Ubisoft Connect auf Steam: Launcher-Pflicht fällt, Prince of Persia macht den Anfang

Philipp Briel
Philipp Briel · 4 Min. Lesezeit

Ubisoft testet auf Steam ein neues Tool namens Ubisoft Connect Services, das den separaten Ubisoft-Connect-Launcher überflüssig machen soll. Den Anfang macht Prince of Persia: The Lost Crown, das seit dem 10. September 2026 auch ohne die zusätzliche Launcher-Software läuft. Cross-Progression und weitere Ubisoft-Funktionen bleiben dabei erhalten.

Kurz zusammengefasst:

  • Ubisoft rollt mit „Ubisoft Connect Services“ ein neues Steam-Tool aus, das den klassischen Ubisoft-Connect-Launcher ersetzt.
  • Prince of Persia: The Lost Crown ist der erste Testkandidat, weitere Ubisoft-Spiele auf Steam sollen folgen.
  • Spieler müssen die Launcher-Software nicht mehr separat installieren oder starten, ein Ubisoft-Account bleibt aber notwendig.
  • Cross-Progression, Crossplay sowie Challenges und Rewards funktionieren weiterhin.

Ubisoft Connect Services: Was sich für Steam-Spieler konkret ändert

Bislang mussten Ubisoft-Titel auf Steam immer den Umweg über den hauseigenen Launcher nehmen: Spiel in Steam starten, warten, bis sich Ubisoft Connect öffnet, dort einloggen, erst dann ging es los. Mit Ubisoft Connect Services fällt dieser Zwischenschritt weg. Laut der offiziellen Ankündigung in den Steam-Patch-Notes behält das neue Tool die bekannten Funktionen bei, „ohne dass der Ubisoft Connect PC Launcher installiert oder gestartet werden muss“.

Technisch bedeutet das: Steam übernimmt den Start des Spiels direkt, die Verbindung zum Ubisoft-Konto läuft im Hintergrund. Wer Wert auf Cross-Progression zwischen PC, Konsole und Cloud legt, verknüpft sein Steam-Konto weiterhin mit dem Ubisoft-Account. Ob diese Verknüpfung Pflicht bleibt oder Spieler das Spiel auch komplett ohne Ubisoft-Login starten können, hat Ubisoft bisher nicht im Detail erklärt.

Prince of Persia: The Lost Crown als erster Testkandidat

Dass ausgerechnet das 2024 erschienene Metroidvania Prince of Persia: The Lost Crown den Anfang macht, dürfte kein Zufall sein: Das Spiel bekommt ohnehin noch regelmäßig Updates, und Ubisoft kann die neue Technik hier in überschaubarem Rahmen testen. In der Ankündigung heißt es, man wolle das System schrittweise weiterentwickeln und künftig auf weitere Ubisoft-Spiele bei Steam ausrollen. Welche Titel als Nächstes an der Reihe sind, blieb offen, dieselbe Lösung dürfte sich aber auch für ältere Spiele eignen, die noch aktiv gepflegt werden.

Die wichtigsten Fakten im Überblick

Punkt Details
Neues Tool Ubisoft Connect Services (Steam-Integration)
Erstes Spiel Prince of Persia: The Lost Crown
Ankündigung 10. September 2026, via Steam-Patch-Notes
Entfällt Separate Installation/Start von Ubisoft Connect
Bleibt erhalten Cross-Progression, Crossplay, Challenges & Rewards
Weitere Spiele Laut Ubisoft geplant, noch ohne konkrete Titel

Warum das für viele PC-Spieler eine gute Nachricht ist

Doppelte Launcher gehören zu den Dauerärgernissen der PC-Gaming-Community. Jede zusätzliche Software bedeutet einen weiteren Account, weitere Updates und eine weitere mögliche Fehlerquelle beim Start. Ubisoft hat sich in den vergangenen Jahren gerade wegen seiner strikten Launcher-Pflicht einen eher schlechten Ruf erarbeitet, auch bei älteren Titeln kam es damit immer wieder zu Startproblemen. Andere große Publisher wie EA oder Rockstar Games sind in dieser Hinsicht längst einen ähnlichen Weg gegangen und lassen sich stärker in Steam einbinden, ohne bei jedem Start ein separates Fenster aufzumachen.

Der Schritt reiht sich damit in eine größere Entwicklung ein, die vor allem von Valve vorangetrieben wird: Steam soll für Spieler die zentrale Anlaufstelle bleiben, ob am Desktop-PC oder unterwegs mit dem Steam Deck oder einer der zahlreichen Alternativen. Auch Valves eigene Hardware-Pläne, etwa die kommende Steam Machine fürs Wohnzimmer, setzen auf möglichst wenig Reibung zwischen Kauf und Spielstart. Ein Publisher-Launcher, der sich bei jedem Start dazwischenschaltet, passt schlecht in dieses Bild.

Was noch unklar ist

Ganz verschwindet Ubisoft Connect damit nicht. Wer weiterhin über die Ubisoft-eigene PC-App spielen möchte, etwa außerhalb von Steam oder für Spiele, die noch nicht auf das neue System umgestellt wurden, kann das weiterhin tun. Auch ist bislang nicht bekannt, ob Ubisoft plant, ältere oder besonders launcher-lastige Titel wie Watch_Dogs 2 oder Assassin’s Creed Unity in absehbarer Zeit ebenfalls umzustellen. Da es sich laut Ubisoft ausdrücklich um einen Test handelt, kann sich an Details wie der Kontoverknüpfung noch etwas ändern, bevor das Tool auf breiter Front ausgerollt wird.

Fazit

Mit Ubisoft Connect Services macht Ubisoft einen Schritt, den viele Steam-Spieler seit Jahren fordern: weniger Software, weniger Logins, ein direkterer Weg ins Spiel. Für Besitzer von Prince of Persia: The Lost Crown ändert sich das ab sofort, ohne dass sie etwas dafür tun müssen. Ob und wie schnell weitere Ubisoft-Spiele auf Steam folgen, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.

Quellen: Steam-Patch-Notes (Ubisoft), Windows Central