Whoop-Konkurrenz von Apple: Fitnesstracker ohne Display in Arbeit

Philipp Briel
Philipp Briel · 4 Min. Lesezeit
Garmin CIRQA
Bild: Garmin

Apple entwickelt einem Bloomberg-Bericht zufolge einen Fitnesstracker ohne Display, der es direkt mit Whoop, Fitbit Air und Garmin Cirqa (Test) aufnehmen soll. Statt Glasdisplay setzt das Gerät auf ein flexibles Stoffarmband mit integriertem Sensormodul, das auf Benachrichtigungen, App-Steuerung und alles Ablenkende verzichtet. Ein Marktstart ist frühestens 2028 realistisch, entschieden hat sich Apple intern aber offenbar noch nicht endgültig.

  • Was: Bildschirmloser Fitnesstracker mit Stoffarmband und Sensor-Modul
  • Warum: Antwort auf spezialisierte Wearables wie Whoop, Oura und Googles Fitbit Air
  • Wann: Frühestens 2028, Projekt steckt noch in früher Prototypenphase
  • Wer treibt es voran: Eddy Cue, seit Ende 2025 zuständig für Apples Health-Sparte, mit Rückendeckung von Tim Cook
  • Unsicherheit: Ob das Gerät überhaupt auf den Markt kommt, ist laut Bloomberg noch offen

Fitnesstracker ohne Display: Das plant Apple konkret

Im Zentrum des Berichts steht ein Gerät, das bewusst mit dem Konzept der Apple Watch bricht. Statt eines Glasdisplays mit Apps, Nachrichten und Mediensteuerung soll ein einfaches Stoffarmband zum Einsatz kommen, an dem ein kleines Rechenmodul mit Sensoren befestigt ist. Die Sensorik ähnelt dabei technisch der Apple Watch und erfasst unter anderem Herzfrequenz und weitere biometrische Werte kontinuierlich im Hintergrund.

Der Verzicht auf Bildschirm und Benachrichtigungen ist kein technisches Detail, sondern das eigentliche Verkaufsargument: Wearables wie Whoop oder der Oura Ring punkten gerade damit, dass sie den Nutzer nicht ständig mit Pop-ups bombardieren, sondern im Hintergrund Daten sammeln, die erst später in einer App ausgewertet werden.

Warum jetzt? Apples Antwort auf Whoop, Oura und Fitbit Air

Dass Apple ausgerechnet jetzt in diese Richtung denkt, hat einen klaren Auslöser: den kommerziellen Erfolg fokussierter Konkurrenten. Whoop wird nach eigenen Finanzierungsrunden mittlerweile mit rund 8,7 Milliarden Euro bewertet, der Oura Ring soll laut Berichten über 3,6 Millionen Einheiten verkauft haben und wuchs zuletzt um rund 74 Prozent im Jahresvergleich. Auch Google mischt mit dem bildschirmlosen Fitbit Air mittlerweile in diesem Segment mit.

Innerhalb von Apple soll Eddy Cue, der seit dem Abgang von Jeff Williams im Oktober 2025 auch die Gesundheitsteams verantwortet, gezielt auf einfachere Wearable-Interfaces drängen, die sich stärker auf Fitness statt auf Alltagsfunktionen konzentrieren. Das Projekt läuft laut Bloomberg aktuell noch als „Technology Investigation“, also als frühe Machbarkeitsprüfung und nicht als fertig geplantes Produkt.

Zeitplan: Warum ein Start vor 2028 unwahrscheinlich ist

Selbst wenn sich Apple intern für das Projekt entscheidet, dürfte es nicht schnell gehen. Bloomberg zufolge befindet sich das Vorhaben noch in einer frühen Prototypenphase, ein Marktstart wird frühestens für 2028 für möglich gehalten. Apple priorisiert intern zudem andere Hardware-Projekte wie Smart Glasses und AirPods mit Kamerafunktion höher, was dem Fitnesstracker-Projekt zusätzlich Zeit kosten dürfte.

Parallel dazu bleibt die Apple Watch als Hauptprodukt nicht stehen: Für 2027 soll laut Berichten ein größeres Redesign anstehen, das erste seit Jahren mit inkrementellen Updates. Ein bildschirmloser Tracker wäre damit kein Ersatz für die Smartwatch, sondern eine zusätzliche, schlankere Produktlinie daneben.

Was das für Apple-Watch- und Health-Nutzer bedeutet

Für aktuelle Apple-Nutzer ändert sich vorerst nichts: Wer heute eine Apple Watch trägt, bekommt mit iOS 27.2 ohnehin zunächst nur ein überarbeitetes, nutzerfreundlicheres Health-App-Interface. Der bildschirmlose Tracker richtet sich klar an eine andere Zielgruppe: Menschen, die primär an Schlaf-, Erholungs- und Trainingsdaten interessiert sind und genau deshalb bislang zu Whoop oder Oura statt zur Apple Watch gegriffen haben.

Ob und wie ein solches Gerät später mit der bestehenden Health-App und dem Apple-Ökosystem zusammenspielt, ist laut den bisherigen Berichten noch nicht bekannt. Zu Preis, Akkulaufzeit oder konkretem Funktionsumfang gibt es aktuell keine belastbaren Angaben.

Fazit

Der geplante Apple-Fitnesstracker ohne Display zeigt, dass selbst der größte Smartwatch-Hersteller der Welt den Erfolg spezialisierter Anbieter wie Whoop und Oura ernst nimmt. Ob aus der aktuellen Prototypenphase tatsächlich ein Produkt wird, ist aber offen: Ein Start ist frühestens 2028 denkbar, und Apple hat sich intern noch nicht final festgelegt. Bis dahin bleibt die Apple Watch das zentrale Wearable im Apple-Ökosystem.

Quellen: Bloomberg