Valve verabschiedet sich von einem langjährigen Bestandteil seines Angebots. Der Betreiber der Gaming-Plattform Steam hat bestätigt, dass physische Steam-Geschenkkarten aus dem Einzelhandel verschwinden werden. Und das kurz vor dem potenziellen Start der Steam Machine. Hintergrund sind anhaltende Betrugsmaschen, bei denen Kriminelle die Guthabenkarten gezielt missbrauchen. Bereits jetzt befinden sich die Karten im Abverkauf. Nach aktuellem Stand sollen sie bis Ende 2026 vollständig aus den Regalen verschwunden sein. Digitale Steam-Geschenkkarten bleiben dagegen weiterhin verfügbar.
- Physische Steam-Geschenkkarten werden nicht mehr nachproduziert.
- Bis Ende 2026 sollen die Bestände im Einzelhandel aufgebraucht sein.
- Ursache sind anhaltende Betrugsfälle mit Guthabenkarten.
- Digitale Steam-Geschenkkarten bleiben weiterhin erhältlich.
Steam-Geschenkkarten verschwinden nach mehr als einem Jahrzehnt aus dem Handel
Seit ihrer Einführung im Jahr 2012 gehörten Steam-Geschenkkarten für viele Spieler zum festen Bestandteil des Gaming-Alltags. Ob als Geschenk oder zur Aufladung des eigenen Steam-Guthabens – die Karten waren in zahlreichen Supermärkten, Elektronikmärkten und Tankstellen erhältlich. Mit der zunehmenden Verbreitung digitaler Angebote verlor die physische Variante zwar an Bedeutung, blieb aber weiterhin ein wichtiger Vertriebskanal.
Nun hat Valve offiziell bestätigt, dass keine neuen Karten mehr an Händler ausgeliefert werden. Die vorhandenen Bestände werden lediglich noch verkauft, bis die Lager leer sind. Nach Einschätzung des Unternehmens dürfte dies spätestens Ende 2026 der Fall sein.
Wer bereits eine physische Steam-Geschenkkarte besitzt, muss sich jedoch keine Sorgen machen. Valve betont, dass vorhandene Guthabenkarten auch nach dem Verkaufsstopp weiterhin eingelöst werden können. Lediglich der Neukauf wird künftig ausschließlich über digitale Geschenkkarten möglich sein.
Die Entscheidung kommt nicht völlig überraschend. In den vergangenen Jahren hat der Steam-Betreiber mehrfach auf die Risiken rund um Guthabenkarten hingewiesen und verschiedene Maßnahmen eingeführt, um Nutzer vor Betrug zu schützen. Dennoch konnten die Probleme offenbar nicht nachhaltig gelöst werden.
Betrugsmaschen machen physische Steam-Geschenkkarten zum Sicherheitsrisiko
Der Hauptgrund für das Aus der physischen Steam-Geschenkkarten sind organisierte Betrugsversuche. Dabei kontaktieren Kriminelle ihre Opfer häufig telefonisch und geben sich als Behördenmitarbeiter, Steuerbeamte oder Vertreter anderer offizieller Stellen aus. Unter Druck setzen sie die Betroffenen dazu, Guthabenkarten zu kaufen und die darauf befindlichen Codes weiterzugeben.
Sobald die Codes übermittelt wurden, wird das Guthaben auf andere Konten übertragen und ist in der Regel nicht mehr zurückzuholen. Diese Masche betrifft nicht nur Steam-Karten, sondern auch Guthabenkarten anderer großer Anbieter aus den Bereichen Gaming, Streaming und digitale Marktplätze.
Valve hat nach eigenen Angaben verschiedene Gegenmaßnahmen ergriffen. Dazu gehörten auffällige Warnhinweise direkt auf den Karten, Einschränkungen bei der Nutzung in unterschiedlichen Währungsregionen sowie die Zusammenarbeit mit Händlern und Strafverfolgungsbehörden. Trotz dieser Bemühungen passten Betrüger ihre Methoden immer wieder an.
Aus Sicht des Unternehmens ist die Einstellung der physischen Karten daher ein notwendiger Schritt, um das Missbrauchspotenzial deutlich zu reduzieren. Digitale Geschenkkarten gelten als leichter kontrollierbar und bieten zusätzliche Sicherheitsmechanismen, die im klassischen Einzelhandel nur schwer umzusetzen sind.
Fazit
Mit dem schrittweisen Ende der physischen Steam-Geschenkkarten reagiert Valve auf ein Problem, das die Branche seit Jahren begleitet. Die Entscheidung dürfte vor allem dem Schutz potenzieller Betrugsopfer dienen und passt gleichzeitig zum allgemeinen Trend hin zu digitalen Vertriebswegen. Bestehende Karten behalten ihre Gültigkeit, während neue Guthabenkäufe künftig ausschließlich digital erfolgen. Der vollständige Abschied aus dem Einzelhandel wird voraussichtlich bis Ende 2026 abgeschlossen sein.
