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Western Digital im KI-Zeitalter: Neue Speicherstrategien für Datenmengen von morgen

Künstliche Intelligenz verändert nicht nur Software und Rechenleistung, sondern stellt auch völlig neue Anforderungen an die Speicherinfrastruktur. Auf dem Innovation Day 2026 hat Western Digital gezeigt, wie konsequent das Unternehmen auf diesen Wandel reagiert. Mit einer klaren Roadmap, neuen HDD-Technologien und einem erweiterten Plattformansatz positioniert sich WD als zentraler Infrastrukturpartner für KI-Anwendungen. Im Fokus stehen dabei Skalierbarkeit, Wirtschaftlichkeit und Energieeffizienz – Faktoren, die im datengetriebenen Zeitalter immer stärker zusammen gedacht werden müssen.

  • Neue Speicher-Roadmap mit Fokus auf KI-Workloads
  • HDD-Kapazitäten von 40 TB heute bis 100 TB und mehr in Planung
  • Deutlich gesteigerte HDD-Performance als Alternative zu teurem Flash
  • Plattform-API für einfachere und effizientere Speicherbereitstellung

Western Digital im KI-Zeitalter: Kapazitätswachstum bis 100 TB und darüber hinaus

Mit dem rasanten Anstieg KI-generierter Daten rückt die Frage nach skalierbarer Speicherkapazität in den Mittelpunkt. Western Digital verfolgt hier einen zweigleisigen Technologieansatz aus ePMR und HAMR, der sowohl kurzfristige als auch langfristige Anforderungen adressiert. Aktuell qualifizieren zwei Hyperscale-Kunden UltraSMR-ePMR-Festplatten mit einer Kapazität von 40 TB – ein Branchenrekord. Die Serienproduktion in größeren Stückzahlen ist für die zweite Jahreshälfte 2026 vorgesehen.

Parallel dazu befinden sich HAMR-basierte HDDs ebenfalls in der Kundenqualifizierung. Diese Technologie soll ab 2027 hochskaliert werden und bildet die Grundlage für einen Kapazitätssprung auf bis zu 100 TB bis zum Jahr 2029. Besonders bemerkenswert ist, dass WD plant, ePMR mithilfe von HAMR-Innovationen auf bis zu 60 TB zu erweitern, ohne den Energieverbrauch zu erhöhen. Beide Technologien basieren auf einer gemeinsamen Architektur, was die Fertigung vereinfacht und Kunden einen reibungslosen Übergang ermöglicht.

Für Betreiber großer Rechenzentren bedeutet dieser Ansatz vor allem Planungssicherheit. Kapazitäten lassen sich schrittweise ausbauen, ohne bestehende Infrastruktur grundlegend anpassen zu müssen. Ein erzwungener Technologiewechsel entfällt, während die Skalierungsgeschwindigkeit mit steigender Datennachfrage zunimmt. Damit adressiert Western Digital eines der zentralen Probleme moderner KI-Infrastrukturen: stetiges Wachstum bei kontrollierbaren Kosten.

Mehr Leistung, weniger Energie: Neue HDD-Architekturen für KI-Workloads

Neben reiner Kapazität gewinnt auch die Leistungsfähigkeit von HDDs im KI-Kontext an Bedeutung. Western Digital stellte zwei neue Technologien vor, die den Abstand zwischen klassischen Festplatten und Flash-Speicher deutlich verringern sollen. Hintergrund ist der hohe Kostenfaktor von Flash, der je nach Szenario sechs- bis zehnmal teurer ist als HDDs und zudem eine begrenzte Lebensdauer aufweist.

Die sogenannte High Bandwidth Drive Technologie ermöglicht das gleichzeitige Lesen und Schreiben über mehrere Köpfe auf unterschiedlichen Spuren. Dadurch lässt sich die Datenbandbreite im Vergleich zu herkömmlichen HDDs verdoppeln, perspektivisch sogar um den Faktor acht steigern – bei minimalen Mehrkosten und ohne zusätzlichen Strombedarf. Erste Systeme befinden sich bereits bei Kunden in der Validierung.

Ergänzend dazu präsentierte WD die Dual-Pivot-Technologie. Sie nutzt einen zweiten, unabhängig arbeitenden Aktuator innerhalb einer 3,5-Zoll-HDD und soll die sequenzielle I/O-Leistung verdoppeln, ohne Kapazität einzubüßen oder tiefgreifende Softwareanpassungen zu erfordern. In Kombination erreichen beide Ansätze eine bis zu vierfache Steigerung der sequenziellen Leistung. Damit bleibt die I/O-Leistung pro Terabyte auch bei HDDs mit 100 TB auf dem heutigen Niveau, was den Bedarf an zusätzlichen SSDs deutlich reduziert. Dual-Pivot-HDDs befinden sich aktuell im Labor und werden ab 2028 erwartet.

Energieoptimierte Speicher und Plattformstrategie als Brücke zur Hyperscale

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf energieoptimierten HDDs für sogenannte „kalte“ KI-Daten. Diese Daten werden zwar nicht permanent genutzt, müssen aber innerhalb kurzer Zeit verfügbar sein. Für Bandlaufwerke sind sie zu aktiv, für klassische Flash- oder Kapazitäts-HDDs jedoch zu teuer. Western Digital schließt diese Lücke mit speziell optimierten Festplatten, die den Stromverbrauch deutlich senken, während Zugriffszeiten unter einer Sekunde bleiben. Die Kundenqualifikation dieser Laufwerke ist ab 2027 geplant.

Darüber hinaus erweitert WD sein Plattformgeschäft. Eine neue, offene Software-Schicht mit API soll ab 2027 auch Unternehmen mit mittleren Datenvolumina den Zugang zu Hyperscale-Ökonomien ermöglichen. Speicherinnovationen lassen sich dadurch schneller einführen, Qualifizierungsrisiken sinken und bestehende Architekturen bleiben erhalten. Der Fokus liegt klar auf Vereinfachung und schnellerem Mehrwert für Kunden jenseits klassischer Hyperscaler.

Fazit

Western Digital zeigt mit seiner neuen Roadmap, wie konsequent Speichertechnologien auf die Anforderungen des KI-Zeitalters ausgerichtet werden können. Kapazitäten von bis zu 100 TB, deutlich gesteigerte HDD-Leistung, energieoptimierte Designs und ein offener Plattformansatz bilden ein schlüssiges Gesamtbild. Viele der vorgestellten Technologien befinden sich bereits in Kundenvalidierung, erste Serienprodukte folgen ab 2026. Damit setzt WD frühzeitig neue Maßstäbe für eine wirtschaftliche und skalierbare KI-Speicherinfrastruktur.

Philipp Briel

Ich bin leidenschaftlicher Gamer seit meiner frühen Kindheit und habe neben dem PC nahezu jede Spielekonsole bereits besessen. Auch Technik begeistert mich, vor allem brenne ich für Peripherie, PCs, Notebooks und Gadgets.

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