Thunderbird 157.0: Diese Fehlerbehebungen bringt das neue Update

Philipp Briel
Philipp Briel · 4 Min. Lesezeit
Mozilla Thunderbird
Bild: Mozilla

Mozilla hat Thunderbird 157.0 veröffentlicht. Das Update bringt zwar keine große Oberflächen-Überarbeitung, dafür aber jede Menge Detailarbeit: Mehrere hartnäckige Bugs rund um IMAP, OAuth2 und die Statusleiste sind behoben, dazu kommen zwei neue Richtlinien für Admins sowie Sicherheitskorrekturen. Parallel erscheinen die ESR-Versionen 153.4.0 und 140.17.0.

Kurz zusammengefasst:

  • Thunderbird 157.0 ist seit dem 30. September 2026 über die integrierte Update-Funktion verfügbar.
  • Neu: zwei Enterprise-Richtlinien (DisableChat, DisableFileLink) sowie optionales Port-Feld bei manueller IMAP/POP-Einrichtung.
  • Behoben: CPU-Last-Bug in der Statusleiste, falsche Absenderanzeige, nicht gespeicherte gesendete IMAP-Mails, Gmail-OAuth2-Anmeldeprobleme unter Windows und einiges mehr.
  • Parallel dazu: Sicherheitsupdates für die ESR-Zweige 153.4.0 und 140.17.0 (letztere ist die letzte Version dieser Reihe).

Die wichtigsten Neuerungen in Thunderbird 157.0

Statt eines großen Feature-Updates liefert Mozilla mit Version 157.0 vor allem Feinschliff. Zwei neue Enterprise-Richtlinien richten sich an Admins, die Thunderbird in Unternehmen oder Behörden ausrollen: Mit DisableChat lässt sich die Chat-Funktion komplett deaktivieren, DisableFileLink blendet die FileLink-Funktion für den Versand großer Anhänge aus.

Für Privatanwender dürfte eine andere Änderung interessanter sein: Bei der manuellen Einrichtung eines IMAP- oder POP-Kontos ist das Eingabefeld für den Port jetzt optional, Thunderbird ermittelt ihn bei Bedarf selbst. Wer OpenPGP nutzt, profitiert zudem davon, dass externe Inhalte in verschlüsselten Nachrichten mit Integritätsschutz nun angezeigt werden können, ohne die Sicherheit der Verschlüsselung zu untergraben.

Unter der Haube hat Mozilla außerdem die RNP-Kommandozeilen-Tools entfernt und das integrierte Add-on „Thundermail“ auf Version 2.0.16 aktualisiert.

Diese Bugs wurden in Thunderbird 157.0 behoben

Der Großteil des Updates besteht aus Bugfixes: Rund 20 teils länger bekannte Probleme hat Mozilla ausgeräumt. Dazu zählen unter anderem:

  • Statusleiste: Ein Bug, der zu dauerhaft hoher CPU-Auslastung führte, ist behoben.
  • Nachrichtenliste: Falsche Absenderanzeigen werden korrekt dargestellt.
  • IMAP: Gesendete E-Mails wurden teils nicht gespeichert, und das Programm blieb manchmal beim Warten auf die Server-Begrüßung hängen. Beides läuft jetzt zuverlässig.
  • Gmail/OAuth2: Anmeldeprobleme unter Windows, die zeitweise zu fehlgeschlagenen Logins führten, sind gelöst.
  • OpenPGP: Fehler bei der Schlüsselsuche und eine fälschliche Ablehnung von RSA-Schlüsseln wurden korrigiert.
  • Kalender: Wiederkehrende Termine, die über das eigentliche Enddatum hinaus angezeigt wurden, sowie CalDAV-Synchronisationsprobleme sind behoben.
  • Quick Filter: Das Tastaturkürzel für die Schnellfilterleiste funktioniert wieder wie vorgesehen.

Wer Thunderbird zusammen mit dem Google Kalender über Lightning nutzt, sollte laut Nutzerberichten nach dem Update kurz prüfen, ob die Kalender-Erweiterung weiterhin sauber synchronisiert. Vereinzelt gab es nämlich Meldungen zu Problemen mit der „Provider für Google Kalender“-Erweiterung.

Sicherheitsupdates und ESR-Versionen

Gemeinsam mit Thunderbird 157.0 hat Mozilla auch die beiden ESR-Zweige (Extended Support Release) aktualisiert: 153.4.0 ESR und 140.17.0 ESR. Letztere ist zugleich die letzte Version dieser Reihe, da der Support dafür nun ausläuft. Alle drei Versionen enthalten sicherheitsrelevante Korrekturen, deren Details Mozilla auf seiner Sicherheitsseite veröffentlicht. Konkrete CVEs waren zum Zeitpunkt der Veröffentlichung noch nicht im Detail dokumentiert.

Wer aus Kompatibilitätsgründen lieber bei einer ESR-Version bleibt statt dem schnelleren Rapid-Release-Zweig zu folgen, bekommt mit 153.4.0 ESR also ebenfalls alle wichtigen Fixes mit, nur eben ohne die neuen Enterprise-Richtlinien, die zunächst dem aktuellen Zweig vorbehalten bleiben.

Update installieren: So kommt Thunderbird 157.0 auf den Rechner

Das Update wird wie üblich schrittweise über die integrierte Update-Funktion verteilt. Ein Blick unter Hilfe → Über Thunderbird reicht, um die Prüfung manuell anzustoßen. Wer nicht warten möchte, lädt die aktuelle Version direkt von der offiziellen Thunderbird-Seite herunter. Vorausgesetzt werden Windows 10 oder neuer, macOS 10.15 oder neuer sowie unter Linux ein System mit GTK+ 3.14 oder höher.

Für alle, die E-Mail-Konten neu einrichten oder sich grundsätzlich nach Alternativen umsehen, lohnt sich zudem ein Blick auf unseren Vergleich der besten kostenlosen E-Mail-Anbieter. Wer Thunderbird vor allem unterwegs nutzen will, findet in unserer Übersicht der besten E-Mail-Apps für Android passende mobile Ergänzungen.

Fazit

Thunderbird 157.0 ist kein Update, das große Schlagzeilen macht, aber genau deshalb für den Alltag relevant: Mozilla räumt mit diesem Release spürbar auf und behebt eine ganze Reihe von Bugs, die IMAP-, OAuth2- und Kalendernutzern zuletzt Probleme bereitet haben. In Kombination mit den Sicherheitskorrekturen der ESR-Zweige ist ein zeitnahes Update auf jeden Fall empfehlenswert.

Quellen: Thunderbird.net (offizielle Release-Infos)