Das Sharkoon Rebel P20 Gen2 ist ab sofort erhältlich und kostet in der 750-Watt-Version 79,90 Euro. Das Netzteil erfüllt ATX 3.1, trägt eine Cybenetics-Gold-Zertifizierung und bringt einen nativen 12V-2×6-Anschluss mit 600 Watt Belastbarkeit mit. Es gibt drei Leistungsstufen mit 750, 850 und 1.000 Watt, alle vollmodular verkabelt.
Die eigentliche Nachricht steht aber auf dem Preisschild. Das erste Rebel P20 startete mit 109,90 Euro für 750 Watt und 159,90 Euro für 1.000 Watt. Die Gen2 unterbietet das um 30 bis 60 Euro pro Modell, und wer den Cybenetics-Bericht zum 750-Watt-Modell neben den des Vorgängers legt, sieht auch, wo dieser Preis herkommt.
TL;DR: Das Wichtigste in Kürze
- Varianten: 750 W (79,90 Euro), 850 W (89,90 Euro), 1.000 W (99,90 Euro), ab sofort verfügbar
- Farben: alle Modelle in Schwarz, die 850-Watt-Version zusätzlich in Weiß
- Standard: ATX 3.1, Cybenetics Gold, ein nativer 12V-2×6-Stecker mit 600 Watt
- Kabel: vollmodular, Flachkabel, längster Strang 97 cm
- Lüfter: 120 mm mit Zero-RPM-Modus, passiv bis rund 225 Watt Last
- Wirkungsgrad: 90,14 Prozent im Schnitt bei 230 Volt, gemessen von Cybenetics am 750-Watt-Modell
- Der Haken: deutlich lauter als der Vorgänger, nur drei 6+2-Pin-PCIe-Stecker und sieben SATA-Anschlüsse
Rebel P20 Gen2 gegen Rebel P20: was Sharkoon gestrichen hat
Der Zusatz Gen2 klingt nach Technik-Update, ist aber vor allem eine Neupositionierung nach unten. Die erste Rebel-P20-Generation deckte vier Leistungsstufen bis 1.200 Watt ab, und die beiden großen Modelle waren nach Cybenetics Platinum zertifiziert. Die Gen2 endet bei 1.000 Watt und bleibt durchgängig bei Gold.
Auch bei der Anschlussausstattung hat Sharkoon gekürzt. Wo das alte P20 vier 6+2-Pin-PCIe-Stecker und elf SATA-Anschlüsse mitbrachte, sind es jetzt drei beziehungsweise sieben. Für einen normalen Gaming-Rechner mit einer Grafikkarte und zwei bis drei Laufwerken spielt das keine Rolle. Wer vier SATA-SSDs, mehrere Festplatten und eine Lüftersteuerung versorgen will, sollte vorher durchzählen.
| Merkmal | Rebel P20 (Gen1) | Rebel P20 Gen2 |
|---|---|---|
| Leistungsstufen | 750, 850, 1.000, 1.200 W | 750, 850, 1.000 W |
| Zertifizierung | Cybenetics Gold, ab 1.000 W Platinum | Cybenetics Gold |
| PCIe 6+2-Pin | 4 | 3 |
| SATA | 11 | 7 |
| Lüfterlager (Herstellerangabe) | Fluid Dynamic Bearing | Hybrid-Magnetlager |
| Wirkungsgrad 750 W bei 230 V1 | 90,74 % | 90,14 % |
| Geräuschpegel 750 W bei 230 V1 | 10,00 dB(A) | 34,01 dB(A) |
| UVP zum Start (750 / 1.000 W) | 109,90 / 159,90 Euro | 79,90 / 99,90 Euro |
1 Durchschnittswerte aus den Cybenetics-Berichten zum jeweiligen 750-Watt-Modell, gemessen über den kompletten Lastbereich bei 30 bis 32 Grad Umgebungstemperatur.
Der Lüfter ist der große Unterschied
Beim Wirkungsgrad liegen die beiden Generationen praktisch gleichauf. Beim Geräuschpegel nicht: Cybenetics ermittelte für das erste Rebel P20 750 einen Durchschnitt von 10,00 dB(A) bei 230 Volt, für die Gen2 sind es 34,01 dB(A). Beide Messungen liefen im selben Aufbau bei 30 bis 32 Grad Umgebungstemperatur, der Vergleich ist also belastbar.
Der Grund steht in der Lüfterkurve. Bis 30 Prozent Last, also bis etwa 225 Watt, steht der Lüfter dank Zero-RPM-Modus komplett still. Bei 40 Prozent springt er dann direkt auf 1.465 Umdrehungen und 38,1 dB(A), ohne die sanfte Rampe dazwischen, die man von teureren Netzteilen kennt. Nach oben hin ändert sich anschließend kaum noch etwas.
| Last (750-W-Modell) | Lüfterdrehzahl | Geräuschpegel |
|---|---|---|
| 10 bis 30 % (75 bis 225 W) | 0 U/min | unter 6,0 dB(A) |
| 40 % (300 W) | 1.465 U/min | 38,1 dB(A) |
| 60 % (450 W) | 1.729 U/min | 42,6 dB(A) |
| 100 % (750 W) | 1.769 U/min | 44,1 dB(A) |
Praktisch heißt das: Solange dein System unter etwa 225 Watt bleibt, hörst du das Netzteil überhaupt nicht. Sobald ein Spiel die Grafikkarte auslastet und die Systemleistung über diese Schwelle klettert, ist der Lüfter da. In einem gedämmten Gehäuse mit anderen Lüftern geht das unter, in einem leisen Office-Build oder mit offenem Mesh-Gehäuse fällt es auf. Wer viel Leistungsreserve einkauft und selten mehr als 200 Watt zieht, profitiert hier doppelt.
Auffällig ist noch etwas anderes: Sharkoon gibt im Datenblatt ein Hybrid-Magnetlager an, im Cybenetics-Bericht ist der verbaute POWERYEAR PY-1225H12S dagegen als Sleeve-Bearing-Lüfter geführt. Beide Angaben lassen sich von außen nicht auflösen, hier wäre eine Klarstellung des Herstellers hilfreich.
Wirkungsgrad und Spannungsqualität im Cybenetics-Bericht
Der Cybenetics-Bericht zum Rebel P20 Gen2 750 wurde am 27. Januar 2026 ausgestellt und ist öffentlich einsehbar. Cybenetics misst über 1.450 Lastkombinationen, statt der drei bis vier Messpunkte, die bei 80 PLUS üblich sind. Die Zahlen sind damit aussagekräftiger als jede Herstellerangabe.
Bei 115 Volt Netzspannung erreicht das Netzteil 88,03 Prozent Durchschnittswirkungsgrad, bei 230 Volt sind es 90,14 Prozent. Für dich in Deutschland zählt der zweite Wert. Die Gold-Einstufung stimmt damit bei beiden Netzspannungen, für Platin bei 230 Volt fehlt knapp ein Prozentpunkt.
Die Spannungsqualität sieht sauber aus. Die Abweichung auf der 12-Volt-Schiene liegt bei 1,23 bis 1,25 Prozent, die Restwelligkeit unter Volllast bei 46 bis 50 Millivolt. Der ATX-Standard erlaubt hier 120 Millivolt, das Netzteil bleibt also weit darunter. Das erste Rebel P20 lag mit 0,73 bis 0,96 Prozent allerdings noch einen Schritt darunter. Im Standby zieht das Gerät 0,147 Watt bei 230 Volt und damit deutlich weniger als die 0,25 Watt, die Sharkoon im Datenblatt als Maximum angibt. Für die 850- und 1.000-Watt-Modelle liegen noch keine Cybenetics-Berichte vor.
Anschlüsse: drei PCIe-Stecker, ein 12V-2×6 mit 600 Watt
Alle drei Modelle teilen sich dieselbe Kabelausstattung: einen 24-Pin-Mainboardstrang, zwei 4+4-Pin-CPU-Stecker, drei 6+2-Pin-PCIe-Anschlüsse, einen nativen 12V-2×6-Stecker, sieben SATA und einen IDE-Anschluss. Die Kabel sind flach ausgeführt und lassen sich hinter der Netzteilabdeckung gut verstauen. Der längste Strang misst 97 cm, das Mainboardkabel 60 cm, das CPU-Kabel 70 cm.
Zwei CPU-Stecker sind bei Boards mit doppelter EPS-Versorgung Pflicht. Wichtiger ist der native 12V-2×6-Anschluss, den Sharkoon mit 600 Watt angibt. Er erspart dir den Adapter, der bei älteren Netzteilen drei oder vier 8-Pin-Stecker auf den 12+4-Pin-Anschluss zusammenführt. Ein durchgehendes Kabel kommt mit weniger Steckverbindungen aus, und jede davon ist eine potenzielle Stelle, an der der Kontakt schlecht sitzt.
Eng wird es nur in einem Szenario: Bei einer Grafikkarte mit drei klassischen 8-Pin-Anschlüssen sind alle drei PCIe-Stränge belegt, für Gehäuselüfter-Hubs oder AIO-Pumpen mit PCIe-Stecker bleibt dann nichts übrig. Für Karten der RTX-50-Serie, die über den 12V-2×6 laufen, ist das kein Thema.
Beim 60 cm langen 12V-2×6-Kabel lohnt sich ein Blick auf das Gehäuse. In großen Towern mit Netzteil unten und Grafikkarte im obersten Slot kann es knapp werden, besonders bei einer Verlegung hinter dem Mainboard. In Midi-Towern wie den Gehäusen der Sharkoon-S25-Serie reicht die Länge.
Technische Daten der Rebel-P20-Gen2-Serie
| Spezifikation | Rebel P20 Gen2 750 | Rebel P20 Gen2 850 | Rebel P20 Gen2 1000 |
|---|---|---|---|
| Dauerleistung | 750 W | 850 W | 1.000 W |
| +12 V (Single Rail) | 62,5 A | 70,8 A | 83,3 A |
| +3,3 V / +5 V | je 18 A, kombiniert max. 100 W | ||
| Zertifizierung | Cybenetics Gold, ATX 3.1 | ||
| Eingangsspannung | 100 bis 240 V AC | ||
| Kabelmanagement | vollmodular, Flachkabel, max. 97 cm | ||
| 24-Pin / 4+4-Pin CPU | 1 (60 cm) / 2 (70 cm) | ||
| 12V-2×6 / 6+2-Pin PCIe | 1 (60 cm, 600 W) / 3 (60 cm) | ||
| SATA / IDE | 7 / 1 | ||
| Lüfter | 120 mm, Hybrid-Magnetlager laut Sharkoon, Zero-RPM-Modus | ||
| Kondensatoren | ausschließlich japanische Kondensatoren | ||
| Schutzschaltungen | OCP, OVP, UVP, SCP, OTP, OPP | ||
| Abmessungen (T × B × H) | 140 × 150 × 86 mm | ||
| Gewicht (ohne Kabel) | 1,264 kg | 1,342 kg | 1,374 kg |
| MTBF | min. 100.000 Stunden | ||
| Betriebstemperatur | 0 bis +40 °C | ||
| Standby-Verbrauch | max. 0,25 W | ||
| EAN (Schwarz) | 4044951045907 | 4044951045914 | 4044951045938 |
| UVP | 79,90 Euro | 89,90 Euro | 99,90 Euro |
Die weiße 850-Watt-Variante läuft unter der EAN 4044951045921 und ist technisch identisch zum schwarzen Modell. Mit 140 mm Einbautiefe bleibt die Serie im ATX-Standardmaß und passt damit auch in kompakte Midi-Tower, in denen ein 160 mm oder 180 mm tiefes High-End-Netzteil mit dem Festplattenkäfig kollidiert.
Preise und Verfügbarkeit
Die drei Varianten sind ab sofort erhältlich. Die UVP liegt bei 79,90 Euro für 750 Watt, 89,90 Euro für 850 Watt und 99,90 Euro für 1.000 Watt. Alle Modelle kommen in Schwarz, die 850-Watt-Version gibt es zusätzlich in Weiß. Auf der Produktseite und im Datenblatt nennt Sharkoon keine Garantielaufzeit, und auch Cybenetics führt an dieser Stelle keine Angabe.
Damit landet das Rebel P20 Gen2 mitten in einem gut gefüllten Segment. Bei ähnlichem Preis konkurriert es unter anderem mit der ASRock PRO Series, die ebenfalls auf ATX 3.1 setzt und zusätzlich PCIe 5.1 im Datenblatt führt. Wer mehr Leistung braucht, wird eine Klasse höher fündig, etwa bei be quiet! Power Zone 2 und Pure Power 13 M mit 1.200 Watt. Ebenfalls neu von Sharkoon ist die PureWriter W100.
FAQ zum Sharkoon Rebel P20 Gen2
Was kostet das Sharkoon Rebel P20 Gen2?
Die UVP liegt bei 79,90 Euro für 750 Watt, 89,90 Euro für 850 Watt und 99,90 Euro für 1.000 Watt. Alle drei Modelle sind ab sofort verfügbar.
Was ist der Unterschied zum ersten Rebel P20?
Die Gen2 verzichtet auf das 1.200-Watt-Modell und auf die Platinum-Zertifizierung der großen Varianten. Sie hat einen PCIe-Stecker und vier SATA-Anschlüsse weniger und läuft unter Last hörbar lauter. Dafür kostet sie 30 bis 60 Euro weniger, als die erste Generation zum Marktstart gekostet hat.
Reicht ein 12V-2×6-Anschluss für meine Grafikkarte?
Ja. Aktuelle Consumer-Grafikkarten nutzen maximal einen 12V-2×6-Stecker, und Sharkoon gibt den Anschluss mit 600 Watt an. Damit ist auch eine RTX 5090 mit 575 Watt TBP abgedeckt. Zusätzlich stehen drei 6+2-Pin-PCIe-Stränge bereit.
Welche Wattklasse brauche ich?
Für einen Rechner mit Mittelklasse-Grafikkarte und einem Achtkerner reichen 750 Watt. Bei einer Karte mit 300 bis 400 Watt Verbrauch bist du mit 850 Watt entspannter unterwegs. Zu einer RTX 5090 passt von den drei Modellen nur das 1.000-Watt-Netzteil.
Wie laut ist das Netzteil?
Cybenetics hat für das 750-Watt-Modell einen Durchschnitt von 34,01 dB(A) bei 230 Volt gemessen. Bis rund 225 Watt Last steht der Lüfter still, ab 300 Watt dreht er mit 1.465 Umdrehungen und 38,1 dB(A), bei Volllast mit 1.769 Umdrehungen und 44,1 dB(A).
Wie lange ist die Garantie?
Sharkoon macht dazu im Datenblatt keine Angabe. Als Anhaltspunkt bleibt die MTBF von mindestens 100.000 Stunden, die über die Garantiezeit allerdings nichts aussagt.
Fazit
Das Rebel P20 Gen2 ist kein Nachfolger im klassischen Sinn, sondern die günstigere Interpretation desselben Konzepts. ATX 3.1, ein nativer 12V-2×6-Stecker mit 600 Watt und vollmodulare Flachkabel für 79,90 Euro sind ein starkes Angebot, und der Cybenetics-Bericht belegt mit 90,14 Prozent bei 230 Volt und einer ordentlichen 12-Volt-Schiene, dass die Technik dahinter stimmt.
Bezahlt wird das mit Lautstärke. 34 dB(A) im Schnitt gegen 10 dB(A) beim Vorgänger ist kein Rundungsfehler, sondern eine bewusste Entscheidung für den günstigeren Lüfter und die aggressivere Kurve. Wenn dein Rechner die meiste Zeit unter 225 Watt bleibt oder ohnehin in einem gedämmten Gehäuse steckt, merkst du davon wenig und machst preislich ein gutes Geschäft. Wer ein wirklich leises System baut, sollte das erste Rebel P20 im Abverkauf im Auge behalten oder eine Klasse höher greifen.
Quellen: Sharkoon (Rebel P20 Gen2, Schwarz), Sharkoon (850 W, Weiß)
