Snapdragon C: Qualcomm nennt weitere Details zum günstigsten Notebook-Chip

Philipp Briel
Philipp Briel · 3 Min. Lesezeit
Snapdragon C
Bild: Qualcomm

Der Snapdragon C ist Qualcomms neuer Einstiegschip für Windows-11-Notebooks, die schon für rund 300 US-Dollar zu haben sein sollen. Der Hersteller hat jetzt zusätzliche technische Details nachgereicht, nachdem die Plattform zuvor nur in groben Umrissen bekannt war. Anders als die teurere Snapdragon-X-Serie schafft der Chip die Copilot+-Zertifizierung nicht, bringt aber trotzdem eine NPU für einfache KI-Aufgaben mit.

Das Wichtigste in Kürze:

  • 8 Kryo-Kerne in 6-nm-Fertigung, Takt bis 3,0 GHz
  • Adreno-A643-Grafikeinheit mit 900 MHz, bis zu 16 GB RAM
  • NPU an Bord, aber keine Copilot+-Zertifizierung
  • Marktstart für die zweite Jahreshälfte 2026 geplant, erste Partner sind Acer, HP und Lenovo

Diese technischen Daten nennt Qualcomm

Qualcomm hat die Spezifikationen des Snapdragon C mittlerweile auf der eigenen Produktseite veröffentlicht.

Komponente Spezifikation
CPU 8× Kryo-Kerne (6 nm): 1× 3,0 GHz, 3× 2,6 GHz, 4× 2,0 GHz
GPU Adreno A643, 900 MHz, DirectX 12
NPU Hexagon C1-10-100, keine Copilot+-Zertifizierung
RAM bis 16 GB LPDDR5/X oder LPDDR4X, 32-Bit-Interface (bis 25,6 GB/s)
Speicher NVMe über PCIe 3.0 x2 oder UFS
Display intern FHD+ mit 120 Hz (eDP 1.4), extern 4K60 über DisplayPort 1.4
Konnektivität FastConnect C6700 (Wi-Fi 6E, Bluetooth 6.0), 2× USB-C, 2× USB-A
Video Encoder H.264/H.265 bis 4K30, Decoder H.264/H.265/VP9 bis 4K60

Kein Copilot+, aber eine NPU ist trotzdem dabei

Windows-Copilot+-Geräte brauchen normalerweise eine NPU mit mindestens 40 TOPS Rechenleistung. Der Snapdragon C bleibt darunter: Laut Tom’s Hardware kommt die verbaute Hexagon-NPU auf etwa 12 TOPS. Für einfache KI-Funktionen wie Hintergrundunschärfe in Videocalls oder Rauschunterdrückung dürfte das reichen, für Copilot+-exklusive Features wie Recall aber nicht.

Qualcomm vergleicht sich mit Intels günstigstem Notebook-Chip

Im eigenen Marketingmaterial stellt Qualcomm den Snapdragon C direkt gegen Intels N250 (Codename Twin Lake), einen reinen E-Core-Chip aus der aktuellen Einsteigerklasse. Laut den offiziellen Zahlen soll der Snapdragon C im Cinebench-Multi-Thread-Test 67 Prozent schneller sein, im Single-Thread-Test 50 Prozent. Bei alltäglichen Aufgaben wie Videostreaming will Qualcomm sogar mehr als die doppelte Energieeffizienz erreichen.

Diese Zahlen stammen aus Qualcomms eigenen Tests und sind bisher nicht unabhängig nachgeprüft. Bei einem derart deutlichen Vorsprung lohnt sich ein skeptischer Blick, sobald erste Geräte im Handel sind und sich unabhängig testen lassen.

Acer, HP und Lenovo als erste Partner

Acer hat mit dem Aspire Go 15 bereits das erste angekündigte Notebook mit Snapdragon C gezeigt. HP und Lenovo sollen laut Qualcomm ebenfalls Geräte mit dem Chip bringen, konkrete Modelle oder Preise für Deutschland gibt es aber noch nicht.

Der Zeitpunkt der Ankündigung ist kein Zufall: Steigende Preise für Arbeitsspeicher machen günstige Notebooks derzeit ohnehin schwieriger zu kalkulieren. Mit einer eigenen Budget-Plattform verschafft Qualcomm den Herstellern zumindest auf der Chip-Seite etwas Spielraum. Auch andere Hersteller setzen zunehmend auf bezahlbare Notebooks mit Arm-Chips, etwa beim geleakten Lenovo IdeaPad Vibe, das wahlweise mit Snapdragon- oder AMD-Prozessor kommen soll.

Fazit

Der Snapdragon C bleibt bis zum tatsächlichen Marktstart vor allem eines: ein Versprechen. Die genannten Spezifikationen klingen für ein 300-Dollar-Notebook ordentlich, und die Idee, günstige Windows-Geräte nicht mehr nur mit lahmen Intel-Atom-Nachfolgern auszustatten, hat Charme. Ob der Chip in der Praxis hält, was Qualcomms eigene Benchmarks versprechen, zeigt sich erst, wenn die ersten Geräte von Acer, HP und Lenovo tatsächlich in den Läden stehen.