Spotify: Kindermusik aus dem Geschmacksprofil ausschließen

Simon Lüthje
Simon Lüthje · 3 Min. Lesezeit

Eltern, die ihr Spotify-Konto mit dem Nachwuchs teilen, kennen das Problem: Am Jahresende dominieren Kinderlieder den Wrapped, und der wöchentliche „Dein Mix der Woche“ schlägt plötzlich Kinderserien-Soundtracks vor. Spotify schafft jetzt Abhilfe – mit einem neuen Schalter, der Kinder- und Familienmusik gezielt aus dem persönlichen Geschmacksprofil ausschließt.

Was ist das Spotify-Geschmacksprofil?

Das Geschmacksprofil bildet die Grundlage aller personalisierten Features auf Spotify. Auf Basis dessen, was ihr hört und wie ihr es hört, baut der Dienst Empfehlungen wie „Dein Mix der Woche“, Daily Mixes und die Startseite zusammen – und erstellt am Jahresende den Spotify Wrapped. Wer Kinderlieder über das eigene Konto läuft, spielt damit zwangsläufig in dieses Profil ein. Das Ergebnis: Der Algorithmus denkt, Bobo Siebenschläfer gehört zu euren liebsten Künstlern.

Was kann der neue Schalter?

Mit dem neuen Toggle lässt sich Kinder- und Familienmusik als Kategorie vollständig aus dem Geschmacksprofil ausschließen. Ist die Option deaktiviert, können die betreffenden Songs weiterhin normal gesucht, abgespielt und in Playlists aufgenommen werden – sie beeinflussen dann aber weder Empfehlungen noch den Jahresrückblick Wrapped.

Besonders nützlich: Die Änderung wirkt rückwirkend. Bereits gestreamte Kindersongs ruinieren damit nicht mehr die persönliche Jahresstatistik. Spotify gibt an, dass es nach dem Aktivieren bis zu 48 Stunden dauern kann, bis die Anpassung in den Empfehlungen greift. Bei „Dein Mix der Woche“ kann das sogar erst zur nächsten Ausgabe der Fall sein.

Wo findet ihr die Einstellung?

Die Option versteckt sich nicht tief in Untermenüs. So kommt ihr hin:

  1. Spotify-App öffnen und oben rechts auf das Profilbild tippen
  2. Einstellungen aufrufen
  3. Den Menüpunkt Inhalt und Anzeige öffnen
  4. Den Schalter für Kinder- und Familienmusik deaktivieren

Das Feature steht weltweit über die mobilen Apps bereit – und zwar für Free- und Premium-Nutzer gleichermaßen. Ein Upgrade ist nicht nötig.

Was passiert mit dem Spotify Wrapped?

Streams aus ausgeschlossenen Playlists oder Songs fließen nicht mehr in Top-Artists oder Top-Songs ein. Die reine Wiedergabezeit zählt allerdings weiterhin zur Gesamtstatistik. Wer stundenlang Kinderlieder laufen lässt, sieht das also noch immer bei der totalen Hörzeit – aber nicht mehr als Lieblingsinterpret.

Tipp: Einzelne Songs gezielt ausschließen

Wer noch feiner sortieren möchte, kann über das Drei-Punkte-Menü bei jedem einzelnen Song oder jeder Playlist die Option „Aus Geschmacksprofil ausschließen“ wählen – ein Feature, das Spotify bereits zuvor eingeführt hatte. Das funktioniert etwa für Einschlafmusik, Weihnachtsplaylists oder Workout-Mixes, die den eigenen Geschmack ebenfalls verzerren. Wer unbekannte Titel schnell identifizieren will, findet bei uns außerdem eine Anleitung, mit der ihr Musik mit dem Smartphone erkennen könnt.

Unser Eindruck

Die Funktion ist längst überfällig – und dass sie rückwirkend greift und kein Premium-Abo voraussetzt, macht sie zu einer echten Verbesserung für alle, die ihr Konto mit Kindern teilen. Kleiner Schalter, große Wirkung: Der nächste Wrapped dürfte deutlich repräsentativer ausfallen. Der offizielle Spotify-Hilfebereich zum Geschmacksprofil liefert weitere Details zur Funktionsweise.