Tidal Preiserhöhung 2026: Einzelabo kostet ab August 12,99 Euro

Philipp Briel
Philipp Briel · 5 Min. Lesezeit
Tidal HiFi

Tidal dreht an der Preisschraube: Ab dem 3. August 2026 steigt das Einzelabo in Europa von 10,99 auf 12,99 Euro pro Monat, das Familienabo klettert von 16,99 auf 21,99 Euro. Es ist die erste Preiserhöhung des Musik-Streamingdienstes seit rund drei Jahren. Betroffen sind alle Bestandskunden, die direkt bei Tidal abgeschlossen haben. Bezahlt wird der neue Preis automatisch ab der ersten Abbuchung am oder nach dem Stichtag.

Das Wichtigste in Kürze

  • Neuer Preis ab 3. August 2026, berechnet zur ersten Abbuchung an oder nach diesem Datum.
  • Einzelabo (Individual): 10,99 € → 12,99 € (+2 €).
  • Familienabo (bis 6 Nutzer): 16,99 € → 21,99 € (+5 €).
  • Die DJ-Extension bleibt bei 9 Euro, der Studententarif war nicht Teil der Ankündigung.
  • Wer nicht mehr zahlen will, muss vor der nächsten Abbuchung kündigen. Sonst verlängert sich das Abo automatisch zum neuen Preis.

Die neuen Tidal-Preise ab August 2026 im Überblick

Tidal informiert seine Kundschaft derzeit per E-Mail über die höheren Kosten. Die neuen monatlichen Preise für Europa sehen so aus:

Abo-Modell Bisher Ab 3. August 2026 Aufschlag
Individual (Einzelabo) 10,99 € 12,99 € +2,00 €
Family (bis 6 Nutzer) 16,99 € 21,99 € +5,00 €
DJ-Extension (Add-on) 9,00 € 9,00 € unverändert
Neue Tidal-Preise in Europa. Quelle: Tidal-Support, Stand Juli 2026.

Das Familienabo trifft der Aufschlag mit fünf Euro pro Monat deutlich härter als das Einzelabo. Der Studententarif (bislang 5,49 Euro) taucht in der Ankündigung nicht auf und bleibt vorerst offenbar unangetastet. Für den DJ-Zusatz, der sich an Nutzer mit kompatibler DJ-Hard- und -Software richtet, ändert sich ebenfalls nichts.

Zur Einordnung: In den USA steigt der Individual-Tarif laut Tidals Preisseite auf 11,99 US-Dollar, nicht auf 12,99 US-Dollar, wie in einzelnen Berichten zu lesen war. Die europäischen Euro-Preise sind davon unabhängig und liegen bei den oben genannten Werten. Die offizielle Begründung liefert Tidal im Support-Bereich.

Warum wird Tidal teurer?

Tidal begründet den Schritt damit, weiterhin in die Vergütung von Künstlern und Rechteinhabern zu investieren und neue Funktionen sowie die hohe Klangqualität finanzieren zu können. Der Dienst gehört zum Block-Konzern (früher Square) von Jack Dorsey und positioniert sich seit Jahren als der Anbieter mit vergleichsweise hohen Ausschüttungen und einem Fokus auf unabhängige Musikschaffende.

Ob die zusätzlichen Einnahmen tatsächlich bei den Künstlern landen oder vor allem die Bilanz aufhübschen, lässt sich von außen kaum überprüfen. Fakt ist: Tidal reiht sich damit in einen Trend ein, der die gesamte Branche erfasst hat. Erst 2024 hatte der Dienst seine Tarife noch vereinfacht und die teure HiFi-Plus-Stufe abgeschafft. Wie das damals ablief, haben wir in unserem Bericht zur großen Tidal-Abo-Umstellung 2024 festgehalten.

Tidal im Preisvergleich: Spotify, Apple Music und Co.

Mit 12,99 Euro zieht Tidal preislich mit Spotify Premium gleich und liegt über mehreren Konkurrenten, die verlustfreies Streaming inzwischen ohne Aufpreis anbieten. Genau das war lange Tidals Trumpf: HiFi zum Preis eines normalen Abos. Dieser Vorsprung schmilzt jetzt.

Dienst Einzelabo / Monat Verlustfrei (Lossless/HiRes)
Tidal (ab 3.8.2026) 12,99 € Ja (HiRes FLAC, Dolby Atmos)
Spotify Premium 12,99 € Nein (nur angekündigt)
Apple Music 10,99 € Ja (Lossless + HiRes)
Amazon Music Unlimited 10,99 € (9,99 € mit Prime) Ja
Deezer 11,99 € Ja (Lossless)
Preisvergleich der großen Musik-Streamingdienste, Stand Juli 2026 (Einzelabo, Anbieterangaben, ohne Aktionen).

Apple Music und Amazon Music sind mit 10,99 Euro nach der Erhöhung spürbar günstiger und bieten ebenfalls verlustfreie Qualität. Deezer liegt mit 11,99 Euro dazwischen. Spotify ist zwar gleich teuer, hat sein seit Jahren versprochenes HiFi-Angebot aber bis heute nicht flächendeckend ausgerollt. Wer sich am Preissprung stört, findet also durchaus Alternativen. Übrigens war Tidal nicht der erste Dienst, der 2025 an der Preisschraube gedreht hat: Auch die Spotify-Preiserhöhung 2025 hatte für Diskussionen gesorgt.

Was du als Tidal-Nutzer jetzt tun kannst

Aktiv werden musst du nur, wenn du den neuen Preis nicht zahlen willst. Drei Optionen hast du:

  • Nichts tun: Dein Abo läuft ab der ersten Abbuchung am oder nach dem 3. August automatisch zum neuen Preis weiter.
  • Kündigen: Wer aussteigen möchte, kündigt vor dem nächsten Abrechnungsdatum unter account.tidal.com. Der Zugang bleibt bis zum Ende des laufenden Zeitraums bestehen.
  • Wechseln oder teilen: Ein Familienabo senkt den Preis pro Kopf deutlich. Wie man sich ein solches Abo günstig teilt, zeigt unser GamsGo-Test.

Läuft dein Abo über Apple oder Google, informiert dich die jeweilige Plattform gesondert, sobald die Preisänderung für deinen Tarif greift.

FAQ zur Tidal Preiserhöhung

Ab wann gelten die neuen Tidal-Preise?
Die neuen Preise gelten ab dem 3. August 2026. Berechnet wird der höhere Betrag erstmals mit der Abbuchung an oder nach diesem Datum. Bis dahin zahlst du deinen bisherigen Preis.

Wie viel kostet Tidal ab August 2026?
Das Einzelabo (Individual) kostet 12,99 Euro statt 10,99 Euro, das Familienabo 21,99 Euro statt 16,99 Euro. Die DJ-Extension bleibt bei 9 Euro pro Monat.

Muss ich als Tidal-Abonnent etwas tun?
Nein. Wenn du nichts unternimmst, läuft dein Abo automatisch zum neuen Preis weiter. Aktiv werden musst du nur, wenn du kündigen oder wechseln willst.

Kann ich mein Tidal-Abo kündigen?
Ja. Du kannst dein Abo vor der nächsten Abbuchung unter account.tidal.com kündigen. Der Zugang bleibt bis zum Ende des aktuellen Abrechnungszeitraums erhalten.

Ist Tidal jetzt teurer als Spotify oder Apple Music?
Mit 12,99 Euro ist Tidal genauso teuer wie Spotify Premium, aber teurer als Apple Music und Amazon Music Unlimited (je 10,99 Euro) sowie Deezer (11,99 Euro).

Steigt auch der Preis für die DJ-Extension?
Nein. Der Aufpreis für die Tidal DJ-Extension ist von der Preiserhöhung nicht betroffen und bleibt bei 9 Euro monatlich.

Fazit: Lohnt sich Tidal nach der Preiserhöhung noch?

Die Tidal Preiserhöhung tut weniger weh als der Blick auf die Konkurrenz. Zwei Euro mehr im Monat sind verkraftbar, und beim Familienabo relativiert sich der Fünf-Euro-Sprung, wenn man ihn durch sechs teilt. Das eigentliche Problem: Tidal verliert seinen wichtigsten Vorteil, nämlich HiFi-Klang zum Kampfpreis. Wer verlustfreie Musik will, bekommt sie bei Apple Music oder Amazon Music inzwischen zwei Euro günstiger.

Für audiophile Hörer mit guter Anlage bleibt Tidal trotzdem eine starke Wahl, gerade wegen HiRes FLAC, Dolby Atmos und der Künstler-freundlichen Ausrichtung. Für alle anderen lohnt sich ab August ein ehrlicher Preisvergleich. Die gute Nachricht: Bis zum 3. August bleibt genug Zeit, in Ruhe zu entscheiden.