YouTube Partnerprogramm 2027: Diese neuen Hürden gelten für Monetarisierung und Shorts

Philipp Briel
Philipp Briel · 5 Min. Lesezeit
YouTube Partnerprogramm
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Beim YouTube Partnerprogramm 2027 zieht YouTube ab dem 1. Februar spürbar die Zügel an. Wer mit Shorts Werbe- und Abo-Einnahmen erzielen will, braucht künftig 10 Millionen qualifizierte Aufrufe innerhalb von 90 Tagen. Neue Bewerber fürs Partnerprogramm müssen sogar doppelt so viel liefern wie bisher. Was sich im Detail ändert und was das für Creator bedeutet, liest du hier.

Kurz zusammengefasst:

  • Ab 1. Februar 2027 gelten neue Schwellenwerte im YouTube-Partnerprogramm (YPP).
  • Für Shorts-Werbe- und Abo-Einnahmen sind künftig 10 Millionen qualifizierte Aufrufe in 90 Tagen nötig.
  • Neue Bewerber brauchen 8.000 Wiedergabestunden in 365 Tagen oder 20 Millionen Shorts-Aufrufe in 90 Tagen, doppelt so viel wie bisher.
  • Bereits aufgenommene YPP-Mitglieder sind von den neuen Einstiegshürden ausgenommen.
  • YouTube Premium Lite kommt weltweit und teilt Einnahmen anders auf als das reguläre Premium-Abo.

Shorts-Monetarisierung: Warum 10 Millionen Aufrufe künftig die Grenze sind

Bislang konnten Kanäle im Partnerprogramm mit Shorts verdienen, sobald sie überhaupt aufgenommen waren. Das ändert sich ab Februar 2027: Um Werbe- und Abonnement-Einnahmen aus Shorts zu erhalten, müssen Kanäle 10 Millionen qualifizierte Shorts-Aufrufe innerhalb der letzten 90 Tage nachweisen. Wer darunter liegt, fliegt nicht aus dem Programm, verliert aber die Shorts-Einnahmen und kann nur noch über lange Videos monetarisieren.

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Für viele kleinere und mittelgroße Kanäle dürfte das die spürbarste Änderung sein, weil sie ihre Reichweite bislang oft gerade über Shorts aufgebaut haben. Wer seine Kurzvideos lieber ganz abschaltet statt sie nach neuen Regeln auszurichten, findet den Weg dorthin in unserem Ratgeber YouTube: Shorts deaktivieren, so geht’s.

Neue Bewerber brauchen doppelt so viel wie bisher

Auch der Einstieg ins Partnerprogramm wird schwerer. Aktuell reichen 1.000 Abonnenten sowie entweder 4.000 Wiedergabestunden in 12 Monaten oder 10 Millionen Shorts-Aufrufe in 90 Tagen. Ab Februar 2027 gilt für neue Bewerber:

Kriterium Bisher Ab 1. Februar 2027
Wiedergabestunden 4.000 Stunden in 12 Monaten 8.000 Stunden in 365 Tagen
Alternative über Shorts 10 Mio. Aufrufe in 90 Tagen 20 Mio. Aufrufe in 90 Tagen
Shorts-Einnahmen ab Direkt nach YPP-Aufnahme 10 Mio. qualifizierte Aufrufe in 90 Tagen

Bereits bestehende YPP-Mitglieder behalten ihren Status, die neuen Hürden gelten nur für Kanäle, die sich künftig neu bewerben.

YouTubes Begründung: Die Plattform ist gewachsen, die Maßstäbe sollen mitziehen

Amjad Hanif, VP of Creator Products bei YouTube, begründet den Schritt im offiziellen YouTube-Blogbeitrag mit dem Wachstum der Plattform: Die höhere Hürde spiegele wider, wie sehr sich YouTube skaliert habe. Als Beleg nennt das Unternehmen mehr als 200 Milliarden Shorts-Aufrufe pro Tag. YouTube betont außerdem, dass in den vergangenen vier Jahren über 100 Milliarden US-Dollar an Creator, Musiker und Medienunternehmen ausgezahlt wurden, allein im ersten Quartal 2026 kamen laut Forbes 9,9 Milliarden US-Dollar aus Werbeeinnahmen zusammen. Rund 5 Millionen Kanäle sind derzeit Teil des Partnerprogramms.

YouTube Premium Lite startet weltweit

Parallel zu den strengeren Monetarisierungsregeln baut YouTube sein günstigeres Abo-Modell aus: YouTube Premium Lite wird auf alle Länder ausgeweitet, in denen es bereits YouTube Premium gibt. Bei der Einnahmenverteilung setzt YouTube unterschiedliche Hebel an: Für Premium Lite fließen 60 Prozent der Netto-Abo-Einnahmen an Creator, bei regulärem Premium sind es 30 Prozent. Die Verteilung selbst richtet sich nach Sehdauer und Aufrufen, aufgeteilt in 55 Prozent für lange Videos und 45 Prozent für Shorts. Wie sich die Preise für das reguläre Premium-Abo zuletzt entwickelt haben, kannst du in unserem Artikel YouTube Premium wird teurer nachlesen.

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Mehr Informationen

Neue Verdienstmöglichkeiten für kleinere Kanäle

Damit Kanäle unterhalb der 10-Millionen-Marke nicht komplett leer ausgehen, kündigt YouTube zusätzliche Programme an: Bonusanreize für Verkäufe über YouTube Shopping, Unterstützung bei der Vermittlung von Markenkooperationen sowie höhere Vergütungen für Videos, die früh einen Trend aufgreifen. Wie stark diese Programme die wegfallenden Shorts-Einnahmen tatsächlich ausgleichen, lässt sich vor dem Start im Februar 2027 aber noch nicht seriös einschätzen.

Wie reagiert die Creator-Community?

In den Kommentarspalten deutscher Tech-Seiten überwiegt bislang die Skepsis. Häufig zu lesen: Gerade kleinere Kanäle, die mit viel Aufwand gute Inhalte produzieren, würden von der Regeländerung getroffen, obwohl sie die Plattform mit aufgebaut haben. Andere Nutzer kritisieren, dass Google zeitgleich Rekordgewinne meldet und die Verschärfung deshalb eher wie eine Maßnahme zur Umsatzsteuerung als wie eine Belohnung aktiver Creator wirkt. Offizielle Stellungnahmen großer Creator-Verbände zu den Änderungen liegen bislang nicht vor.

Fazit: So bereitest du dich auf das YouTube Partnerprogramm 2027 vor

Bis zum Stichtag am 1. Februar 2027 bleibt Zeit, sich auf die neuen Regeln einzustellen. Wer schon im Partnerprogramm ist, muss vorerst nichts ändern, sollte aber im Blick behalten, ob die eigenen Shorts-Zahlen die 10-Millionen-Grenze reißen. Wer sich erst noch bewerben will, plant die höheren Wiedergabezeiten und Shorts-Aufrufe am besten frühzeitig ein, statt sich auf die alten, niedrigeren Schwellen zu verlassen. Für alle, die stark auf Shorts setzen, lohnt sich zusätzlich ein Blick auf lange Formate, um nicht komplett von einer einzigen Einnahmequelle abhängig zu sein.