Sony hat die Sony FX5 offiziell vorgestellt und schiebt damit eine neue Vollformatkamera in die Cinema Line. Das Spannende daran: Die FX5 ist kein simpler FX3-Nachfolger, sondern rückt technisch deutlich näher an Sonys große Kinokameras heran. Neuer Stacked-Sensor, Open-Gate-Aufnahmen, internes RAW und eine von den CineAlta-Modellen übernommene Bedienoberfläche – all das steckt in einem Gehäuse, das kaum größer ausfällt als das der FX3.
Angekündigt wurde die Kamera am 22. Juli 2026. Vorbestellungen laufen ab sofort, in den Handel kommt die FX5 im August 2026. Wir haben die wichtigsten Neuerungen für dich zusammengefasst.
Neuer Stacked-Sensor mit drei Basis-ISOs
Herzstück der FX5 ist ein neu entwickelter Exmor-RS-Vollformatsensor mit Stacked-Architektur, gepaart mit dem aktuellen Bildprozessor BIONZ XR2 samt eigener KI-Recheneinheit. Eine konkrete Megapixel-Zahl nennt Sony in der Pressemitteilung nicht; Branchenmedien gehen von rund 16 Megapixeln aus. Für die Praxis wichtiger sind ohnehin die Werte drumherum.

Im S-Log3-Modus erreicht die Kamera einen Dynamikumfang von mehr als 15 Blendenstufen. Dazu kommen gleich drei Basis-ISO-Werte – ISO 800, ISO 4000 und ISO 12800 –, mit denen sich unterschiedlichste Lichtsituationen rauscharm abdecken lassen. Neu in der FX-Serie ist außerdem der Dual Gain Shooting-Modus, der laut Sony besonders weiche Tonwertübergänge bei zugleich erweitertem Dynamikumfang liefert und dunkle Bildbereiche sauber hält.
Open Gate und internes X-OCN-RAW: Das kann die FX5 zuerst in der FX-Serie
Hier liegt der größte Sprung. Die FX5 liest den Sensor erstmals in der FX-Serie im vollen 3:2-Format aus – also Open Gate. Wer im Schnitt später zwischen Quer- und Hochformat wechseln oder einfach mehr Bildfläche für Reframing haben will, bekommt hier maximale Flexibilität. Zusätzlich stehen Scan-Modi in 17:9, 16:9 und Super 35 mm bereit.
Genauso relevant: Die FX5 zeichnet intern im 16-Bit-RAW-Format X-OCN auf – ganz ohne externen Recorder. Neben X-OCN LT kommen die neuen, datensparsameren Codecs X-OCN C1 und X-OCN C2 hinzu, die für schnellere Übertragung und schlankere Postproduktions-Workflows sorgen sollen. Damit übernimmt die kompakte FX5 einen Workflow, den man bisher eher von Sonys Burano und den Venice-Modellen kannte. Ein kleiner Haken: Open Gate ist nur bei Aufnahmen im X-OCN-Format verfügbar.
Aufnahmeformate der Sony FX5 im Überblick
| Format | Maximale Bildrate |
|---|---|
| 5K | bis zu 60 Bilder/s |
| 4K | bis zu 120 Bilder/s |
| Full HD | bis zu 240 Bilder/s |
| Sensor-Auslesung | 3:2 Open Gate, 17:9, 16:9, Super 35 mm |
| RAW intern | X-OCN LT, C1, C2 (16 Bit) |
Sony FX5 vs. FX3: Die wichtigsten Unterschiede
Auf den ersten Blick ähneln sich FX5 und FX3 – beim Gehäuse liegen kaum Welten dazwischen. Unter der Haube trennen sie aber Generationen. Die FX5 bekommt einen neuen Stacked-Sensor, einen dritten Basis-ISO, Open Gate, internes RAW und ein größeres, helleres Display. Die folgende Übersicht fasst die zentralen Punkte zusammen:
| Merkmal | Sony FX5 | Sony FX3 |
|---|---|---|
| Sensor | Neu entwickelter Stacked-CMOS | BSI-CMOS |
| Basis-ISO | Drei (800 / 4000 / 12800) | Zwei (800 / 12800) |
| Open Gate (3:2) | Ja | Nein |
| Internes RAW | Ja (X-OCN) | Nein |
| Max. Auflösung/Bildrate | 5K/60p, 4K/120p | 4K/120p |
| Display | 3,5 Zoll, ca. 2,76 Mio. Bildpunkte | 3,0 Zoll |
| Bedienoberfläche | CineAlta-Stil („BIG6“) | Alpha-Stil |
Die Umstellung auf das von den CineAlta-Kameras bekannte „BIG6“-Menü ist mehr als Kosmetik: Bildrate, Belichtung und LUTs liegen zentral auf dem Startbildschirm, und ein einheitliches Menüsystem erleichtert den gemeinsamen Einsatz mit FX6 oder CineAlta-Modellen. Wer im Team mit gemischtem Sony-Setup dreht, spart sich damit einiges an Umdenken.
Autofokus, Stabilisierung und Bedienung
Der Autofokus arbeitet KI-gestützt und erkennt nicht nur Augen, sondern über eine Analyse der Körperhaltung auch Kopf- und Körperbewegungen. Real-time Tracking hält das Motiv zuverlässig im Fokus. Beim automatischen Weißabgleich (ATW) kombiniert die Kamera Informationen von Sensoren für sichtbares und Infrarotlicht mit einer Deep-Learning-basierten Lichtquellenerkennung – für stabilere Farben in Innenräumen und schwierigem Licht.
Für ruhige Bilder aus der Hand sorgt eine 5-Achsen-Bildstabilisierung im Gehäuse, deren Korrekturbereich für Rollbewegungen laut Sony rund doppelt so groß ausfällt wie beim Vorgänger. Neben Active Mode gibt es einen Dynamic Active Mode. Praktisch für Gimbal-Fans: Über zahlreiche integrierte Gewinde lässt sich Zubehör direkt anschrauben, ein Cage ist nicht zwingend nötig. Wer ohnehin über eine mobile Videoausrüstung nachdenkt, findet in unserem Test des Hohem iSteady MT3 Pro Kit passende Inspiration zum Thema Gimbal und Stabilisierung.
Das vollständig schwenk- und neigbare 3,5-Zoll-Touchdisplay im 16:9-Format fällt mit rund 2,76 Millionen Bildpunkten größer und heller aus als bei der FX3. Zwei USB-C-Anschlüsse, ein integrierter LAN-Port, USB Power Delivery und ein optimiertes Kühlkonzept mit separater Lüfterkammer runden das professionelle Paket ab.
Zubehör: OLED-Sucher, XLR-Handgriff und Timecode-Adapter
Zum Marktstart bringt Sony gleich mehrere optionale Begleiter mit:
- OLED-Sucher DVF-EL1 (749 Euro): Abnehmbarer 0,58-Zoll-Sucher mit rund 7,07 Millionen Bildpunkten, HDR-Darstellung und DCI-P3-nahem Farbraum. Neigbar von 0 bis rund 90 Grad.
- XLR-Handgriff XLR-H2 (899 Euro): Zwei XLR/TRS-Kombianschlüsse, bis zu vier Audiokanäle und dank Dual-AD-Wandlern Aufnahmen mit bis zu 96 kHz und 32-Bit-Float direkt in der Kamera.
- Timecode-Adapterkabel VMC-BNCU1 (99 Euro): USB-C auf BNC, um mehrere Kameras und externe Audiorekorder sauber zu synchronisieren.
Dazu kommen Software-Updates: Die App Monitor & Control erscheint ab Juli 2026 in Version 3.0 mit erweiterter Mehr-Kamera-Steuerung und EL-Zone-Belichtungskontrolle, Catalyst Prepare folgt im August 2026 in Version 3.0 und führt Prepare und Browse zusammen.
Update auf Version 2.0 ab August 2027
Ein Teil der Leistung kommt erst später: Für August 2027 kündigt Sony ein Firmware-Update auf Version 2.0 an. Geplant sind unter anderem HFR-Aufnahmen mit bis zu 240 Bildern/s in X-OCN, eine XAVC-S-I-Aufzeichnung im 3:2-Open-Gate-Format, eine optimierte Oberfläche für vertikale Videos sowie eine neue Frame-Grab-Funktion. Wer die Kamera vor allem wegen dieser Funktionen kauft, sollte den Zeitplan im Hinterkopf behalten.
Nachhaltigkeit und Barrierefreiheit
Sony baut die FX5 zu mehr als 30 Prozent des Gehäuses aus recyceltem Kunststoff. Die Produktionsstandorte in Thailand und China laufen laut Hersteller vollständig mit erneuerbarer Energie, für Verpackungen kommen pflanzenbasierte Vliesstoffe zum Einsatz. Beim Thema Barrierefreiheit gibt es eine Screen-Reader-Funktion, die Menüeinträge vorliest, eine vergrößerte Menüdarstellung sowie haptisch erfassbare Bedienelemente.
Preis und Verfügbarkeit der Sony FX5
Die Sony FX5 ist ab dem 22. Juli 2026 vorbestellbar und ab August 2026 erhältlich. Die unverbindlichen Preisempfehlungen:
- ILME-FX5B (nur Gehäuse): 5.399 Euro
- ILME-FX5 inkl. XLR-Handgriff: 5.999 Euro
Damit positioniert Sony die FX5 klar oberhalb der FX3, bleibt mit dem kompakten Gehäuse aber im Bereich mobiler Ein- und Zwei-Personen-Produktionen.
Fazit
Die Sony FX5 ist mehr als ein Facelift: Mit Stacked-Sensor, Open Gate, internem X-OCN-RAW, drittem Basis-ISO und CineAlta-Bedienung holt Sony Profi-Funktionen in ein kompaktes Vollformatgehäuse, das sich für Doku, Reportage und Solo-Dreh eignet. Dass einige Highlights wie 240p in X-OCN erst mit Version 2.0 im August 2027 nachgereicht werden, trübt den Ersteindruck ein wenig – der technische Sprung gegenüber der FX3 ist trotzdem beachtlich. Für alle, die eine mobile Kinokamera mit Venice-Workflow suchen, ist die FX5 ab August eine ernste Option.
