Sony-Patent: PlayStation-Controller mit Tasten, die im Spiel härter oder weicher werden

Philipp Briel
Philipp Briel · 4 Min. Lesezeit
DualSense Edge Test: Bild zeigt den neuen Controller mit seiner Verpackung vor zwei Pflanzen.

Sony hat ein Patent für einen PlayStation-Controller veröffentlicht, dessen Tasten ihre Härte während des Spiels verändern können – also je nach Situation fester oder weicher werden. Möglich machen soll das ein magnetisch steuerbares Material oder flüssigkeitsgefüllte Membranen. Wichtig: Es handelt sich um eine Patentanmeldung, kein angekündigtes Produkt.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Idee: Controller-Tasten ändern ihre Härte in Echtzeit je nach Spielgeschehen
  • Technik: magnetoviskoelastisches Elastomer oder flüssigkeitsgefüllte Membranen
  • Beispiel: harte Tasten auf festem Untergrund, weiche Tasten im Sumpf
  • Patent: eingereicht November 2024, veröffentlicht Mai 2026 (WO2026/110304)
  • Status: reine Patentanmeldung – mögliche Verbindung zur PS6, aber nichts bestätigt

Worum geht es im Sony-Patent?

Das Patent trägt den sperrigen Titel „Operation device, information processing apparatus, control method thereof, and program“ und wurde von Sony Interactive Entertainment bei der Weltorganisation für geistiges Eigentum (WIPO) eingereicht. Eingereicht wurde es bereits im November 2024, veröffentlicht dann Ende Mai 2026 unter der Nummer WO2026/110304. Entdeckt hat das Dokument die Seite Cheat Happens.

PlayStation Controller
Bild: Sony / PatentScope

Der Kern: Eine Taste besitzt einen Kontaktbereich an der Oberfläche und eine Steuereinheit, die dessen Härte regelt. Damit könnte das, was der Finger berührt, in Echtzeit fester oder weicher werden – gesteuert vom Spiel selbst. Es ist im Grunde die konsequente Weiterentwicklung dessen, was der DualSense der PS5 mit seinen adaptiven Triggern bereits andeutet, nur eben auf die Aktionstasten übertragen.

Wie funktioniert die veränderbare Härte technisch?

Sony beschreibt im Patent mehrere Umsetzungen. Die erste setzt auf ein sogenanntes magnetoviskoelastisches Elastomer – ein Material mit magnetisierbaren Partikeln, das sich je nach Stärke eines umgebenden Magnetfelds verhärtet oder weicher wird. Das Magnetfeld lässt sich vom Spiel steuern, sodass die Tastenhärte dynamisch zur Bildschirmaktion passt. Die zweite Variante arbeitet mit flüssigkeitsgefüllten Membranen, die einen ähnlichen Effekt erzielen sollen.

Besonders ungewöhnlich ist eine dritte Idee: Hier kann der Finger zunächst in die Taste „einsinken“, woraufhin sich diese um den Finger herum verhärtet. Spieler würden sich dann gewissermaßen vom Controller „festgehalten“ fühlen und müssten sich aktiv befreien – etwa passend zu einer Szene, in der die Spielfigur von einem Gegner gepackt wird.

Konkrete Beispiele aus dem Patent

Sony nennt mehrere Anwendungsszenarien, die das Prinzip greifbar machen. Bewegt sich die Spielfigur über harten Boden oder berührt ein festes Objekt, verhärten sich die Tasten. Läuft sie dagegen durch Schlamm oder Sumpf, werden sie weicher. Auch ein klemmendes Nachladen einer Waffe oder das Erklimmen eines Berges ließe sich so fühlbar machen. Spannend ist zudem der Accessibility-Aspekt: Die Tasten könnten sich an Handflächen, Ellbogen oder andere Eingabehilfen anpassen und so die Bedienung für mehr Menschen erleichtern.

Einordnung: Kommt das wirklich – und wann?

Hier ist Zurückhaltung angebracht. Ein Patent bedeutet nicht, dass die Technik tatsächlich in einem Produkt landet. Sony reicht regelmäßig Patente für teils kuriose Ideen ein, von denen die meisten nie das Tageslicht erblicken. Mehrere Berichte nennen die kommende PlayStation 6 als möglichen Kandidaten, sollte die Technik je serienreif werden – ein offizieller Zeitplan existiert aber nicht, der PS6-Start wird grob für 2028 oder 2029 erwartet.

Dass Sony an der haptischen Schraube dreht, überrascht trotzdem nicht: Genau solche Experimente führten letztlich zu den adaptiven Triggern des aktuellen DualSense Edge. Wer wissen will, welche Gamepads aktuell überzeugen, findet in unserer Übersicht der besten Controller für PC und Konsole passende Empfehlungen. Und falls du deinen PS5-Controller am Rechner nutzen möchtest, hilft unser Ratgeber zum PS5-Controller am PC weiter.

Unterm Strich zeigt das Sony-Patent eine faszinierende Richtung für die nächste Controller-Generation – ob daraus Realität wird, bleibt vorerst offen.