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Parkitect: Die Alpha der Indie-Freizeitparksimulation im Test

2016 war das Jahr der Freizeitpark-Manager: Das mittlerweile über zwölf Jahre alte Roller Coaster Tycoon 3 bekam mit Roller Coaster Tycoon World einen lange überfälligen Nachfolger und Frontier Developments bringt mit Planet Coaster einen ernstzunehmenden Konkurrenten an den Start. Doch abseits dieser großen und mit Spannung erwarteten Spiele erschien dieses Jahr noch ein weiterer Parkmanager auf der Bildfläche: Parkitect.

Parkitect ist das Pionierprojekt des deutsch-kanadischen Indie-Studios Texel Raptor und verfolgt einen etwas anderen Ansatz als die oben genannten Spiele. Parkitect fühlt sich anders an als die großen Konkurrenten und kommt auch viel bescheidener daher: statt aufwendiger 3D-Grafik hat Parkitect eher einen Comic-Look, der an die alten Roller-Coaster-Tycoon-Games erinnert. Auch beim Gameplay gibt es wenig Überraschungen. Wie mir das Spiel gefällt und ob ich Parkitect empfehlen würde, erfahrt ihr in meinem Test.

Gameplay

Das Erstellen eigener Achterbahnen ist intuitiv und macht Spaß

Das Gameplay von Parkitect entspricht weitestgehend dem der meisten Freizeitparksimulationen: Attraktionen bauen, Finanzen verwalten, Besucherzahlen erhöhen. Man startet mit einem leeren
Stück Land, auf dem der neue Freizeitpark entstehen soll. Lediglich ein großes Eingangstor befindet sich am Flächenrand. Nun heißt es bauen, was das Zeug hält: Wege, Bäume, Verkaufsstände, Attraktionen: Bereits in der Alpha ist die Auswahl an Objekten sehr groß. Nach kurzer Zeit kommen die ersten Besucher. Sie geben Geld aus und teilen ihre Meinung zu jeder Attraktion, die sie besuchen, mit. Um den Park zu betreiben bedarf es jedoch auch Personal, das den Park sauber hält, die Leute unterhält und die Verkaufsstände mit Ware versorgt. Letzteres Prinzip unterscheidet sich von den meisten anderen Spielen dieser Art, in denen die Ware in unbegrenztem Maße vorhanden ist.

Herbstlich gestalteter Park mit eingeblendeter Benutzeroberfläche

Ist der Kern des Parks einmal gebaut, geht es neben der ständigen Erweiterung und Verzierung hauptsächlich darum, die Finanzen und die Bedürfnisse der Besucher und Mitarbeiter zu managen. Wenn die Besucher zum Beispiel müde sind, kann man Bänke aufstellen, damit sie nicht vor Müdigkeit den Park verlassen. Auch die Mitarbeiter müssen sich regelmäßig ausruhen. Dazu baut man im Park verteilt Personalräume, in denen die Mitarbeiter ein Nickerchen machen können. Über Einnahmen und Ausgaben kann man sich mithilfe diverser Statistiken informieren und diese über die Eintrittspreise zum Park und zu den Attraktionen sowie über die Preise an den Verkaufsständen und die Personalkosten beeinflussen. Auch in diesem frühen Status des Spiels ist das Finanzsystem schon sehr umfangreich implementiert und bietet viele Möglichkeiten zur Vergrößerung der Einnahmen.

Positiv hervorzuheben ist außerdem die Integration des Steam-Workshops, über den Baupläne für Achterbahnen, Gebäude und mehr geteilt und heruntergeladen werden können.

Grafik und Kamerasteuerung

Der Grafikstil von Parkitect ist einfach, aber ansprechend
Der Grafikstil von Parkitect ist einfach, aber ansprechend

Wie schon eingangs erwähnt, bietet Parkitect keine so aufwendige Grafik wie zum Beispiel Roller Coaster Tycoon World. Diese ist meiner Meinung nach für ein Aufbau-Strategiespiel wie Parkitect auch gar nicht nötig, da der Spielspaß vor allem durch gutes Gameplay zustande kommt. Nichtsdestotrotz verfolgt Texel Raptor ein einheitliches Design-Konzept, das durchaus eine gewisse Ästhetik besitzt.

Standardmäßig ist die Kamera in einer isometrischen Perspektive eingerastet und kann mit den Tasten Q und E jeweils um 90° gedreht werden. Wenn man möchte, kann man sie jedoch auch lösen und frei über dem Park schweben. Mit dem Mausrad kann man zusätzlich stufenlos zoomen. Insgesamt funktioniert die Kamerasteuerung sehr intuitiv und wirkt schon sehr ausgereift.

Entwicklungsstatus

Die Top-Down-Ansicht (Taste M) sorgt für Übersichtlichkeit

Obwohl Parkitect sich noch in der Alpha-Phase befindet, sind fast keine größeren Bugs auszumachen und das Spiel spielt sich sehr flüssig. Trotzdem werden mit jeder neuen Version zahlreiche Fehler beseitigt. Der Fokus der Entwickler liegt nun jedoch eher auf neuen Inhalten: Mit der neuen Alpha 7 kommt zum Beispiel die neue Attraktion „Go-Karts“ sowie ein neuer Hintergrundsong. Neuerungen wie Werbekampagnen und Vandalismus zeigen, wie tiefgehend und detailverliebt Parkitect ist. Das dreiköpfige Entwicklerteam ist sehr aktiv und bringt alle paar Monate eine neue Alpha-Version heraus. Außerdem gibt es bis dato über 120 sogenannte Devlogs, in denen neue Konzepte und Ideen mitgeteilt werden. Momentan verschlechtert sich die Performance noch sehr, wenn viele Objekte angezeigt werden müssen, zum Beispiel, wenn man in großen Parks weit herauszoomt. Dieses Problem ist jedoch bekannt und wird sicherlich noch adressiert werden. Auch Features wie Point-Of-View-Kameras für Attraktionen und Kampagnen wären sinnvolle Ergänzungen.

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Simon Buchholz

Ich bin seit 2016 bei Basic-Tutorials und interessiere mich besonders für Smartphones und Audio-Equipment. "Hauptberuflich" studiere ich Informatik in Lübeck.

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