Ein neues Sony-Patent zeigt, wie der PlayStation-Controller künftig zum Bezahlterminal werden könnte: Per NFC, Bluetooth oder direktem Kontakt sollen Spieler Kreditkarten oder ihr Smartphone einfach an den DualSense halten, um Spiele, Ingame-Inhalte oder Guthaben direkt zu kaufen. Die Zahlungsdaten wandern dabei vom Handy über den Controller zur Konsole, die den Kauf verarbeitet und eine Quittung ausstellt.
Was steckt hinter dem Sony-Patent?
Das Patent trägt den sperrigen Titel „Video Game Controller-Driven Information Transfer“ und wurde bereits im März 2025 eingereicht. Veröffentlicht wurde es erst am 17. September 2026, entdeckt hat es zuerst der YouTube-Kanal Dexerto, die Unterlagen selbst liegen beim Patentdienst Eureka PatSnap. Unter der Nummer US20260273403A1 beschreibt Sony darin ein System, bei dem der Controller Zahlungsmittel per NFC, Bluetooth oder physischen Kontakt erkennt und den Vorgang mit Licht-, Ton- oder Vibrationssignalen bestätigt.

In den Patentzeichnungen ist ein Controller im DualSense-Design zu sehen, konkret geht es also erst einmal um Hardware für die PS5. Auf Hinweise zu einer neuen Konsolengeneration oder verändertem Controller-Design verzichtet die Anmeldung.
So soll die Bezahlfunktion im Alltag aussehen
Laut den Patentskizzen bekommt man vor einem Kauf eine Abfrage wie „Möchtest du dieses Spiel kaufen?“ eingeblendet. Danach hält man Karte oder Handy an den Controller, die Transaktion läuft über die Konsole, und am Ende steht ein digitaler Beleg. Neben dem klassischen Kauf beschreibt Sony noch weitere Einsatzszenarien:
- Guthaben von physischen Geschenkkarten direkt aufs Konto laden
- Spielerprofile für den lokalen Multiplayer per Tap-to-Connect übertragen
- Screenshots und Aufnahmen zwischen Konsole und Smartphone austauschen
- Auf Messen oder im Laden nach einer Demo direkt zum Kauf des ganzen Spiels wechseln
Gerade der letzte Punkt passt zu Sonys Strategie, den Handel zunehmend ohne physische Disc abzuwickeln: Ein Controller, der am Ladenregal auch gleich kassiert, würde Filialen wie MediaMarkt oder Saturn ganz neue Verkaufsmöglichkeiten für digitale Spiele-Codes eröffnen.
Kommt die Technik wirklich in echte PS5-Controller?
Ein Patent ist erst einmal nur eine Idee auf Papier, keine Ankündigung. Sony meldet regelmäßig Konzepte an, von denen die meisten nie in einem Produkt landen. Mehrere Tech-Redaktionen weisen zudem darauf hin, dass die PS5 sich bereits dem Ende ihres Lebenszyklus nähert. Sollte Sony die Bezahlfunktion tatsächlich umsetzen, wäre ein Debüt eher mit der PS6 als mit einem Refresh der aktuellen Konsole wahrscheinlich.
Aus Nutzersicht hat die Idee trotzdem ihren Charme: Wer aktuell im PSN-Store einkauft, hinterlegt Kartendaten dauerhaft im Konto oder tippt sie bei jedem Kauf neu ein. Eine Tap-to-Pay-Funktion am Controller würde beides umgehen und wäre zumindest auf dem Papier schneller und sicherer als die aktuelle Lösung.
Technische Eckdaten im Überblick
| Merkmal | Beschreibung laut Patent |
|---|---|
| Patenttitel | Video Game Controller-Driven Information Transfer |
| Patentnummer | US20260273403A1 |
| Eingereicht | März 2025 |
| Veröffentlicht | 17. September 2026 |
| Erkennung | NFC, Bluetooth, physischer Kontakt |
| Feedback | Licht-, Ton- und Vibrationssignale |
| Gezeigte Hardware | Controller im DualSense-Design (PS5) |
Fazit
Das Sony-Patent für einen PlayStation-Controller mit Bezahlfunktion klingt nach einer sinnvollen Ergänzung zum PlayStation Store: schnelleres Bezahlen per NFC, ohne Kartendaten dauerhaft im Konto zu speichern. Ob und wann Sony daraus ein reales Produkt macht, ist offen, Patente dieser Art landen erfahrungsgemäß eher selten in einem fertigen Gerät. Bis dahin bleibt Kartenzahlung im PlayStation Store per hinterlegter Kreditkarte oder klassischer NFC-Zahlung übers Smartphone der Standard.
Quellen: Tom’s Hardware, TechSpot, Video Games Chronicle, VideoCardz
