Der Stellantis-Konzern muss erneut einen umfangreichen Rückruf durchführen: Rund 80.000 Fahrzeuge in Deutschland sind von einer potenziellen Brandgefahr betroffen. Weltweit sind es laut dem Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) sogar rund 700.000 Pkw. Betroffen sind gleich sieben Marken des Konzerns – darunter Opel, Peugeot, Citroën, Fiat, Alfa Romeo, Jeep und DS Automobiles.
Welche Modelle sind vom Stellantis-Rückruf betroffen?
Im Fokus steht der weitverbreitete 1,2-Liter-Mildhybrid-Benzinmotor der neuesten Generation (PureTech Gen3), der in zahlreichen Modellen des Stellantis-Konzerns zum Einsatz kommt. Betroffen sind Fahrzeuge der Modelljahre 2023 bis 2026 mit dem 48-Volt-Mildhybrid-Antrieb in den Leistungsstufen 110 und 136 PS. Konkret handelt es sich um Modelle folgender Marken:
- Opel (z. B. Corsa, Astra, Mokka)
- Peugeot (z. B. 208, 308, 2008, 3008)
- Citroën (z. B. C3, C4, C5 Aircross)
- Fiat (z. B. 600)
- Alfa Romeo
- Jeep (z. B. Avenger)
- DS Automobiles (z. B. DS3, DS4)
In Frankreich sollen rund 211.000 Fahrzeuge betroffen sein, auch aus Italien gibt es entsprechende Meldungen. Damit handelt es sich um eine Rückrufaktion mit europaweiter Dimension.
Was ist die technische Ursache für die Brandgefahr?
Laut Stellantis ist der Abstand zwischen dem Rohr des Benzinpartikelfilters und der Polschutzkappe des 48-Volt-Riemen-Startergenerators (BSG) bei bestimmten Fahrzeugen zu gering. Berühren sich die beiden Bauteile, kann insbesondere bei Nässe Wasser eindringen. In der Folge kann ein elektrischer Lichtbogen entstehen, der zu Überhitzung führt – und im schlimmsten Fall einen Brand im Motorraum auslösen kann.
Laut PC-Welt wurden bereits 36 Vorfälle im Zusammenhang mit dem Problem registriert. In 12 Fällen soll es zu einem beginnenden Brand im Motorraum gekommen sein. Verletzte wurden bislang nicht gemeldet.
Freiwilliger Rückruf – was müssen Halter tun?
Wie der ADAC berichtet, handelt es sich bei der Maßnahme um einen freiwilligen Rückruf seitens Stellantis. Ein offizieller, verpflichtender Rückruf über das KBA liegt nicht vor. Halter müssen nicht selbst aktiv werden: Stellantis kontaktiert die betroffenen Fahrzeughalter direkt per Brief und bittet sie, einen Werkstatttermin bei ihrem Vertragshändler zu vereinbaren.
In der Werkstatt wird die Polschutzkappe des Startergenerators gegen eine Variante mit höherer Isolierung ausgetauscht. Zudem wird der Abstand der beiden kritischen Bauteile überprüft und bei Bedarf angepasst. Die Maßnahme dauert laut Stellantis nur rund 30 Minuten und ist für Halter komplett kostenlos.
Nicht der erste Großrückruf bei Stellantis
Stellantis kommt bei den Rückrufen nicht zur Ruhe. Bereits im Herbst 2025 mussten mehr als 85.000 Fahrzeuge in Deutschland wegen einer fehlerhaften Verschraubung an der Kraftstoff-Hochdruckleitung zurückgerufen werden. Dabei bestand ebenfalls Brandgefahr, da austretender Kraftstoff sich an heißen Motorteilen entzünden konnte. In diesem Zusammenhang waren laut KBA mindestens elf Fahrzeugbrände dokumentiert.
Auch Anfang 2026 lief ein weiterer Rückruf für Dieselmodelle mit dem Motor DV5R wegen einer undichten Kraftstoffleitung. In Deutschland waren davon rund 3.000 Fahrzeuge betroffen. Die Häufung sicherheitsrelevanter Rückrufe dürfte beim Vertrauen der Kunden in den Konzern Spuren hinterlassen. Rückrufe sind allerdings kein reines Stellantis-Phänomen: Laut ADAC gab es 2025 in Deutschland insgesamt 532 Rückrufaktionen – fast dreimal so viele wie noch 2010.
Auch andere Hersteller sind regelmäßig betroffen. Tesla musste beispielsweise bereits 300.000 Fahrzeuge wegen Problemen mit Rücklichtern und Airbags zurückrufen.
Fazit: Stellantis-Rückruf ernst nehmen
Wer ein Fahrzeug von Opel, Peugeot, Citroën, Fiat, Alfa Romeo, Jeep oder DS Automobiles mit dem 1,2-Liter-Mildhybrid-Benziner aus den Baujahren 2023 bis 2026 fährt, sollte den Rückruf nicht ignorieren – auch wenn es sich um eine freiwillige Maßnahme handelt. Die Brandgefahr ist real, wie die dokumentierten Vorfälle zeigen. Der kostenlose Werkstattbesuch dauert nur eine halbe Stunde und kann schlimmere Folgen verhindern.