Zalman P60: Schräges Lüfter-Design soll Glas-Front und starke Kühlung vereinen

Philipp Briel
Philipp Briel · 4 Min. Lesezeit
Zalman P60
Bild: Zalman

Mit dem P60 bringt Zalman ein neues Gehäuse auf den Markt, das sich optisch und technisch von klassischen Mid-Towern abheben will. Im Fokus steht ein großflächiges Glasdesign, das sich über Front und Seite erstreckt – kombiniert mit einem ungewöhnlichen Kühlkonzept. Statt klassischer Frontlüfter setzt Zalman auf schräg montierte Seitenlüfter und ein verstärktes Heck-Setup. Ziel ist es, trotz eingeschränkter Luftzufuhr durch Glasflächen eine effiziente Kühlung moderner High-End-Hardware zu ermöglichen.

  • Schräg montierte Seitenlüfter ersetzen klassische Frontlüfter
  • Zwei Hecklüfter für verbesserte Wärmeabfuhr
  • Großes L-förmiges Glasfenster für maximale Sicht auf Komponenten
  • Unterstützung für große Radiatoren und High-End-GPUs

Zalman P60 setzt auf ungewöhnliches Kühlkonzept statt klassischer Frontbelüftung

Das auffälligste Merkmal des Zalman P60 ist sein Kühlansatz. Während viele Gehäuse auf Frontlüfter setzen, um Frischluft direkt ins System zu leiten, verzichtet das P60 aufgrund der durchgehenden Glasfront auf diese Option. Stattdessen werden drei 120-mm-Lüfter seitlich platziert – allerdings nicht einfach parallel zur Gehäusewand, sondern in einem schrägen Winkel.

Diese Konstruktion soll den Luftstrom gezielt „um die Ecke“ führen und so die Hauptkomponenten wie Grafikkarte und CPU effizient erreichen. Unterstützt wird dieses Konzept durch sogenannte invertierte Lüfterblätter, die den Luftstrom optimieren und gleichzeitig das Erscheinungsbild durch sichtbare RGB-Elemente aufwerten.

Zusätzlich setzt Zalman auf gleich zwei Lüfter an der Rückseite. Dieses Setup ist eher ungewöhnlich, da viele Gehäuse hier nur einen einzelnen Lüfter vorsehen. Die erhöhte Anzahl dient nicht nur der besseren Wärmeabfuhr, sondern deutet auch auf ein großzügiges Innenlayout hin. Tatsächlich bietet das P60 ausreichend Platz, um selbst große Radiatoren – etwa 360-mm-Modelle – im Deckel oder am Boden zu verbauen.

Mit einem Volumen von über 65 Litern bewegt sich das Gehäuse im oberen Bereich klassischer Mid- bis Big-Tower. Das ermöglicht die Installation besonders großer Komponenten. Grafikkarten mit bis zu 435 mm Länge und CPU-Kühler bis 170 mm Höhe finden problemlos Platz, was das Gehäuse auch für leistungsstarke Gaming- oder Workstation-Systeme interessant macht.

Fokus auf Design, Platzangebot und moderne Hardware-Kompatibilität

Neben der Kühlung legt Zalman beim P60 großen Wert auf das Design. Das L-förmige Glasfenster zieht sich über die Front und die Seite, wodurch ein nahezu ungehinderter Blick auf die verbaute Hardware entsteht. Diese Bauweise liegt im Trend, bringt jedoch konstruktive Herausforderungen mit sich – insbesondere bei der Luftzirkulation.

Das gewählte Lüfterkonzept wirkt in diesem Kontext plausibel. Durch die Verlagerung der Luftzufuhr auf die Seite bleibt die Front optisch frei, ohne vollständig auf Frischluft zu verzichten. Gleichzeitig sorgt die Kombination aus Seiten- und Hecklüftern für einen gerichteten Luftstrom durch das Gehäuse.

Zalman P60
Bild: Zalman

Auch bei der Ausstattung zeigt sich das P60 solide. Neben Unterstützung für ATX-, Micro-ATX- und Mini-ITX-Mainboards stehen mehrere Montageplätze für Datenträger zur Verfügung, darunter klassische 3,5-Zoll-Festplatten und 2,5-Zoll-SSDs. Das I/O-Panel mit USB-A- und USB-C-Anschlüssen ist am unteren Frontbereich positioniert, was auf eine Nutzung des Gehäuses auf dem Schreibtisch ausgelegt ist.

Kleine Einschränkungen ergeben sich lediglich beim Netzteil: Mit einer maximalen Länge von 180 mm könnten besonders leistungsstarke Modelle mit über 1.200 Watt an ihre Grenzen stoßen. Für die meisten Systeme dürfte dieser Wert jedoch ausreichend sein.

Fazit: Zalman P60 kombiniert auffälliges Design mit durchdachter Kühlung

Das Zalman P60 geht mit seinem schrägen Lüfter-Setup einen ungewöhnlichen, aber nachvollziehbaren Weg, um Design und Funktion zu vereinen. Die Kombination aus großem Glasfenster und angepasstem Airflow-Konzept macht das Gehäuse besonders für optisch orientierte Builds interessant. Mit einem Preis ab etwa 150 Euro und sofortiger Verfügbarkeit positioniert sich das Modell attraktiv im gehobenen Mid-Tower-Segment.