Die globale Speicherkrise greift weiter um sich – und trifft nun auch Fotografen und Filmer direkt: Sony hat den Verkauf und die Auslieferung eines Großteils seiner Speicherkarten vorerst gestoppt. Betroffen sind sowohl SD-Karten als auch CFexpress-Karten vom Typ A und B.
Sony stoppt Bestellungen für SD- und CFexpress-Speicherkarten
Seit dem 27. März 2026 nimmt Sony keine neuen Bestellungen von Wiederverkäufern für die meisten seiner Speicherkarten mehr an. Gleichzeitig ist der Kauf über den offiziellen Sony-Onlineshop für Endverbraucher ebenfalls nicht mehr möglich. Als Grund nennt das Unternehmen in einer offiziellen Mitteilung einen weltweiten Mangel an Speicherbausteinen und anderen Halbleitern.
Sony betont, dass es sich um eine vorübergehende Maßnahme handelt – wann genau die Bestellmöglichkeiten wieder aufgenommen werden, lässt das Unternehmen jedoch offen. Updates sollen auf den jeweiligen Produktseiten kommuniziert werden.
Welche Produkte sind betroffen?
Der Stopp betrifft nahezu das gesamte hochwertige Speicherkarten-Portfolio von Sony. Im Einzelnen sind das:
- CFexpress Typ A (Tough-Serie): CEA-G240T, CEA-G480T, CEA-G960T, CEA-G1920T
- CFexpress Typ B (Tough-Serie): CEB-G240T, CEB-G480T
- SDXC/SDHC (Tough-Serie): SF-G64T, SF-G128T, SF-G256T
- SDXC/SDHC (weitere Serien): SF-M128T, SF-M256T, SF-M512T, SF-E64A, SF-E128A, SF-E256
Nicht explizit in der Mitteilung erwähnt wurden bislang die CFexpress-B-Karte „CEB-G960T“ sowie die langsamste SD-Serie mit dem Kürzel „SF-UZ“. Ob das ein Versehen ist, blieb zunächst unklar.
Die Speicherkrise erreicht Fotografen und Filmer
Hintergrund des Lieferstopps ist die anhaltende globale Speicherkrise, die durch den massiven Ausbau von KI-Rechenzentren ausgelöst wurde. Hyperscaler kaufen Flash-Speicherchips seit Monaten zu nahezu jedem Preis auf. Marktbeobachter rechneten für das erste Quartal 2026 bereits mit einem Preisanstieg von rund 60 Prozent, und ein Ende der Entwicklung ist nicht in Sicht. Seit Herbst 2025 haben sich die Preise für SSDs mit NAND-Flash teils verdoppelt bis verdreifacht.
Das trifft jetzt auch den Markt für Fotografie- und Video-Speicherkarten. Sony hatte in dieser Woche zudem bereits den Preis der PlayStation 5 erhöht – ebenfalls als Reaktion auf gestiegene Komponentenkosten.
Bei europäischen Händlern sind die betroffenen Sony-Karten aktuell noch gut verfügbar und die Preise bisher kaum gestiegen. Das dürfte sich jedoch ändern, sobald die Lagerbestände zur Neige gehen. Bei anderen Marken wie SanDisk sind die Preise bereits massiv gestiegen: Die beliebte SanDisk Extreme Pro UHS-I mit 128 GB kostet inzwischen mehr als doppelt so viel wie noch im Sommer 2025.
Besonders kritisch: CFexpress für Profi-Kameras
Gerade für professionelle Fotografen und Videografen könnte die absehbar schlechte Verfügbarkeit von CFexpress-Karten zum echten Problem werden. Die auf PCIe Express basierenden Karten sind für viele moderne Profi-Kameras unverzichtbar. So ermöglichen sie erst die hohen Serienbildraten von bis zu 120 fps im Raw-Format bei Kameras wie der Sony Alpha 9 III. Auch aktuelle Flaggschiff-Kameras anderer Hersteller wie Canon, Nikon und Fujifilm setzen auf CFexpress. In der Filmproduktion sind die Karten für eine schnelle Materialsicherung am Set längst Standard.
Wer noch auf der Suche nach Speicherkarten ist, sollte jetzt handeln. Zur Orientierung empfehlen wir unseren Artikel über Speicherkarten und ihre Unterschiede. Wer sich dagegen für neue Speicher-Technologien interessiert, findet bei uns auch Infos zu microSD Express-Karten der neuen Generation.
Fazit: Speicherkarten jetzt kaufen?
Die Entscheidung von Sony, die Auslieferung von SD- und CFexpress-Speicherkarten vorübergehend zu stoppen, ist ein deutliches Signal: Die Speicherkrise hat auch den Fotomarkt erreicht. Wer auf Sony-Speicherkarten angewiesen ist oder ohnehin einen Nachkauf geplant hat, sollte nicht zu lange warten – Preiserhöhungen und Lieferengpässe bei allen Marken sind realistisch. Wann Sony die Bestellmöglichkeiten für seine Speicherkarten wieder öffnet, bleibt abzuwarten.