop-Mainboards. Wer die SSD an einen älteren USB-C-Port ohne USB4 anschließt, bekommt spürbar weniger Tempo, im Zweifel nicht mehr als bei der älteren T9. Vor dem Kauf lohnt sich also ein Blick in die eigenen Notebook-Spezifikationen, sonst bezahlt man für Geschwindigkeit, die man am Ende gar nicht abrufen kann.
Preise und Verfügbarkeit
Beide Modelle starten weltweit am 31. August 2026 im Handel, die Versionen mit 4 TB und 8 TB sollen im Laufe des Jahres folgen. Die unverbindlichen Preisempfehlungen für Deutschland:
| Modell | 1 TB | 2 TB |
|---|---|---|
| Samsung Portable SSD P9 | 340,99 € | 646,99 € |
| Samsung Portable SSD P7 | 287,99 € | 548,99 € |
Einordnung: Warum der Zeitpunkt kein Zufall ist
Der Launch fällt in eine Phase, in der Speicherchips insgesamt knapper und teurer werden, weil ein wachsender Teil der weltweiten Speicherfertigung in KI-Rechenzentren fließt. Samsung selbst hat in den vergangenen Monaten mehrfach durchblicken lassen, dass Preiserhöhungen bei Speicherprodukten kaum zu vermeiden seien. Vor diesem Hintergrund wirkt die P9 als Premium-Modell mit höherer Marge folgerichtig: Statt auf Masse zu setzen, positioniert Samsung sie klar im oberen Preissegment für Profis, während die P7 den preisbewussteren Teil der Zielgruppe bedient.
Fazit
Mit der P9 und der P7 bringt Samsung erstmals USB4 in seine Portable-SSD-Reihe und macht damit auf dem Papier einen ordentlichen Sprung nach vorn: doppelte Bandbreite, mehr Kapazität, ein Modell mit klarem Performance- und eines mit klarem Robustheits-Fokus. Ob sich der Umstieg lohnt, hängt aber stark davon ab, was für einen Anschluss der eigene Rechner mitbringt. Wer bereits einen USB4- oder Thunderbolt-Port besitzt, etwa an einem aktuellen Notebook oder Mac, bekommt mit der P9 spürbar mehr Tempo als mit der alten T9. Ohne passenden Port bleibt vor allem die P7 als solide, robuste externe SSD übrig, deren Geschwindigkeitsvorteil dann allerdings brachliegt. Wer regelmäßig SSD-Probleme hat oder unsicher ist, ob es Zeit für ein Upgrade ist, findet dazu auch Hintergründe in unserem Ratgeber Wann sollte man eine SSD tauschen?
