PC-Komponenten

Noctua NH-L12 Ghost S1 Edition – perfekter CPU-Kühler für kompakte ITX-Systeme?

Montage

Für das Review kommt ein Testsystem auf einem Benchtable zum Einsatz. Dadurch können wir Faktoren wie einen Hitzestau im Gehäuse ausschließen. Das Testsystem besteht aus den folgenden Komponenten.

Wie bei allen aktuellen Kühlern von Noctua, wird auch beim Noctua NH-L12 Ghost S1 Edition auf das Multi-Plattform-Montage-System „SecuFirm2“ gesetzt. Dieses System beruht auf der Montage mit Backplate und Haltebügeln auf der Vorderseite. Für Intel-Systeme wird eine Backplate mitgeliefert, für AMD-Systeme kommt die Backplate des AMD-Retention-Moduls zum Einsatz. Unabhängig vom Sockel kann der Kühler in jeder Ausrichtung montiert werden. Nachfolgend zeigen wir einmal grob die Montage auf dem Sockel AM4.

Geht man von einem herkömmlichen AM4-Mainboard aus, muss dieses erstmal vorbereitet werden indem die Kunststoffbügel auf der Vorderseite entfernt werden. Die Backplate verbleibt hinter dem Mainboard. Nun setzt man die vier Kunststoffhülsen über die Montagelöcher der Backplate und legt anschließend die mitgelieferten Haltebügel aus Metall auf die Kunststoffhülsen. Je nach gewünschter Ausrichtung müssen an dieser Stelle die kurzen oder langen Bügel ausgewählt werden. Anschließend verschraubt man mit Hilfe von vier langen Schrauben die Haltebügel mit der Backplate.

Im letzten Schritt trägt man die Wärmeleitpaste gemäß Anleitung auf den Heatspreader der CPU auf, stellt den Kühler auf die CPU und verschraubt diesen mit den Haltebügeln. Der vormontierte Lüfter muss vor keinem der Montageschritte abgenommen werden und ermöglicht durch seine Rahmenbreite von 92 Millimetern die Montage von RAM-Modulen bis zu einer Höhe von 48 Millimetern.

Das SecuFirm2-Montage-System von Noctua gehört zu einem der besten Systeme auf dem Markt. Die Montageanleitung ist klar formuliert und bebildert. Das mitgelieferte Zubehör ermöglicht die sichere Montage des CPU-Kühlers in jeder Ausrichtung und durch den Einsatz von federgelagerten Schrauben wird die Gefahr eines zu hohen Anpressdrucks minimiert. Bei Bedarf kann beim Hersteller zudem kostenlos ein Montage-Kit für Sockel 1366 und Sockel 775 angefordert werden.

Durch seine Bauweise ist der Noctua NH-L12 S1 Ghost kompatibel bis bis zu 48 Millimeter hohen RAM-Riegeln. Damit passen zum Beispiel die beliebten G.Skill RipJaws als auch die G.Skill Trident Z unter diesen Kühler. Je nach Mainboard und Ausrichtung des Kühlkörpers könnte es aber dazu kommen, dass die Heatpipes über den PCIe-Slot ragen. Da der Sockel bei unserem Gigabyte B450 I Aorus Pro WIFI recht hoch auf dem Mainboard sitzt, gibt es bei dieser Hauptplatine keine Komplikationen. Außerdem führt Noctua zu jeden Kühler eine Kompatibilitätsliste.

Lautstärke und Kühlleistung

Wie bereits im vorherigen Kapitel aufgezeigt, verwenden wir als Testhardware ein AM4-System auf Basis des Ryzen 5 1400 und dem Gigabyte B450 I Aorus Pro WIFI. Der Ryzen läuft auf 3.8 GHz bei 1,25V. Der Lüfter des NH-L12 S1 Ghost war so verbaut, dass dieser die Luft durch den Kühler zieht und auf das Mainboard befördert.

Um den Prozessor aufzuheizen, wurde der Prozessor 15 Minuten mit Prime95 belastet. Die Temperatur der CPU wurde anschließend mit dem CPUID Hardwaremonitor ausgelesen. Dieser Test wurde in zwei verschiedenen Szenarien durchgeführt und anschließend mit den Werten des AMD Boxed Kühlers (Wraith Stealth) und mit denen des Noctua NH-L9a-AM4 verglichen. Während der Temperaturmessungen hatte der Raum eine Temperatur von 22° C.

Kühler Betriebsszenario RPM Temperatur
AMD Wraith Stealth 50% PWM 1500 rpm 102 °C (Absturz)
AMD Wraith Stealth 100% PWM 2650 rpm 87 °C
Noctua NH-L9a-AM4, 1x 92mm 50% PWM 1500 rpm 91 °C
Noctua NH-L9a-AM4, 1x 92mm 100% PWM 2500 rpm 75 °C
Noctua NH-L12 Ghost S1 Edition, 1x 92mm 50% PWM 1050 rpm 84 °C
Noctua NH-L12 Ghost S1 Edition, 1x 92mm 100% PWM 1800 rpm 68 °C

Betrachtet man die maximalen Temperatur-Werte des Noctua NH-L12 Ghost S1 und vergleicht diese mit denen der anderen Kühler, dann kann man schnell erkennen, dass dieser ITX-Kühler seine Sache ganz gut macht. Der Ryzen 5 1400 erreicht selbst bei einer niedrigeren Drehzahl keine kritischen Temperaturen. CPUs mit einer TDP von 105W oder höher wird der Noctua NH-L12 S1 Ghost aber wahrscheinlich nicht gut kühlen können. Solch hitzige Prozessoren finden aber meistens eh nicht den Weg in ein ITX-System.

Der Noctua-Lüfter agierte während der Belastungsszenarien überwiegend leise. Im niedrigen Drehzahlbereich ist er fast gar nicht zu hören. Bei voller Geschwindigkeit ist er dann zwar klar hörbar, nervt aber nicht und könnte mit Leichtigkeit von dem ein oder anderen Grafikkartenmodell übertönt werden. Nebengeräusche sucht man bei diesem Modell ebenfalls vergebens.

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Jonas

Ich bin Redakteur für diesen Blog und habe ein großes Interesse an PC-Hardware und PC-Basteleien aller Art. Mein Hauptfokus liegt derzeit jedoch im Bereich der PC-Gehäuse. Auch hauptberuflich bin ich im IT-Bereich unterwegs und wohne in Osnabrück

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