Skoda Peaq: Neues Elektro-Flaggschiff mit bis zu 600 km Reichweite und 7 Sitzen

Simon Lüthje
Simon Lüthje · 4 Min. Lesezeit
Skoda Peaq Elektro-SUV getarnt

Der Skoda Peaq ist offiziell: Der tschechische Automobilhersteller hat sein neues Elektro-Flaggschiff enthüllt, das Mitte 2026 seine Weltpremiere feiern soll. Das auf dem Modularen E-Antriebs-Baukasten (MEB) des Volkswagen-Konzerns basierende SUV wird das größte und geräumigste Modell sein, das Skoda je gebaut hat – mit einer Länge von fast 4,90 Metern, Platz für bis zu sieben Personen und einer Reichweite von über 600 Kilometern.

Skoda Peaq: Abmessungen und Platzangebot

Mit 4.874 mm Länge, 1.664 mm Höhe und einem Radstand von 2.965 mm übertrifft der Peaq sowohl den bisherigen Platzhirsch unter den Elektro-SUVs als auch den hauseigenen Kodiaq in Sachen Größe. Das Platzangebot in der zweiten Reihe dürfte für europäische Verhältnisse geradezu verschwenderisch ausfallen.

Als Fünfsitzer bietet der Peaq einen Kofferraum mit 1.010 Litern Volumen – mehr als jedes andere aktuelle Skoda-Modell. Wer die optionale dritte Sitzreihe ordert, hat immerhin noch 299 Liter Stauraum zur Verfügung. Zusätzlich gibt es erstmals bei Skoda einen serienmäßigen Frunk (vorderer Stauraum) mit 37 Litern unter der Motorhaube.

Design im Modern-Solid-Stil

Optisch folgt der Peaq Skodas neuer Designsprache „Modern Solid“, die bereits vom Elroq und dem überarbeiteten Enyaq bekannt ist. Markantes Merkmal ist das „Tech-Deck-Face“ an der Front – eine hochglänzend schwarze Fläche mit beleuchteten vertikalen Lamellen. Dazu kommen optionale Voll-LED-Matrix-Scheinwerfer, versenkbare Türgriffe und aerodynamisch optimierte Leichtmetallräder in 19 bis 21 Zoll.

An der Rückseite setzt Skoda auf ein neues Leuchtensignet in Form eines gekippten „L“, das sich künftig auch bei weiteren Modellen der Marke wiederfinden dürfte. Zehn verschiedene Lackierungen stehen zur Auswahl.

Innenraum und Ausstattung

Bilder des Innenraums hat Skoda noch nicht veröffentlicht, einige Details sind aber bereits bekannt. Fünf verschiedene Interieur-Stile sollen zur Verfügung stehen. Erstmals bei Skoda ist das zentrale Infotainment-Display im Hochformat angeordnet und misst 13,6 Zoll. Das Fahrerdisplay wächst auf 10 Zoll, und optional gibt es ein Augmented-Reality-Head-up-Display.

Das Infotainmentsystem basiert auf Android und entspricht weitgehend dem, was auch in anderen aktuellen Konzernmodellen wie dem VW ID.3 Neo zum Einsatz kommt. Ein digitaler Fahrzeugschlüssel für Smartphone oder Smartwatch ist ebenfalls an Bord.

Beim Sound setzt der Peaq auf ein neues Sonos-Soundsystem, das die bisherige Zusammenarbeit mit Canton im oberen Segment ablöst. Optional lässt sich zudem ein „Relax-Paket“ mit ergonomischen Massagesitzen, Beinauflagen und einer integrierten Wellness-App ordern.

Ein weiteres Highlight ist das Panorama-Glasdach – laut Skoda das größte in der Firmengeschichte. Es lässt sich dank Dynamic Shade Control in neun einzeln ansteuerbaren Segmenten elektrochrom verdunkeln. Eine Öffnungsfunktion ist allerdings nicht vorgesehen.

Antrieb und Reichweite des Skoda Peaq

Zum Marktstart sind drei Motorisierungen geplant:

Modell Leistung Antrieb Batterie (brutto) Reichweite (WLTP) 0–100 km/h Vmax DC-Laden max. 10–80 %
Peaq 60 150 kW (204 PS) Heckantrieb 63 kWh (NMC) ca. 460 km 8,6 s 160 km/h ca. 160 kW 27 min
Peaq 90 210 kW (286 PS) Heckantrieb 91 kWh (NMC) ca. 600 km 7,1 s 180 km/h ca. 195 kW 28 min
Peaq 90x 220 kW (299 PS) Allrad 91 kWh (NMC) ca. 600 km 6,7 s 180 km/h ca. 195 kW 28 min

Anders als bei den kleineren Modellen Elroq und Enyaq greift Skoda beim Peaq nicht auf die neuen LFP-Batterien zurück, sondern setzt auf die bewährte NMC-Zellchemie (Nickel, Mangan, Kobalt). Ein RS-Modell mit deutlich mehr Leistung soll 2027 folgen.

Praktisch: Der Peaq unterstützt Vehicle-to-Load (V2L), kann also externe Geräte wie E-Bikes oder Campingzubehör mit Strom versorgen. Auch Vehicle-to-Home (V2H) soll möglich sein.

Fahrverhalten: Überraschend handlich

Erste Testfahrten mit getarnten Prototypen rund um den Comer See deuten auf ein komfortables und überraschend handliches Fahrverhalten hin. Trotz seiner imposanten Ausmaße soll der Wendekreis unter 10 Metern liegen – ohne Hinterachslenkung. Das optionale DCC-Fahrwerk (Dynamic Chassis Control) passt die Dämpfercharakteristik automatisch an die Fahrsituation an und sorgt für eine komfortable Abstimmung.

Preis und Marktstart

Die Weltpremiere des Skoda Peaq ist für Sommer 2026 geplant. Ab August 2026 soll das Fahrzeug konfigurierbar sein, im Herbst 2026 bei den Händlern stehen. Offizielle Preise gibt es noch nicht, doch Branchenexperten rechnen mit folgender Staffelung:

  • Peaq 60: ab ca. 50.000 Euro
  • Peaq 90: ab ca. 54.000 Euro
  • Peaq 90x: ab ca. 57.000 Euro

Skoda selbst strebt eine Preisparität zum Kodiaq an, was die Einschätzungen stützt.

Fazit: Skodas bisher ambitioniertestes Elektromodell

Mit dem Peaq setzt Skoda ein klares Zeichen: Das Unternehmen will sein Elektro-Portfolio 2026 verdoppeln und mit dem Flaggschiff auch Familien ansprechen, die bislang kein passendes E-Auto im Angebot der Marke fanden. Die Kombination aus riesigem Platzangebot, ordentlicher Reichweite und einem für die Fahrzeugklasse moderaten Preis klingt vielversprechend. Technisch bewegt sich der Peaq allerdings auf dem Niveau des MEB-Baukastens und bringt keine revolutionären Neuerungen mit – die mit Rivian entwickelte Elektronik-Architektur bleibt einem späteren Modell vorbehalten.