Xbox: Nur 4 Prozent der Spiele werden noch physisch verkauft

Philipp Briel
Philipp Briel · 4 Min. Lesezeit

Wer sich 2026 noch eine Xbox-Spiele-Hülle ins Regal stellt, gehört zu einer aussterbenden Minderheit. Aktuelle Marktdaten aus den USA zeigen: Nur 4 Prozent aller physisch verkauften Spiele entfallen dieses Jahr auf Xbox. Bei PlayStation sind es 32 Prozent, bei Nintendo Switch und Switch 2 sogar 63 Prozent. Xbox-Spieler haben sich damit deutlich schneller vom Ladenregal verabschiedet als der Rest der Branche.

Kurz zusammengefasst

  • Physische Xbox-Spiele kommen 2026 nur noch auf 4 Prozent Marktanteil in den USA
  • PlayStation liegt bei 32 Prozent, Nintendo Switch/Switch 2 bei 63 Prozent
  • Game Pass, die rein digitale Xbox Series S und schwindende Regalflächen gelten als Haupttreiber
  • Sony stellt die PS5-Disc-Produktion ab Januar 2028 komplett ein, Xbox würde ein ähnlicher Schritt kaum noch auffallen

Die Zahlen im Detail

Die Daten stammen vom Marktforschungsunternehmen Circana und wurden von Branchenanalyst Mat Piscatella ausgewertet, unter anderem in einer Analyse bei Kotaku aufgegriffen. Grundlage sind die physischen Neuverkäufe in den USA über den bisherigen Jahresverlauf 2026:

Plattform Anteil an physischen Neuverkäufen 2026
Xbox 4 %
PlayStation 32 %
Nintendo Switch / Switch 2 63 %

Auch bei der Hardware zeigt sich der Trend: Im Juni 2026 kamen Xbox Series X|S laut Schätzungen von VGChartz auf 14 Prozent der verkauften Konsolen, während allein die digitalen PS5-Modelle ohne Laufwerk 27 Prozent aller PS5-Verkäufe ausmachten. Selbst Sony verkauft also einen wachsenden Teil seiner Konsolen komplett ohne Disc-Laufwerk, was das physische Geschäft insgesamt schrumpfen lässt, auch wenn PlayStation-Spiele selbst noch vergleichsweise oft auf Disc gekauft werden.

Warum kauft (fast) niemand mehr physische Xbox-Spiele?

Drei Gründe stechen heraus. Erstens: Die Xbox Series S ist von Haus aus rein digital, ein Disc-Laufwerk gibt es dafür gar nicht. Zweitens: Game Pass bietet viele große Titel schon am Erscheinungstag im Abo an, ein Kaufanreiz für die Disc-Version entfällt damit für einen großen Teil der Spielerschaft. Drittens ziehen sich Xbox-Spiele zunehmend aus den Regalen des stationären Einzelhandels zurück, weil sich die Auslage für Händler bei so geringer Nachfrage kaum noch lohnt.

Hinzu kommt, dass viele große Xbox-Titel plattformübergreifend erscheinen. Halo: Campaign Evolved und Forza Horizon 6 kamen beispielsweise gleichzeitig für PlayStation und PC heraus, was Käufer zusätzlich in Richtung digitaler Stores auf anderen Plattformen lenkt, statt physisch bei Xbox zuzugreifen.

PlayStation und vor allem Nintendo halten noch dagegen

Bei Nintendo sieht die Rechnung anders aus. Switch- und Switch-2-Besitzer kaufen laut den Circana-Zahlen weiterhin mit großem Abstand am häufigsten physisch, was auch mit der Sammelkultur rund um Nintendo-Spiele zu tun hat. Wer sich einen Überblick verschaffen will, findet in unserem Ratgeber zu den besten Nintendo Switch-Spielen passende Empfehlungen, viele davon nach wie vor auch als Modul erhältlich.

PlayStation liegt mit 32 Prozent klar zwischen Xbox und Nintendo. Auch hier sinkt der physische Anteil kontinuierlich, aber deutlich langsamer. Wer aktuell lieber digital im PlayStation Store einkauft, kann dabei mit PlayStation Store-Rabattcodes zumindest etwas sparen. Eine Übersicht starker Titel für die Konsole gibt es in unserer Liste der besten PS5-Spiele.

Sonys Disc-Ausstieg 2028 trifft Xbox kaum noch

Sony hat im Juli 2026 offiziell angekündigt, die Produktion physischer Discs für neue PlayStation-Spiele ab Januar 2028 einzustellen. PlayStation-Manager Sid Shuman begründete den Schritt im offiziellen PlayStation Blog damit, dass die allgemeine Nachfrage nach digitalen Medien die nach physischen Discs inzwischen deutlich übersteige. Spiele, die vor dem Stichtag erscheinen, sind von der Regelung ausgenommen.

Weil PlayStation aktuell noch für knapp ein Drittel aller physischen Verkäufe steht, wird Sonys Ausstieg den Gesamtmarkt spürbar verändern. Bei Xbox mit ohnehin nur 4 Prozent Anteil würde ein vergleichbarer Schritt dagegen kaum noch auffallen, das Geschäft ist schon jetzt fast vollständig digital.

Fazit

Die Zahlen bestätigen einen Trend, der sich seit Jahren andeutet: Physische Spiele verschwinden, aber nicht überall gleich schnell. Xbox hat diese Entwicklung mit Game Pass und der digitalen Series S selbst beschleunigt und liegt inzwischen weit vor PlayStation und Nintendo. Circana-Analyst Mat Piscatella bringt es auf den Punkt: Der Branche bleibe wohl „weniger als ein Jahrzehnt“ mit physischer Software, so seine viel zitierte Einschätzung von diesem Sommer. Für Xbox ist dieses Jahrzehnt praktisch schon vorbei.