VivaTech 2026: Samsung macht Samsung Health zur Brücke zwischen Alltag und Arztpraxis

Philipp Briel
Philipp Briel · 5 Min. Lesezeit
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Bild: Samsung

Auf der VivaTech 2026 in Paris stellt Samsung sein Connected-Care-Konzept in den Mittelpunkt: Samsung Health soll künftig nicht mehr nur Schritte und Schlaf tracken, sondern Gesundheitsdaten von Galaxy-Smartphones und -Watches mit der klinischen Plattform Xealth verbinden. Damit will Samsung eine Brücke zwischen dem täglichen Wohlbefinden und der ärztlichen Versorgung schlagen. Die Messe läuft noch bis zum 20. Juni in der Paris Expo Porte de Versailles.

Das Wichtigste in Kürze

  • Samsung präsentiert auf der VivaTech 2026 unter dem Motto „Open Invitation to a Healthier Tomorrow“ seine Vision für vernetzte Digital-Health-Lösungen.
  • Im Zentrum steht Samsung Health mit fünf Bereichen: Schlaf, Bewegung, Ernährung, Wohlbefinden und Vitalparameter.
  • Über die im letzten Jahr übernommene US-Plattform Xealth sollen Galaxy-Daten künftig auch bei Ärzten landen.
  • Auch der Bespoke AI Family Hub und Partnerlösungen wie ein AI Beauty Screen sind Teil der Show.

Worum es bei Samsungs Connected-Care-Vision geht

Der Leitgedanke ist simpel: Geräte, Dienste und Partner sollen so zusammenspielen, dass man sein Fitness- und Wellnessmanagement zu Hause und unterwegs aktiv selbst in die Hand nehmen kann. Herzstück bleibt Samsung Health, die hauseigene Fitnessplattform. Sie bündelt personalisierte Funktionen in fünf Bereichen: Schlaf, Bewegung, Ernährung, Wohlbefinden und Vitalparameter.

Stephanie Choi, Executive Vice President und Leiterin des Global Brand Center bei Samsung Electronics, fasst den Anspruch so zusammen: Samsung verbinde Smartphones, Wearables, Hausgeräte und TVs im eigenen Ökosystem mit offenen Partnerschaften und wolle sich als AI-gestützter Begleiter für Fitness und Wohlbefinden etablieren.

Der Messestand teilt sich in drei Zonen auf: eine Medienfassade, die die fünf Health-Bereiche visuell aufgreift, das Connected-Care-Ecosystem als zentraler Showbereich und das Open Care Lab, in dem Partnerlösungen und Start-ups im Fokus stehen.

Vom Schrittzähler zur Arztpraxis: die Xealth-Integration

Der spannendste Teil steckt in der Connected Care Ecosystem Zone. Hier zeigt Samsung, wie Galaxy-Smartphones, Galaxy Watches und die Samsung-Health-App zusammenarbeiten, und gibt einen Ausblick auf die Pläne für eine digitale Versorgung. Dafür soll die im vergangenen Jahr übernommene US-Plattform Xealth ins Spiel kommen.

Xealth richtet sich an medizinisches Fachpersonal: Über die Plattform können Ärztinnen und Ärzte den Zustand von Patienten beurteilen, digitale Gesundheitslösungen verschreiben oder empfehlen und Gesundheitsdaten in Echtzeit verfolgen. Verbindet man nun Galaxy-Geräte mit Xealth, will Samsung eine Anwendung entwickeln, mit der klinische Teams und Patienten das Wohlbefinden gemeinsam managen – auch außerhalb des Krankenhauses. Bisher ist Xealth allerdings auf dem US-Markt aktiv, ein Start in Europa ist nicht angekündigt.

Parallel dazu hat Samsung Health mit dem 7.0-Update einige neue Funktionen bekommen, darunter einen Heart Health Score, ein erweitertes Vitals-Tracking und die Workout-Kennzahl Daily Cardio Load. Wie sich solche AI-Funktionen in der Praxis anfühlen, zeigt sich gut am Trend zur Tagesübersicht – ein Punkt, den wir auch im Test der OnePlus Watch 4 beobachtet haben, wo ein 60-Sekunden-Wellness-Overview den Morgen-Check ersetzt.

Smarter Kühlschrank und K-Beauty: die weiteren Health-Spielereien

Gesundheit hört bei Samsung nicht am Handgelenk auf. Mit dem Bespoke AI Refrigerator Family Hub zeigt das Unternehmen ein intelligentes Ernährungsmanagement. Der AI Food Manager erfasst Verfallsdaten und schickt eine Erinnerung aufs Smartphone, bevor Zutaten ablaufen. Das Widget FoodNote wertet aus, welche Lebensmittel in der vergangenen Woche gespeichert und verbraucht wurden, und liefert daraus persönliche Einblicke.

Für die Vernetzung sorgt im Hintergrund die Smart-Home-Plattform SmartThings, der Schutz der Daten läuft über Samsungs Sicherheitslösung Knox. Wer SmartThings noch nicht kennt: Auf dem Smartphone steckt die App meist schon ab Werk drauf – wie man sie und andere Samsung-Apps verwaltet, erklären wir im Ratgeber Samsung Free deaktivieren.

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Bild: Samsung

Im Open Care Lab gibt es zudem Partnerlösungen zu sehen: einen AI Beauty Screen, der gemeinsam mit dem koreanischen Kosmetikunternehmen Amorepacific entstand, den Meditations-Service Visual Meditation für Samsung TVs sowie eine AI-basierte Haut- und Kopfhautanalyse von Becon. Vor Ort können Besucher sogar einen Termin für ein personalisiertes K-Beauty-Erlebnis buchen, bei dem der AI Beauty Screen den Hautzustand analysiert.

Panel am 19. Juni: Wer über die Zukunft spricht

Am 19. Juni steht außerdem eine Podiumsdiskussion auf dem Programm. Dabei sind unter anderem Hon Pak, Leiter des Mobile-eXperience-Digital-Health-Teams bei Samsung, David Lee von Samsung Next, Xealth-CEO Mike McSherry sowie Alina Su (Generation Lab) und Michael Dubrovsky (SiPhox Health). Thema ist, wie Samsungs offener Innovationsansatz und das Partner-Ecosystem die Connected-Care-Vision voranbringen können.

Einordnung: Hardware war gestern, jetzt zählt das Ökosystem

Was Samsung in Paris zeigt, ist weniger ein einzelnes Produkt als eine Richtung. Die Wearables liefern seit Jahren solide Vitaldaten – die eigentliche Frage war immer, was danach mit ihnen passiert. Mit Xealth versucht Samsung erstmals, diese Daten an die klinische Seite anzudocken. Spannend wird, ob und wann das auch in Deutschland ankommt, denn hier sind Datenschutz und die Anbindung an das Gesundheitssystem deutlich strenger geregelt als in den USA.

Wer tiefer einsteigen will, findet die Details in der offiziellen Pressemitteilung von Samsung. Und wer eine passende Galaxy Watch sucht, um Samsung Health überhaupt erst auszureizen: Die Wurzeln der heutigen Sensorik reichen zurück bis zu Modellen wie der Galaxy Watch5.

Fazit

Mit dem VivaTech-Auftritt 2026 verschiebt Samsung den Fokus von Samsung Health weg vom reinen Tracking hin zu einem vernetzten Gesundheits-Ökosystem, das im besten Fall bis in die Arztpraxis reicht. Die Bausteine sind da – Galaxy-Geräte, die Health-App, SmartThings, Knox und mit Xealth nun auch eine klinische Plattform. Ob daraus mehr als eine schicke Messe-Vision wird, hängt vor allem davon ab, wie schnell und wie datenschutzkonform Samsung diese Teile zusammenfügt. Für alle, die ohnehin im Galaxy-Kosmos unterwegs sind, ist die Richtung aber durchaus attraktiv.