Das Xiaomi 18 Ultra kommt nicht, zumindest nicht in der Form, die viele erwartet hatten: Laut mehreren Leaks hat Xiaomi das Kamera-Flaggschiff komplett gestrichen. Auch Oppo und vivo wollen ihre kommenden Ultra-Modelle offenbar nur noch in China verkaufen. Der Grund ist in beiden Fällen derselbe: die aktuelle RAM- und Speicherkrise, die die Margen im Premium-Segment auffrisst. Am Ende bleibt vor allem ein Hersteller übrig, der sein Ultra-Flaggschiff weiterhin weltweit anbietet: Samsung, wie zuerst Android Authority zusammengetragen hat.
TL;DR: Xiaomi streicht das 18 Ultra laut Leakern komplett, das Xiaomi 18 Pro Max wird stattdessen zum Topmodell. Oppo Find X10 Ultra und vivo X500 Ultra sollen zwar erscheinen, aber offenbar nur in China. Grund ist die globale RAM-Krise: DRAM- und NAND-Preise haben sich seit Ende 2025 fast verdoppelt. Samsung hält am Galaxy S26 Ultra als weltweit erhältlichem Modell fest.
Was ist passiert? Xiaomi streicht das 18 Ultra
Tipster Kartikey Singh und der ebenfalls gut vernetzte Leaker Yogesh Brar berichten unabhängig voneinander, dass Xiaomi die Ultra-Version seiner 18er-Serie eingestampft hat. Statt des Kamera-Flaggschiffs, das für Dezember 2026 erwartet wurde, soll das Xiaomi 18 Pro Max zum neuen Topmodell der Reihe werden. Ergänzt wird die Serie Berichten zufolge durch ein Mix-Modell mit Xiaomi-eigenem Xring-O3-Chip, das aber wohl exklusiv in China bleibt, wie unter anderem GSMArena berichtet.
Ob Xiaomi die Ultra-Linie damit komplett beerdigt oder nur eine Generation ausfallen lässt, ist noch offen. Ein Comeback im Jahr 2027 gilt als möglich. Bis dahin bleibt vom aktuellen Line-up nur das reguläre Xiaomi-18-Sortiment, deutlich schlanker als noch beim vivo X100 Ultra oder anderen Kamera-Flaggschiffs der letzten Jahre, die mit Periskopzoom und Kooperationen mit Kamera-Herstellern wie Leica oder Zeiss warben.
Oppo und vivo ziehen nach: „Pro Max“ statt „Ultra“
Auch bei Oppo und vivo zeichnet sich ein ähnlicher Trend ab. Das Oppo Find X10 Ultra und das vivo X500 Ultra sollen zwar erscheinen, aber laut nur auf dem chinesischen Heimatmarkt bleiben. Das überrascht, weil beide Hersteller mit den Vorgängern, dem Find X9 Ultra und dem X300 Ultra, gerade erst den Sprung auf internationale Märkte geschafft hatten.
Damit dreht sich ein Trend, der sich über die letzten Jahre aufgebaut hatte. Chinesische Hersteller nähern sich stattdessen der „Pro Max“-Namensgebung an, wie sie unter anderem von Apple bekannt ist (auch beim eigenen iPhone Ultra ist der Namensstreit ja nicht ganz neu). Laut Kartikey Singh sollen die technischen Daten der Pro-Max-Modelle trotz des Namens-Downgrades die von Samsungs Ultra-Reihe sogar übertreffen.
| Hersteller | Aktuelles Ultra-Modell (global erhältlich) | Status Nachfolger 2026 |
|---|---|---|
| Xiaomi | Xiaomi 17 Ultra | Gestrichen, Xiaomi 18 Pro Max übernimmt die Spitzenposition |
| Oppo | Find X9 Ultra | Find X10 Ultra kommt, bleibt aber China-exklusiv |
| vivo | X300 Ultra | X500 Ultra kommt, bleibt aber China-exklusiv |
| Samsung | Galaxy S25 Ultra | Galaxy S26 Ultra soll wie gewohnt global erscheinen |
Der eigentliche Grund: die globale RAM-Krise
Hinter dem Rückzug steckt kein Nachfrageproblem, sondern explodierende Speicherpreise. Laut ComputerBase haben sich die Kosten für DRAM und NAND-Speicher zwischen dem dritten Quartal 2025 und dem ersten Quartal 2026 nahezu verdoppelt. Bei LPDDR-Speicher, der in Smartphones steckt, könnten es sogar mehr werden. Schon im ersten Quartal 2026 waren die Preise um über 90 Prozent gestiegen, im zweiten Quartal kamen laut Marktbeobachtern weitere 50 bis 60 Prozent obendrauf.
Analysten rechnen damit, dass das Angebot die Nachfrage auch 2027 nicht decken wird. Einer der Treiber ist der Speicherbedarf großer KI-Rechenzentren, die den Markt für RAM und NAND leerkaufen. Für Smartphone-Hersteller bedeutet das konkret: Bei Einsteiger- und Mittelklasse-Geräten macht Speicher inzwischen bis zu 60 Prozent der Materialkosten aus, bei besonders günstigen Modellen unter 100 US-Dollar sind es sogar über 64 Prozent.
Bei Ultra-Flaggschiffen mit ohnehin schon üppigen RAM- und Speicherkonfigurationen (meist 16 GB Arbeitsspeicher und bis zu 1 TB Speicherplatz) schlägt der Preisanstieg besonders stark durch. Ein komplett neues Kamerasystem mit Periskopzoom und Hasselblad- oder Zeiss-Partnerschaft zu entwickeln und gleichzeitig explodierende Speicherkosten zu schultern, rechnet sich für manche Hersteller offenbar nicht mehr in jedem Markt.
Samsung bleibt vorerst allein auf weiter Flur
Sollte sich der Trend bestätigen, wäre Samsung nach aktuellem Stand der einzige Hersteller, der sein Ultra-Flaggschiff weiterhin weltweit anbietet. Das Galaxy S26 Ultra soll wie gewohnt erscheinen, für Samsung ein handfester Wettbewerbsvorteil, gerade in Europa und den USA, wo Käufer bislang zwischen mehreren Ultra-Modellen wählen konnten.
Auffällig ist, wie unterschiedlich die Hersteller auf dieselbe Kostenkrise reagieren. Samsung hält offenbar an seiner Strategie fest, während Xiaomi, Oppo und vivo sich aus internationalen Märkten zurückziehen oder das Topmodell gleich ganz streichen.
Was das für Käufer bedeutet
Wer außerhalb Chinas auf ein neues Kamera-Flaggschiff von Xiaomi, Oppo oder vivo gehofft hatte, dürfte 2026 und 2027 vorerst leer ausgehen oder auf die „Pro Max“-Varianten ausweichen müssen. Die sind technisch oft ähnlich gut ausgestattet, kommen aber ohne den Ultra-Namen und ohne die volle Kamera-Ausstattung. Wer unbedingt ein chinesisches Ultra-Modell will, bleibt auf Importe oder Grauimport-Händler angewiesen, mit den bekannten Nachteilen bei Garantie, Software-Lokalisierung und Google-Diensten.
Für Samsung-Fans ändert sich vorerst nichts: Das Galaxy S26 Ultra dürfte Anfang 2027 wie gewohnt weltweit an den Start gehen.
Fazit
Xiaomi, Oppo und vivo ziehen aus demselben Grund die Reißleine: Speicher ist so teuer geworden, dass sich das teuerste Nischenmodell außerhalb des Heimatmarkts für manche Hersteller kaum noch rechnet. Was vor einem Jahr noch nach einem reinen Marketing- und Namenswechsel aussah, ist inzwischen eine handfeste wirtschaftliche Entscheidung. Ob damit die globale Ultra-Ära wirklich endet oder nur eine Generation aussetzt, zeigt sich spätestens 2027, wenn die nächsten Modelle anstehen.