Mit watchOS 27 verlieren fünf ältere Apple-Watch-Modelle den Update-Support – der größte Einschnitt in der Geschichte der Apple Watch. Als Grund nennt Apple die gestiegenen Leistungsanforderungen, allen voran durch die neue Siri AI. Betroffen sind Series 6, 7 und 8, die SE 2 sowie die erste Apple Watch Ultra. Sie erhalten künftig nur noch Sicherheitsupdates.
Das Wichtigste in Kürze:
- Nicht mehr unterstützt: Apple Watch Series 6, 7, 8, SE (2. Gen.), Ultra (1. Gen.)
- Unterstützt: Series 9 und neuer, Ultra 2 und neuer, SE 3
- Grund laut Apple: Siri AI und neue Tipp-Geste „funktionieren am besten“ mit der Leistung neuerer Chips
- Technischer Hintergrund: erst der S9-Chip (ab Series 9) bringt eine leistungsfähige Neural Engine
- Trost: ältere Uhren bleiben nutzbar und bekommen weiter Sicherheitsupdates
Welche Apple Watch bekommt watchOS 27 – und welche nicht?
Auf der WWDC im Juni 2026 hat Apple watchOS 27 vorgestellt. Das Update bringt Apple Intelligence auf die Smartwatch, zieht bei der Kompatibilität aber eine für Apple ungewöhnlich harte Grenze. Vorausgesetzt wird mindestens eine Apple Watch Series 9, eine Apple Watch Ultra 2 oder eine Apple Watch SE der dritten Generation.
Damit fallen gleich fünf Modelle aus dem Update-Zyklus: die Apple Watch Series 6, 7 und 8, die Apple Watch SE 2 sowie die erste Apple Watch Ultra. Besonders bitter ist der Schnitt bei der ersten Ultra, die als Premium-Modell einst rund 999 Euro kostete. Effektiv streicht Apple damit drei Jahrgänge an Geräten auf einen Schlag – das gab es bei der Apple Watch so noch nie.
Apples Begründung: „Funktioniert am besten“ mit neuer Hardware
Den Grund für den Schnitt lieferte Cait Dooley, Marketing-Managerin für Apple Watch und Gesundheitsprodukte, in einem Interview mit TechRadar. Ihre Kernaussage: Die neuen Funktionen von watchOS 27, insbesondere Siri AI und die neue Tipp-Geste, „funktionieren am besten“ mit der Rechenleistung der Series 9 und neuer, der Ultra 2 und neuer sowie der SE 3. Apple lege bei jedem Software-Release Wert auf das bestmögliche Nutzererlebnis.
Wichtig zur Einordnung: Eine detaillierte technische Begründung, warum die älteren Modelle zwingend ausgeschlossen werden, bleibt Apple schuldig. Die „funktioniert am besten“-Formulierung ist die typische Apple-Sprache, lässt aber offen, ob die Hardware es schlicht nicht schafft oder ob Apple eine bewusste Grenze zieht.
Der technische Hintergrund: Es geht um die Neural Engine
Ein Blick auf die Chips stützt Apples Argument trotzdem. Die Apple Watch Series 8 und die erste Ultra nutzen den S8-Chip, dessen Neural Engine über zwei Rechenkerne verfügt – die Architektur geht auf den älteren A13 Bionic aus dem iPhone 11 zurück. Erst die Series 9 führte mit dem S9-Chip eine Neural Engine mit vier Kernen ein, die maschinelles Lernen rund doppelt so schnell verarbeitet und erstmals die lokale Siri-Verarbeitung auf der Uhr ermöglichte.
Genau diese On-Device-Sprachverarbeitung ist der Knackpunkt: Siri AI lässt KI-Modelle direkt auf dem Gerät laufen, statt alles in die Cloud auszulagern. Das fordert Rechenleistung, die den älteren Chips fehlt. David Clark, leitender WatchOS-Entwickler bei Apple, betonte, die Uhr solle ein vollwertiger Partner für Apple Intelligence werden – ein auf der Watch begonnener Siri-Dialog lasse sich nahtlos auf dem iPhone fortsetzen.
Was bedeutet das für Besitzer älterer Modelle?
Die gute Nachricht: Die betroffenen Uhren werden nicht nutzlos. Laut Apple lassen sie sich weiterhin mit iPhones koppeln, die auf der neuesten iOS-Version laufen, und erhalten auch künftig grundlegende Sicherheitsupdates. Sie funktionieren also normal weiter – nur die neuen KI-Funktionen samt Siri AI bleiben außen vor. Wer die nutzen will, kommt um ein Hardware-Upgrade nicht herum.
Wer ohnehin über einen Wechsel nachdenkt, findet bei uns die Details zur aktuellen Apple Watch Series 11 sowie zur günstigeren Apple Watch SE 3, die beide watchOS 27 unterstützen. Einen Überblick über die Neuerungen des Vorgängers liefert unser Artikel zu watchOS 26.
Einordnung: KI verkürzt die Lebensdauer
Der Fall zeigt einen größeren Trend: Je stärker KI-Funktionen zum zentralen Grund für Software-Updates werden, desto kürzer wird die effektive Lebensdauer auch hochwertiger Hardware. Eine Uhr, die einwandfrei läuft, kann künftig allein deshalb außen vor bleiben, weil ein neues Feature einen neueren Chip verlangt. Im Vergleich zu vielen Android-Smartwatches steht Apple bei der Update-Versorgung zwar weiterhin gut da – der harte Schnitt mit watchOS 27 dürfte langjährige Kunden, insbesondere Ultra-Besitzer der ersten Stunde, aber trotzdem ärgern. Die öffentliche Beta wird für Juli erwartet, der finale Release im Herbst.

