Sandisk NAS SSDs vorgestellt: NAS 600 (SATA) und NAS 800 (PCIe 5.0) für Profi-NAS-Systeme

Philipp Briel
Philipp Briel · 6 Min. Lesezeit
Sandisk NAS 600 SATA SSD
Bild: SanDisk

Sandisk hat mit der NAS 600 SATA SSD und der NAS 800 NVMe SSD zwei neue SSD-Serien für Network-Attached-Storage-Systeme vorgestellt. Beide richten sich an Privatanwender mit hohen Ansprüchen und kleine Unternehmen, die ihr NAS für Multi-User-Workflows, Caching oder als Primärspeicher nutzen. Der Fokus liegt auf hoher Schreibausdauer und konstanter Leistung im 24/7-Betrieb. Ab September sollen beide Modelle verfügbar sein.

Das Wichtigste in Kürze

  • Sandisk NAS 600: 2,5-Zoll-SATA-SSD, 500 GB bis 4 TB, bis zu 2.500 TBW und 560 MB/s Lesegeschwindigkeit. Gedacht als Austausch für HDDs in bestehenden NAS-Schächten.
  • Sandisk NAS 800: M.2-2280-SSD mit PCIe 5.0, 960 GB bis 7,68 TB, bis zu 14.900 MB/s und 14 PBW Schreibausdauer. Zielt auf All-Flash- und Hybrid-NAS mit hohem Datendurchsatz.
  • Beide Serien ersetzen faktisch die auslaufende WD-Red-SSD-Reihe, nachdem sich Sandisk im Februar 2025 von Western Digital abgespalten hat.
  • Marktstart: September 2026 über Sandisk.com und ausgewählte Händler.

Sandisk NAS 600 SATA SSD: Einfaches Upgrade für bestehende NAS-Systeme

Die NAS 600 ist als unkomplizierter Umstieg von HDD auf SSD gedacht, entweder im kompletten Austausch oder als zusätzliche Cache-Ebene neben vorhandenen Festplatten. Im 2,5-Zoll/7-mm-Formfaktor mit SATA-Anschluss passt sie in NAS-Gehäuse, die 2,5-Zoll-Laufwerke unterstützen, darunter auch viele 3,5-Zoll-Schächte mit entsprechendem Adapter.

Sandisk NAS 600 SATA SSD
Bild: SanDisk

Beim größten Modell mit 4 TB gibt Sandisk eine Schreibausdauer von bis zu 2.500 TBW und eine MTTF von 2,25 Millionen Stunden an. Sequenziell liest die SSD mit bis zu 560 MB/s: deutlich schneller als jede klassische NAS-Festplatte, dazu lautlos und ohne die Vibrationen, die mehrere HDDs in einem Gehäuse erzeugen. Gerade in Multi-Drive- und RAID-Konfigurationen, in denen mehrere Nutzer gleichzeitig auf dieselben Freigaben zugreifen, soll das für spürbar mehr Reaktionsfähigkeit sorgen.

Sandisk NAS 800 NVMe SSD: PCIe-5.0-Tempo für anspruchsvolle Workloads

Deutlich mehr Leistung soll die NAS 800 liefern. Sie nutzt den M.2-2280-Formfaktor mit PCIe-5.0-Anbindung und TLC-3D-NAND von Sandisk selbst. Beim 1,92-TB-Modell gibt der Hersteller sequenzielle Transferraten von bis zu 14.900 MB/s lesend und 13.200 MB/s schreibend an, beim 3,84-TB-Modell bis zu 2,3 Millionen bzw. 2 Millionen IOPS bei wahlfreien Zugriffen. Die Schreibausdauer liegt beim Topmodell mit 7,68 TB bei bis zu 14 PBW, was laut Hersteller einer Belastung von rund einem vollen Laufwerksdurchlauf pro Tag über fünf Jahre entspricht.

Sandisk NAS 800 NVMe SSD
Bild: SanDisk

Zielgruppe sind All-Flash- und Hybrid-NAS mit Aufgaben, die über reines Filesharing hinausgehen: Caching, Storage Tiering, Datenbanken, Virtualisierung, Content-Creation-Workflows und zunehmend auch lokal betriebene KI-Anwendungen. Sandisk gibt an, die SSD mit zahlreichen gängigen NAS-Systemen auf Kompatibilität getestet zu haben.

Technische Daten im Vergleich

Merkmal Sandisk NAS 600 (SATA) Sandisk NAS 800 (NVMe)
Formfaktor 2,5 Zoll / 7 mm M.2 2280
Schnittstelle SATA III PCIe 5.0 NVMe
Kapazitäten 500 GB bis 4 TB 960 GB bis 7,68 TB
Seq. Lesen (max.) bis 560 MB/s bis 14.900 MB/s
Seq. Schreiben (max.) k. A. bis 13.200 MB/s
Random Read/Write (IOPS, max.) k. A. bis 2,3 Mio. / 2 Mio.
Schreibausdauer (Topmodell) bis 2.500 TBW (4 TB) bis 14 PBW (7,68 TB)
MTTF bis 2,25 Mio. Stunden bis 1,75 Mio. Stunden
NAND Sandisk 3D NAND Sandisk TLC 3D NAND
Garantie 5 Jahre 5 Jahre

Angaben laut Sandisk, MTTF der NAS 800 laut technischem Datenblatt (Quelle: NAS Compares). Werte für Lese-/Schreibgeschwindigkeit und IOPS variieren je nach Kapazität, hier jeweils der höchste vom Hersteller genannte Wert.

Warum jetzt? Der Kontext hinter dem NAS-Portfolio

Die neue Serie kommt nicht aus dem Nichts. Sandisk hatte sich im Februar 2025 von Western Digital abgespalten und tritt seither als eigenständiger Speicherhersteller auf. Die NAS 600 und NAS 800 übernehmen im Kern die Rolle, die zuvor die WD-Red-SSD-Reihe für NAS-Systeme gespielt hat. Das passt dazu, dass NAS-Käufer schon länger gezielt nach langlebigen Laufwerken für den Dauerbetrieb suchen.

Anil Moolchandani, Vice President Product Management bei Sandisk, begründet den Schritt mit veränderten Nutzungsmustern: „Die Art und Weise, wie NAS-Systeme genutzt werden, hat sich grundlegend verändert. Anspruchsvolle Privatanwender, Kreativprofis und kleine Unternehmen arbeiten heute mit immer größeren Datenmengen, zunehmend in Teams zusammen und sind auf Systeme angewiesen, die rund um die Uhr zuverlässig leistungsfähig bleiben. Wir haben das SANDISK NAS-Portfolio entwickelt, um genau diesen veränderten Anforderungen gerecht zu werden.“

Wer sein NAS bereits mit einem SSD-Cache ausgestattet hat oder überlegt, alte Festplatten komplett zu ersetzen, findet in der NAS 600 eine naheliegende Option für ein Upgrade, etwa im Rahmen der Ersteinrichtung eines QNAP-NAS oder beim Tausch einzelner Laufwerke in einem laufenden System.

Kompatibilität: PCIe 5.0 ist im NAS-Umfeld noch die Ausnahme

Ein Punkt, den Interessenten vor dem Kauf einplanen sollten: PCIe 5.0 ist in aktuellen NAS-Systemen noch längst nicht Standard. Die meisten M.2-Slots in Consumer- und Prosumer-NAS-Geräten von Synology oder QNAP laufen aktuell mit PCIe 3.0 oder 4.0. Die NAS 800 wird also in vielen Systemen unterhalb ihrer maximalen Datenrate arbeiten, bis mehr NAS-Hardware mit PCIe-5.0-Unterstützung auf den Markt kommt. Wer schon jetzt aufrüsten will, sollte vorher in den Datenblättern seines NAS prüfen, welche PCIe-Generation die M.2-Slots tatsächlich unterstützen. Sonst zahlt man für Bandbreite, die ungenutzt bleibt.

Bei der Wahl des passenden NAS-Systems selbst hilft ein Blick in unseren Ratgeber zur passenden Diskstation oder unseren direkten Vergleich zwischen QNAP und Synology.

Preise und Verfügbarkeit

Konkrete Preise hat Sandisk zum Start noch nicht veröffentlicht. Beide Serien sollen ab September 2026 über Sandisk.com sowie ausgewählte Handels- und Onlinehandelspartner weltweit erhältlich sein. Angesichts der aktuell angespannten NAND-Preise dürfte insbesondere die NAS 800 in den größeren Kapazitäten kein Schnäppchen werden. Wir aktualisieren diesen Artikel, sobald konkrete UVPs vorliegen.

Fazit

Mit der NAS 600 und der NAS 800 schließt Sandisk die Lücke, die der Abschied von der WD-Red-SSD-Reihe hinterlassen hat, und deckt damit gleich zwei Szenarien ab: ein einfaches, leises SATA-Upgrade für bestehende NAS-Systeme und eine deutlich schnellere NVMe-Option für alles, was über reines Filesharing hinausgeht. Ob sich der Griff zur NAS SSD lohnt, hängt am Ende vom eigenen NAS ab. Wer nur Dateien ablegt, kommt mit der NAS 600 oder einer klassischen NAS-Festplatte meist günstiger weg. Wer dagegen mehrere Nutzer, Datenbanken oder KI-Workloads gleichzeitig bedienen will, bekommt mit der NAS 800 erstmals eine SSD, die für dieses Tempo auch tatsächlich ausgelegt ist.

Quellen: Sandisk NAS 600 Produktseite, Sandisk NAS 800 Produktseite,