Samsung SSD 990: Neues Einstiegsmodell ohne „Evo“ und „Pro“?

Jens Scharfenberg
Jens Scharfenberg · 3 Min. Lesezeit
Samsung 990 Pro
Bild: Samsung

Mit der Samsung SSD 990 bahnt sich ein neues Einstiegsmodell der beliebten 990er-Reihe an. Anders als bei den bekannten Varianten Evo, Evo Plus und Pro verzichtet Samsung diesmal komplett auf einen Namenszusatz. Kurzzeitig online gegangene Produktseiten verraten trotz schneller Rücknahme bereits die wichtigsten Eckdaten: PCIe 4.0, kein DRAM-Cache und aller Wahrscheinlichkeit nach QLC-Speicher.

Samsung SSD 990 vorab enthüllt

Wie ComputerBase berichtet, tauchten die Produktseiten zur neuen SSD zwischenzeitlich auf, wurden von Samsung inzwischen aber wieder offline gestellt. Belegt wird der Fund durch Screenshots sowie Angaben von Händlern, die bereits Eckdaten gelistet haben. Auch internationale Portale wie TechPowerUp bestätigen die Spezifikationen anhand der geleakten Daten.

Die neue M.2-SSD im gewohnten 2280-Format kommt demnach in den Kapazitäten 1 TB und 2 TB und setzt ausschließlich auf eine PCIe-4.0-x4-Anbindung – anders als die 990 Evo Plus, die wahlweise auch mit PCIe 5.0 läuft. Diese Positionierung erinnert an die Samsung SSD 980, die seinerzeit ebenfalls als günstigeres PCIe-Modell unterhalb der Pro-Variante antrat und dank Host Memory Buffer (HMB) auf einen eigenen DRAM-Chip verzichtete.

Technische Daten im Überblick

Spezifikation Samsung SSD 990 (1 TB) Samsung SSD 990 (2 TB)
Schnittstelle PCIe 4.0 x4 PCIe 4.0 x4
Formfaktor M.2 2280 M.2 2280
Lesegeschwindigkeit bis 7.150 MB/s bis 7.250 MB/s
Schreibgeschwindigkeit bis 6.450 MB/s bis 6.450 MB/s
DRAM-Cache nicht vorhanden nicht vorhanden
TBW (Schreiblimit) 400 TB 800 TB
Garantie 3 Jahre 3 Jahre
Leistungsaufnahme (Leerlauf) k. A. 55 mW

Quelle der Werte: Händlerangaben, via ComputerBase und TechPowerUp. Offizielle Bestätigung durch Samsung steht noch aus.

QLC statt TLC: Das bedeutet der Sparkurs für Käufer

Der stärkste Hinweis auf den verwendeten Speichertyp liefern die TBW-Werte. Mit 400 TB (1 TB-Modell) beziehungsweise 800 TB (2 TB-Modell) liegt die Samsung SSD 990 rund 50 Prozent unter den Werten der Evo- und Pro-Modelle, die durchweg TLC-Speicher nutzen. QLC-Flash speichert vier statt drei Bit pro Speicherzelle, was höhere Speicherdichten zu geringeren Kosten ermöglicht, sich aber in Geschwindigkeit und Haltbarkeit bemerkbar macht – ein Verhalten, das Nutzer bereits von der Samsung SSD 870 QVO aus dem SATA-Segment kennen. Auch die Garantie fällt mit 3 statt der sonst üblichen 5 Jahre kürzer aus.

Für sequenzielles Lesen und Schreiben bleibt die SSD 990 trotzdem konkurrenzfähig: Mit bis zu 7.250 MB/s lesend bewegt sie sich auf dem Niveau der deutlich teureren Samsung 990 Evo Plus. Wer allerdings dauerhaft große Datenmengen schreibt, etwa bei Videoschnitt oder im NAS-Betrieb, sollte die niedrigeren TBW-Werte im Blick behalten.

Einordnung: Neuer Einstieg in schwierigen Zeiten für den Speichermarkt

Der Zeitpunkt der Ankündigung dürfte kein Zufall sein. Wie wir bereits bei den gestiegenen RAM- und SSD-Preisen 2026 berichtet haben, sorgt die anhaltende Nachfrage aus dem KI-Sektor für spürbar teureren Flash-Speicher. Ein günstigeres QLC-Modell ohne DRAM-Cache dürfte Samsung dabei helfen, trotz steigender NAND-Preise einen erschwinglichen Einstiegspunkt zu halten.

Zu Preis und Marktstart der Samsung SSD 990 gibt es bislang keine offiziellen Angaben. Bereits kursierende Händlerpreise gelten als unrealistische Platzhalter und sollten nicht als Anhaltspunkt dienen.

Fazit

Mit der Samsung SSD 990 bekommt die beliebte 990er-Serie einen echten Einstiegs-Ableger unterhalb der Evo Plus. Für Systemlaufwerke, bei denen vor allem schnelles Laden zählt, könnte das Modell dank hoher sequenzieller Transferraten dennoch attraktiv sein. Wer regelmäßig große Datenmengen schreibt, sollte angesichts der reduzierten TBW-Werte und der kürzeren Garantie aber eher zur 990 Evo Plus oder Pro greifen. Bis Samsung die SSD 990 offiziell vorstellt, bleiben Preis und exakter Marktstart allerdings noch Spekulation.