XPeng hat am 8. September 2026 die Serienproduktion seines humanoiden Roboters Iron gestartet. In einer neuen Fabrik in Guangzhou lief die erste Einheit eigenständig vom Band, mehr als 80 Prozent der Kernprozesse laufen dort bereits automatisiert. Der chinesische Elektroauto-Hersteller schiebt sich damit an Tesla vorbei, dessen Optimus-Roboter noch auf eine umgebaute Fahrzeuglinie in Fremont wartet.
Kurz zusammengefasst:
- XPeng hat die erste Produktionslinie für den humanoiden Roboter Iron in Guangzhou in Betrieb genommen, über 80 % der Kernprozesse laufen automatisiert
- Iron bringt 76 Freiheitsgrade mit, davon 21 allein in jeder Hand, ist 173 cm groß und wiegt 65 Kilogramm
- Drei hauseigene Turing-Chips liefern zusammen 2.250 TOPS Rechenleistung, der Roboter arbeitet komplett ohne Fernsteuerung
- Die Robotik-Sparte hat im August 2026 über 900 Millionen US-Dollar bei einer Bewertung von 6,3 Milliarden US-Dollar eingesammelt
- Serienfertigung ab Ende 2026, Verkaufsstart in China und international für 2027 geplant
Die Fabrik in Guangzhou: Wie XPeng Iron jetzt gebaut wird
Bislang kannte man Iron vor allem aus Bühnenauftritten und Demovideos. Das ändert sich gerade: XPeng hat eine eigene Produktionslinie für humanoide Roboter in Guangzhou in Betrieb genommen und dort das erste Serienexemplar gefertigt. Laut Unternehmensangaben laufen mehr als 80 Prozent der Kernprozesse automatisiert, und die erste Einheit verließ die Linie ohne fremde Hilfe, also nicht getragen, geschoben oder ferngesteuert, sondern auf eigenen Beinen.
Das ist ein Unterschied zur Konkurrenz, auf den XPeng selbst gerne hinweist: Während andere Hersteller Robotik-Produktion oft in bestehende Fahrzeugwerke integrieren, hat XPeng eine dedizierte Fabrik aufgebaut und dabei erkennbar von der eigenen Erfahrung im Automobilbau profitiert.
Technische Daten von XPeng Iron im Überblick
Unter der weichen, gitterartigen Außenhülle steckt einiges an Technik. Die wichtigsten Werte auf einen Blick:
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Körpergröße | 173 cm |
| Gewicht | 65 kg |
| Freiheitsgrade Körper | 76 |
| Freiheitsgrade pro Hand | 21 |
| KI-Chips | 3 × XPeng Turing-Chip |
| Rechenleistung | 2.250 TOPS (gesamt, on-device) |
| Steuerung | autonom über XPengs Physical-AI-Modell, keine Fernsteuerung |
Auffällig ist vor allem die Handmechanik: 21 Freiheitsgrade pro Hand sind ein hoher Wert und sollen feinmotorische Aufgaben ermöglichen, an denen viele humanoide Roboter bislang noch scheitern. Die drei Turing-Chips verarbeiten dabei alle Daten direkt im Roboter, inklusive eines zweisprachigen Sprachmodells. Das spart Latenz gegenüber einer Cloud-Anbindung und hält sensible Daten im Gerät.
Woher kommt das Geld? Rekordsumme für XPengs Robotik-Sparte
Die Serienproduktion kommt nicht aus dem Nichts: Im August 2026 hat sich XPengs Robotik-Sparte über 900 Millionen US-Dollar gesichert, bei einer Bewertung von mehr als 6,3 Milliarden US-Dollar. Das ist nach eigenen Angaben die größte private Einzelfinanzierungsrunde, die bislang in Chinas Sektor für verkörperte KI (Embodied AI) eingesammelt wurde. Das Geld dürfte direkt in den Ausbau der Fertigungskapazität geflossen sein, den XPeng nun mit der neuen Guangzhou-Fabrik demonstriert.
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Zeitplan: Wann kann man XPeng Iron kaufen?
Bis Iron in den eigenen vier Wänden hilft, dauert es noch. XPeng plant die Massenproduktion für das Ende des Jahres 2026, zunächst mit ersten Einsätzen in eigenen Läden und auf dem Campus des Unternehmens. Der offizielle Verkaufsstart und die Auslieferung an Kunden in China und international sind für 2027 vorgesehen. Perspektivisch will XPeng die Stückzahlen deutlich hochfahren: von zunächst über 1.000 Einheiten pro Monat bis hin zu einer Million Robotern pro Jahr bis 2030, ein Ziel, das ambitioniert klingt und an XPengs eigene Wachstumspläne im E-Auto-Geschäft erinnert.
XPeng gegen Tesla: Wer liegt beim Roboter-Rennen vorn?
Der Vergleich mit Tesla drängt sich auf, und XPeng dürfte ihn bewusst provozieren. Elon Musk hatte für 2026 rund 10.000 Optimus-Einheiten in Aussicht gestellt, musste inzwischen aber einräumen, dass davon noch keine einzige produktiv im Einsatz ist. Laut einem Bericht von Electrek soll die Optimus-Fertigung in Teslas Werk in Fremont gerade erst anlaufen, und Musk selbst rechnet vorerst mit „recht langsamem“ Ausstoß. XPeng hingegen zeigt mit der neuen Fabrik in Guangzhou bereits eine dedizierte, hochautomatisierte Produktionslinie und ein fertiges erstes Exemplar.
Ganz fair ist der Vergleich trotzdem nicht: Auch XPeng hat noch keinen einzigen Iron an einen zahlenden Kunden ausgeliefert, und ob sich die für E-Autos kalkulierten Margen wirklich eins zu eins auf Roboter übertragen lassen, muss sich in der Praxis erst zeigen. Firmenchef He Xiaopeng bringt den eigenen Anspruch trotzdem selbstbewusst auf den Punkt: „Wir wollen einen neuen Robotertyp bauen, der wirklich generalisierungsfähig ist und echter Teil des Alltags werden kann.“
Fazit
Mit dem Produktionsstart wird XPeng Iron vom Showcase zum echten Fertigungsprodukt, und das früher als der große US-Konkurrent Tesla. Die technischen Eckdaten, allen voran die beweglichen Hände und die On-Device-KI, lesen sich vielversprechend. Ob daraus tatsächlich ein alltagstaugliches Produkt wird, entscheidet sich aber erst 2027, wenn die ersten Kunden liefern. Bis dahin bleibt spannend zu beobachten, wie sich XPeng gegen Tesla, Figure, Unitree und die wachsende Zahl chinesischer Robotik-Start-ups behauptet.
