Der Tensor G6 im neuen Google Pixel 11 wird nicht, wie zuletzt vermutet, im 2-nm-Verfahren gefertigt, sondern nutzt einen verbesserten 3-nm-Prozess von TSMC. Das hat Peng Yu-chun, Vice President Hardware bei Google, gegenüber der taiwanischen Nachrichtenagentur CNA bestätigt. Beim Launch-Event hatte Google den genauen Fertigungsprozess offen gelassen, weshalb sich die 2-nm-Gerüchte der vergangenen Monate hartnäckig hielten.
Kurz zusammengefasst:
- Google hat auf einem Event in Taiwan bestätigt, dass der Tensor G6 mit TSMCs verbessertem 3-nm-Prozess gefertigt wird, nicht mit 2 nm wie vermutet
- Die Aussage stammt von Peng Yu-chun, VP Hardware bei Google, gegenüber der Nachrichtenagentur CNA
- Trotz gleichbleibender Fertigungsstufe verspricht Google 25 Prozent schnelleres Web-Browsing, 15 Prozent schnellere App-Starts und 50 Prozent mehr TPU-Leistung
- Der Tensor G6 steckt im Pixel 11, Pixel 11 Pro, Pixel 11 Pro XL und Pixel 11 Pro Fold
- Samsungs Exynos 2600 nutzt bereits einen 2-nm-Prozess, Apples für 2026 erwarteter A20 im iPhone 18 Pro soll nachziehen
Was Google jetzt bestätigt hat
Auch wir hatten in unserem Bericht zur Vorstellung des Pixel 11 Pro XL zunächst 2 nm als Fertigungsprozess genannt, gestützt auf zahlreiche Leaks der vergangenen Monate. Diese Angabe korrigieren wir hiermit: Laut Peng Yu-chun setzt Google beim Tensor G6 weiterhin auf 3 nm, allerdings auf eine überarbeitete Version des Verfahrens, mit der TSMC gegenüber dem Vorjahr an Effizienz und Transistordichte zugelegt hat.
Damit bestätigt sich, was Android Authority bereits vermutet hatte, nachdem eine chinesischsprachige Übersetzung von Pengs Aussage für Verwirrung gesorgt hatte. Die Kernaussage blieb in allen Übersetzungen aber gleich: kein 2-nm-Chip.
Tensor G6: Das verspricht Google an Mehrleistung
Auch ohne den erhofften Sprung auf 2 nm nennt Google für den Tensor G6 handfeste Verbesserungen gegenüber dem Tensor G5 aus dem Pixel 10:
- 25 Prozent schnelleres Web-Browsing
- 15 Prozent schnellere App-Starts
- 50 Prozent mehr Rechenleistung bei der Tensor Processing Unit (TPU) für KI-Aufgaben
- Ein überarbeiteter Image Signal Processor für schnellere Nachtaufnahmen und besseren digitalen Zoom
- Ein aktualisierter Titan-M3-Sicherheitschip
Ein Geekbench-Leak vor dem offiziellen Launch hatte bereits angedeutet, wie stark der Sprung bei der GPU-Leistung ausfallen könnte: rund 80 Prozent mehr Rechenleistung im Compute-Test gegenüber dem Tensor G5. Bei der reinen CPU-Leistung dürfte der Zuwachs moderater ausfallen, da Google beim Tensor G6 in erster Linie an Effizienz und KI-Beschleunigung gearbeitet hat statt an rohen Taktraten.
3 nm statt 2 nm: Warum das kein Rückschritt ist
Dass der Tensor G6 bei 3 nm bleibt, klingt zunächst nach einer verpassten Chance. Schon der Tensor G5 im Pixel 10 wurde bei TSMC im 3-nm-Verfahren gefertigt, ein echter Node-Sprung wäre also der erste seit mehreren Generationen gewesen. Wichtig ist aber der Zusatz „verbessert“: TSMC bietet innerhalb seiner 3-nm-Familie mehrere Ausbaustufen mit unterschiedlicher Transistordichte und Energieeffizienz, und Google nutzt für den Tensor G6 offenbar eine neuere Variante als noch beim G5.
Ein Grund für die konservative Wahl dürfte auch wirtschaftlich sein: Ein neuerer Fertigungsprozess ist teurer, und Google versucht laut Berichten, steigende DRAM-Preise über Software- und Speicheroptimierungen abzufedern statt über einen kompletten Chipwechsel. Wer beim Pixel 11 also auf einen radikalen Effizienzsprung gehofft hatte, dürfte etwas enttäuscht sein. Wer schlicht ein rundes, zuverlässiges Upgrade sucht, bekommt mit den genannten 25 bis 50 Prozent trotzdem spürbar mehr Tempo.
Tensor G6 im Vergleich zur Konkurrenz
| Chip | Hersteller | Fertigungsprozess | Verbaut in |
|---|---|---|---|
| Google Tensor G6 | TSMC | 3 nm (verbessert) | Pixel 11 Serie |
| Google Tensor G5 | TSMC | 3 nm | Pixel 10 Serie |
| Samsung Exynos 2600 | Samsung Foundry | 2 nm | Galaxy S26 (ausgewählte Märkte) |
| Apple A20 (erwartet) | TSMC | 2 nm (geplant) | iPhone 18 Pro |
Samsung ist mit dem Exynos 2600 aktuell also tatsächlich der erste Hersteller im Smartphone-Bereich mit einem kommerziell verbauten 2-nm-Chip, während Apple und Google mit ihren nächsten Generationen erst nachziehen. Qualcomm hat bislang ebenfalls keinen 2-nm-Snapdragon vorgestellt.
Welche Pixel-11-Modelle den Tensor G6 bekommen
Der Tensor G6 steckt in der kompletten aktuellen Pixel-11-Reihe: im regulären Pixel 11, im Pixel 11 Pro, im Pixel 11 Pro XL und im faltbaren Pixel 11 Pro Fold. Auch das für 2027 erwartete günstigere Pixel 11a soll laut aktuellen Leaks denselben Chip erhalten. Wer parallel noch die passende Smartwatch sucht: Auch die neue Pixel Watch 5 hat Google beim selben Event vorgestellt.
Warum die Klarstellung ausgerechnet aus Taiwan kommt
Peng Yu-chuns Aussage fiel nicht zufällig bei einem Termin in Taiwan. Für Google ist das Land mittlerweile das größte Hardware- und KI-Infrastruktur-Entwicklungszentrum außerhalb der USA, unter anderem, weil TSMC als wichtigster Fertigungspartner dort seinen Hauptsitz hat. Direkte Nachfragen taiwanischer Medien zu Google-Chips landen entsprechend häufig bei ranghohen Google-Vertretern vor Ort, noch bevor sich US-Medien offiziell äußern.
Fazit
Der Tensor G6 bleibt technisch gesehen näher am Vorgänger, als es die Gerüchteküche der letzten Monate vermuten ließ. Für Nutzer dürfte das am Ende zweitrangig sein: Was zählt, sind die von Google versprochenen 25 Prozent schnelleres Browsing, 50 Prozent mehr TPU-Leistung und die neue ISP-Generation für Kamera und Nachtaufnahmen. Ob sich diese Zahlen im Alltag bestätigen, zeigt sich erst in ausführlichen Tests der einzelnen Pixel-11-Modelle. Fest steht schon jetzt: Wer einen 2-nm-Chip als Kaufargument für das Pixel 11 im Kopf hatte, sollte diese Erwartung korrigieren.
Quellen: CNA
