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„Perception“ im Test – Wenn du das Böse nur hören kannst

Gameplay II: Eine Chronologie des Grauens

Die gesamte Geschichte von Perception beinhaltet vier in sich geschlossene Kapitel, die allesamt in einer unterschiedlichen Epoche angesiedelt sind und sich zu einem spannenden Gesamtkonstrukt vereinen. Jede kleine Episode behandelt dabei eine schicksalhafte Tragödie von Personen, die sich in der Vergangenheit im Haus zugetragen hat und euch dem Rätsel rund um das Anwesen jeweils ein kleines Stück näherbringt. Befindet ihr euch anfangs noch in der Gegenwart, führt euch das Geschehen mitunter in das 19. Jahrhundert in die Ära der Hexenverfolgung sowie in die Zeit des ersten Weltkriegs. In weiteren gruseligen Kapiteln geht um einen Bastler, der roboterartige Puppen entwickelt oder gar um die Geschichte eines jungen Ehepaares. So nähert ihr euch nach und nach dem Schlüssel zu Cassies Albträumen und erlebt eine Märchensammlung des Grauens. Dank der verschiedenen Zeitebenen nutzt sich das Setting niemals ab und bleibt trotz einheitlicher Kulisse abwechslungsreich und spannend. Zwar kreiert das Spiel hier einen durchaus interessanten Erzählstil, dennoch scheint das gesamte Konstrukt nicht bis zum Ende gedacht, sodass der Plot letztlich einige Spieler verwirren könnte. Der mysteriöse Touch weiß die Spannung jedoch auf einem konstant hohen Level zu halten, allerdings kann sich diese mitunter auch deswegen so gut entfalten, da der Spielumfang mit vier bis fünf Stunden relativ begrenzt ist.

Balance: Human, aber dennoch nervig

Wenn auch der Schwierigkeitsgrad recht human ausfällt und man sich fast immer vor der bedrohenden Präsenz retten kann, spielt das Checkpoint-System dem Spieler jedoch nicht gerade in die Karten. So liegen die Rücksetzpunkte, an denen ihr nach dem Game Over Bildschirm startet, meist deutlich hinter den letzten Speicherpunkten, was ebenso sinnlos wie nervig ist.

Steuerung: Viel Abwechslung gibt es hier nicht

Hinsichtlich der Steuerung erfordert der Umgang mit den Echolots nur wenig Übung und ist schnell verinnerlicht. Dennoch lässt sich nicht leugnen, dass das permanente Hämmern auf die Leertaste durchaus ermüdend sein kann, wenn man sich gerade wieder durch die düsteren Gänge des Hauses schleicht.

Perception

Grafik und Sound: Hörst du die Stimmen?

Ähnlich sieht es mit dem Spieldesign aus, welches die Blindheit der Protagonistin für den Spieler authentisch und zu einem wichtigen Element macht. So vermittelt euer Sichtfeld, das durchweg an ein Fotonegativ erinnert, zwar anfangs gekonnt eine unbehaglich düstere Stimmung, verliert jedoch im Laufe des Geschehens zunehmend seinen Reiz.

Dem gegenüber steht ein Sounddesign, das nicht besser hätte eingesetzt werden können. So jagt euch die schaurige Musik permanent einen kalten Schauer über den Rücken und lässt erahnen, dass nichts Gutes in dem Haus weilt. Unterstrichen wird das Ganze durch geheimnisvolle Geräusche und gar leise säuselnde Stimmen, die überraschend einsetzen, um im nächsten Moment wieder zu verstummen.

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