Xbox wird teurer: Microsoft dreht ab August an der Preisschraube

Philipp Briel
Philipp Briel · 6 Min. Lesezeit
Xbox

Die Xbox Preiserhöhung 2026 ist offiziell: Microsoft hebt zum 1. August die Preise für Xbox Series X und Series S weltweit an, und zwar um 100 bis 150 US-Dollar je nach Modell. Das 2-TB-Topmodell wird komplett gestrichen. Als Grund nennt Microsoft die stark gestiegenen Kosten für Speicherbausteine.

TL;DR

  • Stichtag ist der 1. August 2026, die Erhöhung gilt weltweit.
  • Modelle mit 512 GB werden 100 US-Dollar teurer, Modelle mit 1 TB 150 US-Dollar.
  • Die 2-TB-Version der Series X (Galaxy Black Special Edition) wird eingestellt.
  • Euro-Preise hat Microsoft noch nicht genannt.
  • Es ist die dritte Anpassung in rund 15 Monaten.

Xbox Preiserhöhung 2026: Das ändert sich konkret

Wer mit dem Gedanken spielt, sich in den nächsten Wochen eine Xbox zu holen, sollte sich beeilen. In einem Beitrag auf Xbox Wire hat Microsoft angekündigt, dass die Preise für die aktuelle Konsolengeneration zum 1. August 2026 steigen. Anders als bei der letzten Runde im Oktober trifft es dieses Mal nicht nur die USA, sondern alle Märkte weltweit.

Die Staffelung läuft über die Speicherkapazität. Modelle mit 512 GB SSD legen um 100 US-Dollar zu, Modelle mit 1 TB um 150 US-Dollar. Für den US-Markt sehen die neuen UVPs damit so aus:

Modell Speicher Neuer US-Preis (ab 1. August)
Xbox Series S 512 GB 499,99 US-Dollar
Xbox Series S 1 TB 599,99 US-Dollar
Xbox Series X (All-Digital, ohne Laufwerk) 1 TB 749,99 US-Dollar
Xbox Series X (mit Laufwerk) 1 TB 799,99 US-Dollar
Xbox Series X Galaxy Black 2 TB entfällt

Zur Einordnung: Die Series S startete im November 2020 mit einer UVP von 299,99 US-Dollar. Mit jetzt 499,99 US-Dollar liegt sie zwei Drittel über dem Einführungspreis. Die Series X mit Laufwerk landet bei 799,99 US-Dollar, also genau dort, wo Microsoft bisher das wegfallende 2-TB-Modell angesiedelt hatte. Eine Konsole, die im Laufe ihres Lebenszyklus teurer statt günstiger wird, ist 2026 leider keine Ausnahme mehr.

Das 2-TB-Modell fliegt komplett raus

Wer beim Blick auf die Liste die Series X mit 2 TB vermisst: Die ist nicht vergessen, sondern gestrichen. Die als Galaxy Black Special Edition vermarktete Variante mit doppeltem Speicher verschwindet zum Stichtag aus dem Sortiment. Microsoft nennt keinen offiziellen Grund, aber der Zusammenhang liegt nahe. Wenn sich die Flash-Preise mehr als verzweieinhalbfachen, wäre der Aufpreis für ein Modell mit doppeltem Speicher schlicht zu heftig geworden, um es weiter sinnvoll zu produzieren. Wer maximalen internen Speicher ab Werk wollte, schaut künftig in die Röhre.

Warum wird die Xbox teurer? Die Speicherkrise

Microsoft begründet den Schritt mit den Komponentenkosten. Im Originaltext heißt es, man habe gehofft, eine weitere Erhöhung vermeiden zu können, und habe monatelang mit Zulieferern nach Lösungen gesucht. Geklappt hat es nicht: Die Preise für Speicher und Arbeitsspeicher hätten sich seit der letzten Anpassung um mehr als das 2,5-Fache erhöht, bis Herbst 2027 erwartet Microsoft eine weitere Verdopplung.

Dazu kommt ein Punkt, den Microsoft selbst betont: Konsolen werden in der Regel nicht mit Gewinn verkauft, sondern für weniger, als sie in der Herstellung kosten. Anders als bei Smartphones, Lautsprechern oder Computern soll sich der Verkauf erst über Spiele, Abos und Zubehör rechnen. Bei explodierenden Bauteilpreisen bricht dieses Modell weg, und der Hersteller reicht die Kosten weiter. Dass ausgerechnet ein Konzern, der mit dem KI-Boom selbst kräftig an der Nachfrage nach Speicher dreht, sich hier ein Stück weit als Opfer der Lage darstellt, hat eine gewisse Ironie.

Microsoft steht damit nicht allein da. Sony hatte die PS5 zuletzt im April 2026 verteuert, und auch Nintendo plant nach der ersten Anpassung bei der Switch 2 weitere Aufschläge. Der Druck auf die gesamte Branche steigt, und es ist unwahrscheinlich, dass die Konkurrenz die Entwicklung bei den Speicherpreisen langfristig ignorieren kann.

Was Microsoft als Ausgleich anbietet

Ganz ohne Gegenmaßnahmen lässt Microsoft die Käufer nicht zurück. Parallel zur Preiserhöhung baut das Unternehmen mehrere Programme aus, die den Einstieg erschwinglicher machen sollen:

  • Buy Now, Pay Later: Zinsfreie Ratenzahlung über den Microsoft Store soll leichter zugänglich werden.
  • Null-Prozent-Finanzierung bei Amazon: mit bis zu zwölf Monaten Laufzeit.
  • Trade-in-Programm: Gemeinsam mit Handelspartnern sollen alte Konsolen gegen Bargeld oder Guthaben eingetauscht werden. Die Rückläufer landen anschließend geprüft im Gebrauchtmarkt.
  • Certified Refurbished: Generalüberholte Konsolen gibt es im Microsoft Store mit bis zu 100 US-Dollar Rabatt auf die UVP.

Trotz allem bezeichnet Microsoft die Series S weiterhin als günstigsten Einstieg in die aktuelle Generation, vor allem mit Blick auf kommende Titel wie Grand Theft Auto VI, Gears of War: E-Day oder Call of Duty: Modern Warfare 4. Durch den Aufschlag von 100 US-Dollar verliert dieses Argument allerdings deutlich an Schlagkraft.

Was bedeutet das für Deutschland?

Hier wird es noch etwas unübersichtlich. Microsoft hat bisher nur Dollar-Preise genannt, konkrete Euro-Angaben für den 1. August fehlen. Aktuell kostet eine Series S laut UVP rund 350 Euro, die Series X mit Laufwerk rund 600 Euro. Zuletzt wurde hierzulande am 1. Mai 2025 angehoben, damals um je 50 Euro.

Dass die Euro-Preise nicht mitziehen, wäre eine echte Überraschung. Die Frage ist eher, wie hoch der Aufschlag ausfällt. 100 US-Dollar entsprechen beim aktuellen Kurs knapp 88 Euro, doch Microsoft ist nicht dafür bekannt, Wechselkurse fein abzubilden, und gibt solche Aufschläge erfahrungsgemäß eins zu eins weiter. Möglich ist sogar, dass der Konzern die im Oktober 2025 in Deutschland ausgebliebene Erhöhung gleich mitnimmt. Dann könnte es hierzulande teurer werden als in den USA.

Lohnt sich der Kauf vor dem 1. August?

Kurz gesagt: Wer ohnehin in nächster Zeit zugreifen wollte, sollte das vor dem Stichtag tun. Je nach Modell lassen sich so 100 bis 150 Dollar beziehungsweise vermutlich ein ähnlicher Euro-Betrag sparen. Besonders relevant ist das für alle, die rechtzeitig zum GTA-6-Release eine Konsole im Haus haben möchten. Wer warten kann, findet über Refurbished-Angebote, Trade-in und spätere Bundle-Aktionen womöglich günstigere Wege.

Aktuelle Xbox-Konsolen zum Noch-alt-Preis gibt es zum Beispiel hier: Xbox Series X bei Amazon und Xbox Series S bei Amazon. (Bitte vor Kauf die korrekte ASIN/Variante prüfen.)

Wenn die Konsole steht, fehlt nur noch das passende Zubehör und der Nachschub an Spielen. Für den Controller-Kauf lohnt ein Blick auf unsere Tests zu günstigen Xbox-Controller-Alternativen, und wer noch Spielefutter sucht, wird in unserer Übersicht der besten Survival-Spiele fündig. Wie viel Technik in den Konsolen steckt, zeigt außerdem unser Hintergrund zu den Hardware-Details der Xbox Series X.

Fazit zur Xbox Preiserhöhung 2026

Die Xbox Preiserhöhung 2026 ist die dritte in gut einem Jahr, und sie tut weh. Bis zu 150 US-Dollar mehr, dazu das Aus für das 2-TB-Modell: Das ist ein deutlicher Aufschlag, den Microsoft mit der Speicherkrise und dem ohnehin defizitären Konsolengeschäft begründet. Finanzierungsmodelle und Refurbished-Programme federn das ab, machen die Konsolen aber nicht billiger. Für Kaufinteressierte heißt das vor allem eins: Wer noch zum alten Preis zuschlagen will, hat bis Ende Juli Zeit. Wie hoch die Euro-Preise am Ende ausfallen, bleibt vorerst die spannendste offene Frage.

Quellen: Xbox Wire (offiziell)