Spotify Running Mode: Neuer Laufmodus passt die Musik an dein Tempo an

Philipp Briel
Philipp Briel · 4 Min. Lesezeit
Spotify Running Mode
Bild: Spotify

Spotify hat mit dem Running Mode einen neuen Laufmodus vorgestellt, der deine Musik automatisch an Tempo, Trainingsphase und Trainingsziel anpasst. Statt vor jedem Lauf selbst eine Playlist zusammenzusuchen, wählst du ein Preset, stellst Workout-Typ, Dauer und Schrittfrequenz ein – und Spotify baut daraus den passenden Soundtrack. Vorerst gibt es die Funktion nur auf dem iPhone, nur im Premium-Abo und nur in ausgewählten Ländern. Deutschland ist noch nicht dabei.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Spotify Running Mode passt Playlists dynamisch an Lauftempo und Trainingsphase an.
  • 25 Presets, dazu einstellbare Workout-Typen, Dauer, BPM und Musikrichtung.
  • Optionaler Audio-Coach mit englischsprachigen Motivations-Hinweisen.
  • Start nur für iOS-Nutzer mit Premium in sieben Ländern – Deutschland und Android müssen warten.

Was ist der Spotify Running Mode?

Musik und Sport gehören zusammen – gerade beim Laufen treibt der richtige Beat spürbar an. Bisher haben die Streaming-Dienste diesen Reflex aber eher stiefmütterlich behandelt. Während Spotify bei KI-Funktionen und Streaming-Neuheiten Tempo macht, blieb es bei echten Fitness-Features lange ruhig. Genau da setzt der Running Mode an.

Der Laufmodus geht über das simple Zusammenstellen einer Sport-Playlist hinaus. Er teilt deinen Lauf in Phasen ein und liefert für Warm-up, Trainingsintervalle sowie Cooldown jeweils die passende Musik. An den Übergängen blendet die App zusätzlich Audio-Hinweise ein, damit du weißt, wann die nächste Phase beginnt. Damit erinnert die Funktion an eine eigenständige Trainings-App – nur eben direkt in Spotify.

So funktioniert der Running-Modus in der Praxis

Los geht es über den „Fitness Hub“ in der App: Dort taucht der Running Mode ganz oben in der Auswahl auf. Anschließend stehen dir 25 fertige Presets zur Verfügung – vom kurzen Workout über Intervalltraining bis zur Marathon-Vorbereitung. Wählst du eines aus, legst du die Musikrichtung fest und drückst auf Play. Spotify passt die Songs dann laufend an dein Tempo an und sorgt für weiche Übergänge zwischen den Tracks.

Du musst dich aber nicht mit den Voreinstellungen begnügen. Du kannst ein eigenes Preset anlegen oder bestehende anpassen, etwa die Dauer des Laufs ändern. Über einen Slider stellst du ein, wie viel neue Musik in deine Running-Playlist rutschen soll. Und wer sein Tempo genau treffen will, richtet feste BPM-Werte ein. Danach braucht Spotify ein bis zwei Minuten, dann steht dein personalisierter Lauf.

Einstellung Optionen
Presets 25 vorgefertigte Laufprogramme
Workout-Typ u. a. Intervall, Steady, Pyramide
Dauer frei wählbar
Beats per Minute (BPM) an dein Lauftempo anpassbar
Musikrichtung nach Genre und Stimmung
Neue Musik Slider für den Anteil frischer Songs
Audio-Coach optional, englischsprachig

Der Audio-Coach: KI-Motivation fürs Ohr

Während des Laufens meldet sich auf Wunsch ein digitaler Coach. Die Hinweise sind allgemein gehalten und erinnern dich zum Beispiel daran, die Schultern locker zu lassen. Spotify beschreibt das Feature als „unterstützenden Freund“, der neben dir herläuft – mit Tipps zur richtigen Zeit, ohne die Musik ständig zu unterbrechen. Wer das nicht mag, schaltet den Coach einfach ab. Der Running Mode ergänzt damit die Fitness-Inhalte, die es bei Spotify ohnehin schon gibt, etwa Peloton-Kurse und Workout-Videos von Creatorn.

Verfügbarkeit: Kommt der Spotify Running Mode nach Deutschland?

Hier kommt der Wermutstropfen: Der Running Mode startet zunächst nur für Premium-Abonnenten auf iOS und auch nur in den USA, Kanada, Großbritannien, Irland, Australien, Neuseeland und Schweden. Deutschland fehlt auf der Liste, ein Android-Release ist ebenfalls noch nicht bestätigt. Wann die Funktion hierzulande landet, hat Spotify offengelassen.

Bis dahin lohnt sich der Blick auf die Konkurrenz und die eigene Ausrüstung. Wer beim Sport ohnehin über einen Streaming-Wechsel nachdenkt, sollte sich die jüngste Preiserhöhung bei Tidal anschauen. Und für den passenden Klang beim Laufen eignen sich Open-Ear-Modelle wie die Huawei FreeClip 2 S im Test, die dein Gehör frei lassen und damit sicherer für die Straße sind.

Ein altbekanntes Comeback

Ganz neu ist die Idee übrigens nicht. Bereits 2015 hatte Spotify unter dem Namen „Spotify Running“ einen Laufmodus im Angebot, der die Musik ans Tempo koppelte. Drei Jahre später verschwand die Funktion wieder aus der App. Der Running Mode 2026 ist damit ein Neustart – diesmal auf Basis der KI-gestützten Playlist-Technik, die Spotify zuletzt stark ausgebaut hat.

Fazit: Der Spotify Running Mode ist ein starkes Sport-Feature – mit Geduldsprobe

Der Spotify Running Mode macht genau das, was sich viele Läuferinnen und Läufer lange gewünscht haben: Musik, die sich dem Training anpasst, statt umgekehrt. Presets, BPM-Steuerung und der optionale Coach klingen nach einem durchdachten Paket, das reine Sport-Apps zumindest teilweise überflüssig machen könnte. Ärgerlich ist nur der eingeschränkte Start. Bis der Laufmodus nach Deutschland und auf Android kommt, heißt es abwarten – oder die Playlist vorerst weiter selbst zusammenstellen.

Quelle: Spotify Newsroom