SteelSeries Sensei Pro und Rival Pro vorgestellt: Kabellose Gaming-Mäuse mit UWB und echten 8.000 Hz

Philipp Briel
Philipp Briel · 5 Min. Lesezeit
SteelSeries Sensei Pro
Bild: SteelSeries

SteelSeries hat mit der Sensei Pro und der Rival Pro zwei neue Gaming-Maus-Serien vorgestellt, die auf Ultra-Wideband-Funk (UWB) statt auf das überlastete 2,4-GHz-Band setzen. Das Versprechen: eine echte Polling-Rate von 8.000 Hz ganz ohne die Aussetzer, die viele kabellose Mäuse bei hoher Funkdichte plagen. Passend zum 25. Firmenjubiläum legt SteelSeries damit zwei seiner bekanntesten Baureihen neu auf.

Kurz zusammengefasst:

  • Sensei Pro (symmetrisch) und Rival Pro (ergonomisch), je in Full-Size und Mini, Schwarz oder Weiß
  • Erste Gaming-Mäuse mit reinem UWB-Funk statt 2,4 GHz, dazu echte 8.000 Hz Polling-Rate
  • Wechselakkus fürs „Infinite Power System“: bis zu 32 Stunden bei 8K, bis zu 120 Stunden bei 1K
  • Vorbestellung ab dem 29. September 2026, Marktstart am 13. Oktober 2026, UVP 199,99 Euro

UWB statt 2,4 GHz: Was hinter der neuen Funktechnik steckt

Fast jede kabellose Gaming-Maus funkt bisher auf 2,4 GHz. Das Problem: Genau dieses Band teilen sich WLAN-Router, Bluetooth-Geräte, andere Funkperipherie und mittlerweile fast jedes Smart-Home-Gerät im Haushalt. Wer schon mal erlebt hat, wie eine kabellose Maus in Turnieren oder auf LAN-Partys plötzlich stottert, kennt die Folgen. Laut SteelSeries lässt sich unter diesen Bedingungen nur selten die volle 8K-Performance abrufen.

Ultra-Wideband funkt stattdessen im Bereich von 6,4 bis 9,056 GHz und bekommt dadurch nach Herstellerangaben rund 20-mal mehr Bandbreite zur Verfügung. Das soll eine stabilere Verbindung mit niedrigerer Latenz garantieren, unabhängig davon, wie viele andere Funkgeräte gerade in der Nähe senden. Die neuen Modelle unterstützen laut SteelSeries zusätzlich „9K Over-Polling“, also eine Reserve oberhalb der offiziellen 8.000 Hz.

Für die reine Polling-Rate bedeutet das: bis zu 8.000 Aktualisierungen pro Sekunde, achtmal mehr als bei den nach wie vor verbreiteten 1.000-Hz-Mäusen. In der Praxis soll das für weniger Input-Lag und einen spürbar direkteren Cursor sorgen, vor allem bei schnellen Flicks in Shootern.

Infinite Power System: Wechselakku statt Ladepause

Hohe Polling-Raten kosten Strom, das war bislang eines der größeren Probleme reiner 8K-Mäuse. SteelSeries begegnet dem mit zwei tauschbaren 310-mAh-Akkus: Während einer in der Maus steckt, lädt der zweite extern, sodass ein Akkuwechsel ohne Wartezeit läuft. Nach Herstellerangaben hält ein einzelner Akku bei 8.000 Hz etwa 16 Stunden durch, macht rechnerisch bis zu 32 Stunden mit dem Zweitakku im Wechsel. Bei 1.000 Hz sollen es sogar bis zu 120 Stunden Gesamtlaufzeit sein.

Wer sein Setup noch mobiler halten will, kann laut den ersten Testberichten zusätzlich den optionalen Wireless Travel Dongle für 24,99 Euro nutzen, der exklusiv über steelseries.com erhältlich sein soll.

Technische Daten im Überblick

Merkmal Sensei Pro / Rival Pro
Verbindung Ultra-Wideband (UWB), 8.000 Hz Polling-Rate, „9K Over-Polling“
Sensor TrueMove 42K (angepasster PixArt PAW3955), bis zu 42.000 DPI, 800 IPS, 70G Beschleunigung
Switches Optische Switches, 100 Mio. Klicks, 0,35 ms Reaktionszeit
Akku 2× 310 mAh Wechselakku, bis 32 Std. bei 8K / bis 120 Std. bei 1K
Gewicht 53 g (Full-Size), 49 g (Mini)
Varianten Sensei Pro (symmetrisch) und Rival Pro (ergonomisch), je Full-Size und Mini, Schwarz oder Weiß
Preis 199,99 Euro (UVP), Wireless Travel Dongle separat für 24,99 Euro

Sensei Pro und Rival Pro: zwei Formen, eine Technikbasis

Technisch sind sich beide Serien nahezu identisch, der Unterschied liegt in der Formgebung. Die Sensei Pro führt die seit 2011 gebaute symmetrische Form fort, die traditionell auch bei Linkshändern beliebt ist. Die Rival Pro setzt dagegen auf das ergonomische Rival-Gehäuse, das SteelSeries eigenen Angaben zufolge gemeinsam mit Profispielern weiterentwickelt hat. Wer die Rival 710 oder die Rival 650 Wireless aus früheren Tests kennt, wird die Formsprache wiedererkennen, auch wenn die interne Technik komplett neu ist.

Beide Serien gibt es zusätzlich als Mini-Version für kleinere Hände oder den Fingertip-Grip. Wer bei der Formwahl unsicher ist, findet in unserem Ratgeber zur passenden Gaming-Maus eine Einordnung nach Grip-Stil und Handgröße.

Software: SteelSeries GG mit Aim-Training und Sensitivity Finder

Konfiguriert werden Sensei Pro und Rival Pro über die SteelSeries-GG-Suite. Neben den üblichen Einstellungen für DPI-Stufen, Beleuchtung und Tastenbelegung bringt die Software auch Trainingsfunktionen mit: einen Sensitivity Finder, Rotation Control sowie einen integrierten 3D-Aim-Trainer. Zielgruppe sind erklärtermaßen kompetitive Titel wie Counter-Strike 2, Valorant und Fortnite, für die SteelSeries die neuen Mäuse explizit optimiert haben will.

Preise, Farben und Verfügbarkeit

Sensei Pro und Rival Pro erscheinen jeweils in Full-Size und Mini, wahlweise in Schwarz oder Weiß, zu einer UVP von 199,99 Euro pro Modell. Vorbestellungen sind laut SteelSeries ab dem 29. September 2026 weltweit möglich, der reguläre Verkaufsstart folgt am 13. Oktober 2026.

Einordnung

Auf dem Papier ist UWB der interessanteste Schritt, den eine Gaming-Maus in den letzten Jahren gemacht hat: Wenn die Latenzvorteile in der Praxis halten, was SteelSeries verspricht, wäre das überlastete 2,4-GHz-Problem für kabellose High-End-Mäuse gelöst. Ob sich die 8.000 Hz und die UWB-Verbindung im Alltag tatsächlich so stabil anfühlen wie beschrieben, lässt sich vor dem Marktstart am 13. Oktober noch nicht abschließend beurteilen. Sobald uns ein Testmuster vorliegt, tragen wir hier nach.