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PayPal Abbuchung widerrufen – (wie) geht das?

PayPal ist ein beliebter Online-Bezahldienst, der das Einkaufen im Internet relativ bequem und sicher gestaltet. Nur was tun, wenn es ein Problem mit der Ware gibt, aber der Händler schon abgebucht hat? Kann man Abbuchungen über PayPal einfach widerrufen und sein Geld zurückfordern? Ja, das geht. Aber nur unter gewissen Voraussetzungen (wie immer). Ermöglicht wird das durch den sogenannten Käuferschutz, mit dem auch PayPal großflächig wirbt. Was dieser beinhaltet und wie man davon Gebrauch machen kann, zeigen wir jetzt.

Was ist der PayPal-Käuferschutz?

Er stellt sicher, dass Käufer ihr Geld zurückerhalten, wenn es Probleme mit der bestellten Ware gibt. Konkret deckt er folgende drei Szenarien ab:

  1. Die Ware wird überhaupt nicht geliefert.
  2. Es wird eine falsche Ware geliefert.
  3. Die gelieferte Ware ist defekt.

Ist einer dieser drei Gründe gegeben und sind die Voraussetzungen für den PayPal-Käuferschutz erfüllt (siehe nächster Absatz), kannst du dein Geld zurückfordern bzw. Abbuchungen widerrufen. Aber wie läuft das Ganze ab?

Im ersten Schritt musst du das Problem an PayPal melden, und zwar innerhalb von 180 Tagen nach der Abbuchung. Dadurch bekommst du zunächst die Möglichkeit, direkt den Verkäufer über dein PayPal-Konto zu kontaktieren und eine Einigung zu erbitten. Oftmals lassen sich solche Konflikte relativ einfach und schnell klären, ohne einen Antrag stellen zu müssen.

Falls jedoch keine Einigung erzielt werden kann, ist der finale und entscheidende Schritt die Antragstellung auf Käuferschutz. Diese muss innerhalb von 20 Tagen erfolgen, nachdem du das Problem gemeldet hast. PayPal tritt dann als oberste Instanz hinzu und wird den Fall für dich prüfen.

Voraussetzungen für den PayPal-Käuferschutz

Um überhaupt einen Käuferschutzantrag stellen zu können, solltest du vorab prüfen, ob auch alle Voraussetzungen dafür stimmen:

  1. Du musst die Bezahlung über ein registriertes PayPal-Konto oder direkt über eBay getätigt haben.
  2. Die Zahlung muss vollständig über PayPal erfolgt sein (keine Ratenzahlung).
  3. Die Ware ist ein materieller (also gegenständlicher) Artikel.
  4. Die Ware muss versendet worden sein.

Aus Punkt 3 und 4 ergibt sich allerdings die Tatsache, dass manche Warengruppen vom Käuferschutz ausgeschlossen sind. Das sind zum Beispiel Fahrzeuge, Spenden, immaterielle Güter (z.B. Zugriffsrechte auf digitale Inhalte), Gutscheine oder Grundeigentum. Eine komplette Liste aller Ausnahmen sowie generelle Informationen zum Käuferschutz findest du unter diesem Link.

Außerdem kannst du keinen Käuferschutz beantragen, wenn die bestellte Ware zwar intakt ist, sie dir aber beispielsweise nach der Lieferung nicht mehr gefällt oder du sie gar nicht mehr brauchst. Du darfst also nicht grob fahrlässig oder vorsätzlich handeln.

Gut zu wissen: Sind alle Voraussetzungen gegeben und wird dein Antrag auf Rückerstattung bewilligt, erhältst du neben dem gesamten Betrag auch die angefallenen Versandkosten.

PayPal Abbuchung widerrufen – so geht‘s

Wir wissen nun, dass man eine PayPal Abbuchung mithilfe des Käuferschutzes widerrufen kann, wenn alle Fristen eingehalten und Voraussetzungen dazu erfüllt sind. Wie das nun im Detail aussieht, wollen wir an einem Beispiel zeigen:

  1. Logge dich in deinem PayPal-Konto ein.
  2. Gehe im oberen Menü auf Aktivitäten und suche die konkrete Transaktion heraus, die du melden willst.
PayPal Transaktion – Problem melden

In der vollständigen Ansicht gibt es im unteren Bereich zwei wichtige Punkte: Erstens zeigt dir PayPal auf der linken Seite an, wie lange deine Frist noch geht, um besagte Transaktion als Problem zu melden (roter Pfeil). Zweitens findest du rechts daneben einen Link namens Problem melden (roter Kreis).

  1. Klicke auf „Problem melden“ und wähle die Art des Problems aus.
Art des Problems auf PayPal angeben

Wie im Screenshot dargestellt, stehen dir zur genauen Angabe des Problemgrunds vier Optionen zur Wahl:

  • „Ich habe einen gekauften Artikel nicht erhalten“
  • „Der erhaltene Artikel entspricht nicht der Beschreibung“
  • „Ich möchte einen unbefugten Kontozugriff melden“
  • „Ich habe ein Problem mit einer Abrechnung“

Sollte ein anderer Grund vorliegen, der hier nicht aufgeführt ist, empfehlen wir dir dich an den PayPal Kundenservice zu wenden.

  1. Stelle einen Käuferschutzantrag.
Konfliktlösungen für Käuferschutzantrag

Wenn das Problem gemeldet ist, wird der Verkäufer darauf aufmerksam gemacht, sodass man innerhalb der nächsten 20 Tage eine gemeinsame Lösung finden kann. Manchmal lässt sich aber keine Einigung erzielen. Dann kannst du einen Käuferschutzantrag stellen, um die Abbuchung komplett zu widerrufen. Hierzu klickst du im Übersichtsmenü von PayPal auf die drei Menü-Punkte (Schritt 1, Screenshot) und anschließend auf Konfliktlösungen im Drop-down-Menü (Schritt 2). Unter diesem Punkt werden dir alle offenen und geschlossenen Fälle aufgeführt.

Wichtig: Den Käuferschutz kannst du nur für offene Streitfälle beantragen. Lass dich deshalb nicht zum voreiligen Schließen des Falls verleiten, nur weil der Verkäufer dir zum Beispiel verspricht, die Ware neu zu schicken. Erst wenn du die richtige Ware in Händen hältst, ist der Fall abgeschlossen.

PayPal wird daraufhin den Fall von beiden Seiten klären (es gibt auch einen Verkäuferschutz) und entscheiden, ob dein Antrag bewilligt oder abgelehnt wird. Wenn du im Recht bist und der Käuferschutz greift, wird die Abbuchung widerrufen und du erhältst dein Geld zurück.

Was denkst du über das Thema? Hier geht es zu den Kommentaren!

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Simon Lüthje

Ich bin der Gründer dieses Blogs und interessiere mich für alles was mit Technik zu tun hat, bin jedoch auch dem Zocken nicht abgeneigt. Geboren wurde ich in Hamburg, wohne nun jedoch in Berlin.

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