Es ist das Ende einer Ära: Tesla hat die Produktion des Model S und des Model X offiziell eingestellt. CEO Elon Musk bestätigte auf seiner Plattform X, dass individuelle Bestellungen nicht mehr möglich sind – weltweit sind nur noch knapp 600 Fahrzeuge als Lagerbestand verfügbar. Für alle, die schon lange mit dem Gedanken gespielt haben, eines der Tesla-Flaggschiffe zu kaufen, ist jetzt wirklich die letzte Chance.
Von der Revolution zum Auslaufmodell: Die Geschichte von Model S und Model X
Das Tesla Model S kam 2012 auf den Markt und war Teslas erstes Elektroauto, das in wirklich großem Maßstab produziert wurde. Mit einer Reichweite, die damals alle anderen E-Autos in den Schatten stellte, bewies es: Elektrofahrzeuge müssen keine Kompromisse sein. 2015 und 2016 war das Model S sogar das meistverkaufte Elektroauto weltweit, und 2015 allein wurden über 50.000 Einheiten ausgeliefert. Drei Jahre nach dem Model S folgte das Model X – ein großes SUV mit drei Sitzreihen und den ikonischen Falcon-Wing-Türen, die sich nach oben öffnen. Zusammen brachten es beide Modelle auf über 610.000 Auslieferungen in ihrer Laufzeit.
Doch der Ruhm verblasste zunehmend. Während Konkurrenten wie Mercedes, BMW, Porsche und Lucid massiv in neue Luxus-Elektroautos investierten, bekamen Model S und Model X nur minimale Updates. Teslas Fokus verschob sich klar in Richtung der Volumenmodelle Model 3 und Model Y. Im Jahr 2025 machten Model S und Model X zusammen mit Cybertruck und Tesla Semi gerade einmal 50.850 Auslieferungen aus – bei einer Produktionskapazität von 100.000 Einheiten jährlich allein für die Oberklasse-Modelle. Zum Vergleich: Model 3 und Model Y kamen im selben Jahr auf rund 1,6 Millionen Einheiten. Ein Juni-2025-Facelift mit neuen Lackfarben, einer Frontkamera und einer Reichweitenverbesserung sowie einer Preiserhöhung von 5.000 US-Dollar konnte den Abwärtstrend nicht stoppen.
In Deutschland war das Aus bereits früh spürbar: Wie wir bereits im Sommer 2025 berichteten, wurden Model S und Model X hierzulande aus dem Konfigurator gestrichen – im ersten Halbjahr 2025 wurden jeweils weniger als 60 Neuzulassungen pro Modell verzeichnet.
Elon Musk verkündet das offizielle Produktionsende
Bereits bei der Q4-2025-Analystenkonferenz im Januar hatte Musk das Produktionsende für Q2 2026 angekündigt und von einer „ehrenhaften Entlassung“ gesprochen. Anfang April folgte nun die offizielle Bestätigung via X: „Sonderbestellungen für das Tesla Model S und X sind nun abgeschlossen. Es sind nur noch einige wenige Fahrzeuge auf Lager. Wir werden eine offizielle Feier veranstalten, um das Ende einer Ära zu begehen. Ich liebe diese Autos.“ Dazu postete Musk ein Foto von sich beim Produktionsstart des Model S vor 14 Jahren.
Tesla hatte bereits am 27. März 2026 eine E-Mail an US-Kunden verschickt, in der das Produktionsende angekündigt wurde. Darin heißt es sinngemäß, die beiden Modelle hätten den Weg in eine elektrische Zukunft geebnet – und nun mache man Platz für eine autonome Zukunft.
Fremont-Werk wird für Optimus-Roboter umgebaut
Die freiwerdenden Produktionskapazitäten im Tesla-Stammwerk in Fremont, Kalifornien, sollen künftig für den humanoiden Roboter Optimus genutzt werden. Musk hat als Ziel ausgegeben, dort perspektivisch eine Million Optimus-Einheiten pro Jahr zu produzieren – wenngleich er selbst betont, dass der Hochlauf aufgrund der neu aufzubauenden Lieferketten langsamer verlaufen wird als üblich. Parallel dazu soll die Fertigung des Robotaxi-Fahrzeugs Cybercab ohne Lenkrad und Pedale aufgenommen werden. Tesla wandelt sich damit konsequent von einem klassischen Automobilhersteller zu einem Unternehmen, das auf Autonomie und Robotik setzt. Wie wir bereits berichtet haben, verfolgt Tesla mit dem Optimus-Roboter äußerst ambitionierte Ziele.
Was bleibt für Käufer der letzten Restbestände?
Wer noch ein neues Model S oder Model X ergattern möchte, muss schnell sein – und in die USA schauen. In Europa und Kanada gibt es laut aktuellen Bestandsdaten keine Neufahrzeuge mehr. In den USA sind derzeit noch rund 295 Model S und 301 Model X verfügbar, hauptsächlich als vorkonfigurierte Lagerfahrzeuge. Tesla bietet für diese Restbestände attraktive Extras: lebenslange Premium-Konnektivität inklusive Satellitenkarten und Videostreaming sowie kostenloses DC-Schnellladen an den Superchargern. Preisrabatte von umgerechnet rund 1.500 bis über 7.000 US-Dollar sind je nach Standort und Fahrzeug möglich.
Für bestehende Besitzer gibt es gute Nachrichten: Tesla hat zugesichert, den technischen Support für Model S und Model X über die gesamte Fahrzeuglebensdauer aufrechtzuerhalten.
Fazit: Das Ende von Tesla Model S und Model X
Mit der Einstellung des Tesla Model S und Model X geht eine Ära zu Ende. Die beiden Modelle haben bewiesen, dass Elektroautos nicht langweilig, langsam oder reichweitenschwach sein müssen – und damit die gesamte Branche verändert. Dass Tesla jetzt die Produktion des Model S und Model X einstellt, ist die logische Konsequenz aus sinkenden Verkaufszahlen und dem strategischen Schwenk in Richtung Autonomie und Robotik. Was als nächstes aus Fremont kommt, wird zeigen, ob Elon Musks große Wette auf Optimus und Robotaxis aufgeht. Wir werden es auf basic-tutorials.de weiter verfolgen. Auch die Verkaufszahlen von Tesla in Europa werden dabei ein wichtiger Indikator sein.