Xbox Elite Controller 3 geleakt: Prototyp mit eingebautem Display sorgt für Aufsehen

Philipp Briel
Philipp Briel · 5 Min. Lesezeit
ASUS ROG Raikiri II
ASUS ROG Raikiri II und Xbox Elite Wireless 2 Controller Core Edition

Ein Xbox-Fan hat auf dem US-Flohmarkt-Portal OfferUp für 200 Dollar einen Prototyp des Xbox Elite Controller 3 ergattert und die Fotos auf Reddit veröffentlicht, die allerdings mittlerweile bereits wieder gelöscht wurden. Das Modell zeigt ein bislang unbekanntes Feature: ein kleines Display direkt am Gehäuse. Microsoft hat den Controller weder offiziell angekündigt noch bestätigt, aber die Indizien für Echtheit sind stark.

TL;DR
Reddit-Nutzer ssuberlex kaufte den Prototyp für 200 Dollar auf OfferUp. Neu ist ein eingebautes Display neben einem Pair-Button, das zwischen lokalem Modus und Xbox Cloud Gaming umschaltet. Der Akku schrumpft von 2.050 mAh (Elite Series 2) auf 1.528 mAh, ist dafür aber austauschbar. Dazu kommen zwei neue Scrollräder, ein überarbeitetes D-Pad und Hinweise auf mehr Reparierbarkeit durch Torx-T6-Schrauben und einen QR-Code im Batteriefach. Laut The-Verge-Insider Tom Warren soll der Controller noch 2026 erscheinen, ein Preis ist nicht bekannt.

Wie der Xbox-Elite-Controller-3-Leak zustande kam

Der Reddit-Nutzer mit dem Namen ssuberlex postete seine Fotos im Subreddit r/Controller mit der Frage, um welches Gerät es sich handelt. Er hatte das Teil für 200 US-Dollar auf OfferUp erworben, einer in den USA verbreiteten Kleinanzeigen-App, ohne zu wissen, dass es sich um einen internen Testcontroller handelt. Zur Einordnung: Auf dem Gehäuse und dem Akku klebt ein „NOT FOR SALE“-Aufkleber, dazu kommen Platzhalter-Zulassungsnummern verschiedener Behörden. Funktionieren tut das Gerät laut dem Käufer nicht: Es lässt sich weder per Kabel noch kabellos mit einer Xbox verbinden, nur die rote LED blinkt, wie The Verge berichtet.

Die Aufnahmen decken sich auffällig genau mit einem früheren Leak: Bereits im Mai 2026 waren über die brasilianische Zulassungsbehörde Anatel technische Zeichnungen des Elite Controller 3 aufgetaucht, ursprünglich entdeckt vom brasilianischen Portal Tecnoblog. Schon damals war von neuen Scrollrädern und einem zweiten Wireless-Modus die Rede, nur das Display fehlte in den Behördenunterlagen komplett.

Das eingebaute Display: Was es zeigen kann

Auf den neuen Fotos sitzt links neben dem vermuteten Pair-Button ein kleiner Screen. Er zeigt unter anderem ein Raketen-Symbol neben einer stilisierten Xbox Series X, offenbar ein Hinweis auf den aktiven Verbindungsmodus zwischen Konsole und Cloud. Auf einem anderen Bild ist eine interne Microsoft-URL zu sehen, auf die niemand außerhalb des Konzerns Zugriff hat. Genau das macht den Leak so glaubwürdig, denn ein Fake-Controller bräuchte diesen Detailgrad nicht.

Der Bildschirm ist kein Spiele-Display, sondern dient nach aktuellem Kenntnisstand nur der Statusanzeige. Trotzdem wäre er das erste Mal, dass ein Xbox-Controller überhaupt einen eigenen Screen bekommt, und ein klares Differenzierungsmerkmal gegenüber der DualSense Edge von Sony, die darauf bislang verzichtet.

Akku, Scrollräder, Reparierbarkeit: Die Spezifikationen im Überblick

Mehrere Quellen, darunter Notebookcheck und TechRadar, bestätigen unabhängig voneinander dieselbe Akkukapazität. Das ist auch deshalb interessant, weil ein kleinerer Akku eigentlich fast immer schlechter klingt, hier aber ein echter Fortschritt dahinterstehen könnte, wenn der Tausch dadurch endlich ohne Werkstattbesuch klappt.

Merkmal Xbox Elite Series 2 Xbox Elite Controller 3 (Leak)
Akkukapazität 2.050 mAh, fest verbaut 1.528 mAh, entnehmbar
Scrollräder Keine Zwei, an der Unterseite
Bildschirm Keiner Kleines Status-Display
Verbindungsmodi Bluetooth / Kabel Lokal + Xbox Cloud Gaming über Wi-Fi
D-Pad Austauschbar Austauschbar, neues Design
Reparaturzugang Standardschrauben Torx-T6-Schrauben, QR-Code im Akkufach
Marktstart 2019 Frühestens 2026, unbestätigt

Der Akku lässt sich zwar entnehmen, dafür muss laut den Fotos aber das Gehäuse geöffnet werden, ein simples Klappfach wie bei manchen Drittanbieter-Controllern ist es also nicht. Wer schon einmal einen Elite-Controller wegen eines schwächelnden Akkus ausgemustert hat, wird das trotzdem als Fortschritt verbuchen. Dazu passt der QR-Code im Batteriefach, der vermutlich zu einer Reparaturanleitung führt, und die Torx-T6-Schrauben statt der bisherigen Standardverschraubung. Zwei neue Scrollräder sitzen an der Unterseite, ihre genaue Funktion ist offen.

Cloud-Gaming-Modus: Wofür der neue Pair-Button gedacht ist

Der wohl größte funktionale Sprung betrifft die Verbindung selbst. Laut dem Mai-Leak soll ein neuer Pair-Button nicht nur zum Koppeln dienen, sondern auch zwischen zwei Modi wechseln: der klassischen lokalen Verbindung zur Konsole und einer direkten Wi-Fi-Verbindung zu Xbox-Cloud-Gaming-Servern. Praktisch würde das bedeuten, dass der Controller ohne Konsole und ohne Zwischenschritt über eine App direkt in einen Cloud-Stream einsteigt, mit potenziell geringerer Latenz als über Bluetooth.

Wer heute schon einen Controller lieber direkt am PC statt an der Konsole nutzt, kennt das Prinzip aus der Praxis: Unsere Anleitung zum PS5-Controller am PC nutzen zeigt, wie fehleranfällig aktuelle Pairing-Prozesse teilweise noch sind, und warum ein dedizierter Umschalt-Button durchaus ein echtes Problem lösen würde.

Release, Preis und was noch unklar ist

Eine offizielle Ankündigung gibt es bislang nicht. The-Verge-Redakteur Tom Warren, der als einer der zuverlässigsten Insider für Xbox-Themen gilt, geht laut seiner Kollegin Sean Hollister davon aus, dass der Controller noch in diesem Jahr erscheint. Ob Microsoft ihn zur Gamescom im August präsentiert, bleibt reine Spekulation, ein Termin auf der Kölner Messe wäre aber naheliegend. Zum Preis gibt es keine Angaben, die Elite Series 2 kam 2019 für rund 180 Euro auf den Markt, ein Aufschlag für die neuen Features wäre keine Überraschung.

Wer nicht auf den Nachfolger warten will oder schlicht eine Alternative sucht, bekommt mit dem aktuellen Xbox Elite Wireless Controller Series 2 schon heute austauschbare Paddles und Thumbsticks. Wem das nicht reicht, findet in unserem Scuf Omega im Test eine Drittanbieter-Alternative mit eigenen Stärken und Schwächen.

Fazit

Der Leak zum Xbox Elite Controller 3 wirkt durch die Kombination aus Behördenunterlagen und einem echten, wenn auch defekten Prototyp ungewöhnlich glaubwürdig. Das eingebaute Display ist die auffälligste Neuheit, der kleinere, aber austauschbare Akku dürfte für viele Nutzer aber der praktisch relevantere Fortschritt sein. Solange Microsoft schweigt, bleiben Release-Termin und Preis Spekulation. Sollte der Controller aber tatsächlich zur gamescom 2026 oder noch 2026 kommen, wäre der Elite Series 3 der bislang größte Umbau der Reihe seit ihrem Debüt.