Steam Machine: Preis, Specs und Release – so teuer wird Valves Wohnzimmer-PC

Philipp Briel
Philipp Briel · 5 Min. Lesezeit
Steam Machine

Die Steam Machine kostet zum Start zwischen 1.039 und 1.428 Euro und damit deutlich mehr, als viele erwartet hatten. Valve hat am 22. Juni 2026 die finalen Preise, die Hardware und den Ablauf für die Reservierung bekannt gegeben. Wer eine der ersten Einheiten will, muss sich bis zum 25. Juni um 19:00 Uhr deutscher Zeit registrieren. Danach entscheidet ein Zufallsverfahren über die Plätze in der Warteschlange.

TL;DR – das Wichtigste zur Steam Machine

  • Vier Modelle: 512 GB ab 1.039 Euro, 2 TB ab 1.359 Euro, jeweils optional mit Steam Controller (1.108 bzw. 1.428 Euro).
  • Hardware: sechs Zen-4-Kerne, AMD-Radeon-GPU mit 28 Compute Units, 16 GB DDR5 plus 8 GB GDDR6-Grafikspeicher.
  • SteamOS 3 ab Werk, Windows 11 nachrüstbar, kompaktes Würfelformat mit rund 16 Zentimeter Kantenlänge.
  • Reservierung bis 25. Juni 2026, erste Auslieferung ab Ende Juni. Zuteilung per Losverfahren.
  • Bedingung: Steam-Konto in gutem Zustand und mindestens ein Kauf vor dem 27. April 2026.

Was kostet die Steam Machine? Alle Preise im Überblick

Lange war der Preis das große Fragezeichen. Noch im Vorjahr gingen einige Tech-Experten von 500 bis 600 Euro aus – das hat sich gründlich erledigt. Schon das Einstiegsmodell knackt locker die 1.000-Euro-Marke. Valve verzichtet bewusst auf die Quersubventionierung, die klassische Konsolenhersteller oft betreiben. Heißt: Du zahlst ungefähr das, was die Hardware in der Herstellung kostet, und nicht weniger.

Modell Speicher Ohne Controller Mit Steam Controller
Steam Machine 512 GB 512 GB SSD 1.039 Euro 1.108 Euro
Steam Machine 2 TB 2 TB SSD 1.359 Euro 1.428 Euro

Im Bundle wird der Steam Controller günstiger: Statt einzeln 99 Euro kostet er im Paket nur 69 Euro. Die beiden 2-TB-Varianten bekommen außerdem zwei zusätzliche Front-Abdeckungen spendiert, wahlweise mit rotem Stoff bezogen oder aus massivem Walnussholz gefertigt. Davon abgesehen sind alle Versionen technisch identisch – der Aufpreis geht in Speicher und Optik.

Zum Einordnen: Eine PS5 Pro liegt bei rund 899 Euro. Das Top-Bundle der Steam Machine kostet also fast so viel wie eine PS5 und eine Xbox Series X zusammen. Den hohen Preis begründet Valve mit der Speicherpreiskrise. Beim Einkaufsstart 2023 rechnete man mit fallenden Chippreisen, dann kauften KI-Konzerne den Markt leer und trieben die Kosten für RAM und SSDs nach oben. Valve-Ingenieur Yazan Aldehayyat sagte gegenüber Eurogamer, der finale Preis liege spürbar höher als ursprünglich geplant.

Steam Machine Specs: Das steckt im Würfel

Unter der Haube sitzt ein Semi-Custom-Chip von AMD. Sechs Zen-4-Kerne übernehmen die Rechenarbeit, die Grafik kommt von einer Radeon-Einheit mit 28 Compute Units auf RDNA-3-Basis. Spannend ist die Speicheraufteilung: 16 GB DDR5 als Arbeitsspeicher und separat 8 GB schneller GDDR6 als Grafikspeicher. Diese Trennung kennt man eher von Konsolen als vom typischen Gaming-PC.

Komponente Spezifikation
Prozessor AMD Zen 4, 6 Kerne
Grafik AMD Radeon (RDNA 3), 28 Compute Units
Arbeitsspeicher 16 GB DDR5
Grafikspeicher 8 GB GDDR6
Speicher 512 GB oder 2 TB SSD, per microSD erweiterbar
Betriebssystem SteamOS 3 (Linux), Windows 11 nachrüstbar
Format Würfel, ca. 16 cm Kantenlänge
Funk Wi-Fi 6E, Bluetooth 5.3, eigene Funkverbindung zum Controller

Valve spricht von mehr als der sechsfachen Leistung eines Steam Decks und nennt als Ziel 4K mit 60 FPS samt FSR-Upscaling. Bei grafisch anspruchsvollen Titeln wird man Auflösung oder Details aber wohl reduzieren müssen. Wer den Leistungssprung gegenüber dem Handheld einordnen will, findet in unserem Beitrag zum geplanten Steam Deck 2 Hintergründe zur Hardware-Strategie von Valve.

Drei Dinge heben die Steam Machine vom selbstgebauten Mini-PC ab: das kompakte Würfelformat, das ab Werk installierte SteamOS 3 und die direkte Funkverbindung zum Steam Controller ohne USB-Dongle. Ansonsten unterstützt die Konsole die meisten Controller, die auch an einem Windows-PC mit Steam laufen, inklusive Xbox-Gamepad und Sony DualSense (ca. 72 Euro auf Amazon). Die beiden Touchpads des Steam Controllers sollen vor allem bei klassischen PC-Spielen helfen, die nicht für Gamepads gedacht sind.

Steam Machine kaufen: So läuft die Reservierung

Valve setzt nicht auf die übliche Vorbestellung nach dem Prinzip „first come, first served“, sondern auf ein Losverfahren. Das soll Scalper und Bots ausbremsen. So funktioniert es:

  • Registrierung bis Donnerstag, 25. Juni 2026, 19:00 Uhr MESZ im Steam-Store.
  • Voraussetzung: ein Steam-Konto ohne negative Einträge plus mindestens ein Kauf vor dem 27. April 2026. Damit sind frisch erstellte Bot-Accounts raus.
  • Pro Haushalt ist nur eine Anmeldung erlaubt – jede Zahlungsmethode und Lieferadresse zählt einmal.
  • Der Zeitpunkt der Anmeldung spielt keine Rolle, die Plätze werden zufällig vergeben.
  • Ab dem 25. Juni erfährst du per E-Mail deinen Platz in der Warteschlange. Ausgewählte Käufer bekommen ab dem 29. Juni eine Benachrichtigung und haben dann 72 Stunden Zeit, den Kauf abzuschließen.

Wichtig für uns in Deutschland: Die EU wird als eigene Versandregion geführt. Das ist ein gutes Zeichen, garantiert aber nicht, dass jede Konfiguration sofort lieferbar ist. Valve produziert nach eigenen Angaben zunächst eine kleinere Stückzahl als ursprünglich geplant – die erste Welle könnte also knapp werden.

Lohnt sich die Steam Machine?

Ehrlich gesagt: Das hängt stark davon ab, wo du herkommst. Wer eine große Steam-Bibliothek besitzt und den Komfort von SteamOS schon vom Handheld kennt – Cloud-Saves, Controller-Profile, Verified-Hinweise – bekommt hier einen leisen, kompakten Wohnzimmer-PC ohne Bastelei. Wer dagegen vom Konsolenpreis kommt, wird schlucken. Ein selbst zusammengestellter Mini-PC mit vergleichbarer Leistung liegt preislich nicht weit weg, ist aber eben Arbeit. Falls dich generell die SteamOS-Hardware-Familie interessiert, lohnt auch ein Blick auf unsere Übersicht der besten Gaming-Handhelds als Steam-Deck-Alternativen und auf die Frage, wie du den SSD-Speicher bei SteamOS-Geräten erweiterst.

Die spannenden Fragen beantworten erst die ersten Tests ab Ende Juni: Reicht die Leistung für aktuelle AAA-Titel am großen Bildschirm? Wie gut laufen Nicht-Steam-Spiele, Mods und fremde Launcher? Und wie laut wird der Würfel unter Last? Wer ernsthaft mit dem Kauf liebäugelt, sollte die Reservierung vor dem 25. Juni abschließen – und ansonsten in Ruhe die Tests abwarten, bevor mehr als 1.000 Euro fließen. Die Steam Machine ist auf jeden Fall Valves bislang ambitioniertester Versuch, im Wohnzimmer Fuß zu fassen.