Bei vielen Registrierungen im Netz wirst du nach mehr Daten gefragt, als eigentlich nötig wären – Adresse, Telefonnummer, Geburtsdatum, alles bei Anbietern, denen du im Zweifel kaum vertraust. Eine alternative Identität ist die einfachste Antwort darauf: Du gibst Daten an, die zu dir führen, wenn du es willst, aber nicht ohne Umweg. Diese Anleitung zeigt, wie du das in der Surfshark-App einrichtest, wo die Methode an Grenzen stößt und wie du Datenlecks frühzeitig erkennst.
Hinweis: Wenn du Surfshark erst noch einrichten musst, hilft unsere Surfshark VPN Anleitung: Einrichten, Streaming freischalten, sicher surfen. Den Download findest du auf der Hersteller-Website.
Warum eine alternative Identität sinnvoll ist
Webseiten sammeln in der Regel mehr Daten, als sie für ihren eigentlichen Zweck brauchen. Diese Daten landen in Datenbanken, werden weiterverkauft, in Datenpannen geleakt oder von Dritten zur Profilbildung genutzt. Die typischen Risiken:
- Spam und Werbung aus zweifelhaften Quellen, oft jahrelang nach der Anmeldung
- Weitergabe an Dritte – häufig versteckt im Kleingedruckten der Datenschutzerklärung
- Datenlecks, bei denen E-Mail, Passwort und manchmal weitere Daten öffentlich werden
- Identitätsmissbrauch in Extremfällen, wenn genug Datenpunkte zusammenkommen
Die einfache Faustregel: Je weniger echte Daten du preisgibst, desto besser. Für Plattformen, denen du nicht voll vertraust – und das sind ehrlicherweise die meisten – ist eine alternative Identität die effizienteste Schutzmaßnahme.
Surfshark Alternative ID einrichten
Mit der Alternative ID erstellst du in Surfshark ein paar Klicks lang eine künstliche Identität: Name, Geburtsdatum und eine echte Wegwerf-E-Mail-Adresse, die Mails an deine echte Adresse weiterleitet. Wer mehrere Plattformen mit unterschiedlichen Identitäten nutzen will, kann beliebig viele Alternativen erstellen.
Schritt 1: Alternative ID öffnen
Im Surfshark-Menü findest du den Bereich Alternative ID.
Surfshark öffnen, anmelden, in der Seitenleiste den Bereich Alternative ID aufrufen. Falls die Funktion nicht sichtbar ist: Im Kontoportal prüfen, ob das Feature im Abo enthalten ist.
Schritt 2: Persona generieren
Surfshark generiert Vorname, Nachname und Geburtsdatum automatisch.
Die alternative Persona wird per Klick erzeugt und kann beliebig oft neu generiert werden, bis Name und Daten passen.
Schritt 3: Alternative E-Mail-Adresse erstellen
Die alternative E-Mail-Adresse ist eine echte Adresse – Mails landen aber bei dir.
Die generierte E-Mail-Adresse ist voll funktional. Sie nimmt Mails entgegen und leitet sie an die hinterlegte echte E-Mail-Adresse weiter. Spam lässt sich später einfach loswerden, indem du die Alternative ID löschst – die echte Adresse bleibt unsichtbar.
Schritt 4: Echte E-Mail verknüpfen
Die Weiterleitung läuft im Hintergrund – Dienste sehen nur die alternative Adresse.
Schritt 5: Fertigstellen und nutzen
Nach der Bestätigung steht die Alternative ID zur Nutzung bereit.
Die fertigen Daten kannst du kopieren und bei der Registrierung eines Online-Dienstes einsetzen. Tipp: Für jede Plattform eine eigene Alternative ID anlegen. Wenn dann doch mal Spam kommt, weißt du sofort, welche Plattform deine Daten weitergegeben hat.
Wichtig: Eine alternative Telefonnummer ist aktuell nur für Nutzer in den Vereinigten Staaten verfügbar. In Deutschland bleibt für Telefonnummern nur der Verzicht oder die Nutzung einer Prepaid-Zweitnummer.
Datenleck-Monitor: Erkennen, wenn doch was passiert
Surfshark prüft gezielt, ob deine E-Mail-Adressen in bekannten Datenlecks auftauchen und informiert dich bei neuen Treffern.
Selbst die beste Vorsicht hilft nicht, wenn ein Anbieter, dem du deine Daten anvertraust, gehackt wird. Surfshark überwacht deshalb permanent, ob deine hinterlegten Daten in bekannten Datenlecks auftauchen. Überwacht werden in der Regel:
- E-Mail-Adressen – sowohl die echten als auch die alternativen
- Kreditkartendaten, falls hinterlegt
- Ausweisdokumente, je nach Tarif
Wird ein Match gefunden, schlägt der Dienst Alarm. Du kannst dann sofort reagieren – Passwörter ändern, betroffene Accounts sperren, Karten ersetzen lassen.
Inkogni: Daten automatisiert entfernen lassen
Inkogni stellt automatisierte Löschanfragen bei Datenhändlern.
Inkogni ist ein Schwesterprodukt von Surfshark, das einen großen Schwachpunkt der manuellen Datenpflege adressiert: Personensuchmaschinen und Datenhändler („Data Broker“). Diese Dienste sammeln öffentliche und halböffentliche Informationen aus dem Netz und verkaufen daraus zusammengestellte Profile.
Mit Inkogni gehst du dagegen automatisiert vor:
- Einmalig Vollmacht erteilen, damit Inkogni in deinem Namen handeln darf
- Inkogni stellt Löschanfragen bei einer breiten Liste von Datenhändlern
- Du erhältst regelmäßige Updates zum Fortschritt
- Wiederholungsläufe sorgen dafür, dass auch neu auftauchende Einträge entfernt werden
Was Inkogni für dich anfasst:
- Name und Adresse
- Telefonnummern
- E-Mail-Adressen
- Öffentlich verfügbare Profildaten
In der individuellen Variante übernimmt zusätzlich ein Expertenteam die Identifikation besonders sensibler Datenquellen. Im Vergleich zu manuellen DSGVO-Anfragen ist die Reichweite deutlich größer – allerdings nicht unbegrenzt: Inkogni arbeitet die Anbieter ab, die der Dienst kennt; eigene gezielte Löschanfragen bleiben für individuelle Fälle weiterhin sinnvoll. Wer manuell vorgehen will, findet die Anleitung in unserem Beitrag Persönliche Daten aus dem Internet entfernen.
Schritt-für-Schritt: Sichere Registrierung im Alltag
Bei der Registrierung kommen die Daten der Alternative ID zum Einsatz.
So sieht der Workflow für eine typische Registrierung aus:
- Pflichtfelder identifizieren – nur diese müssen ausgefüllt werden, alles andere kann frei bleiben.
- Alternative ID einfügen – Name, Geburtsdatum und alternative E-Mail.
- Plausible Daten verwenden – auch generierte Daten sollten realistisch wirken (kein „Donald Duck“), sonst sperren Anbieter den Account später als verdächtig.
- Sicheres, einzigartiges Passwort aus dem Passwort-Manager nehmen.
- Verbindung über VPN absichern, um zusätzlich Tracking zu reduzieren.
Die Bestätigungs-Mail kommt über die Weiterleitung in der echten Inbox an.
Nach erfolgreicher Anmeldung läuft alle Kommunikation über die alternative Adresse, die Mails landen aber automatisch in deinem echten Postfach – im Beispiel oben eine Bestätigung von Alibaba.com.
Wenn die alternative Identität nicht funktioniert
Registrierung wird abgelehnt
Ursache: Daten zu unrealistisch oder Pflichtfelder unvollständig. Manche Plattformen erkennen offensichtlich generierte Daten und blockieren die Anmeldung.
Lösung: Plausible, alltagsnahe Daten verwenden – vorzugsweise per Surfshark generiert, da diese realistisch wirken. Alle Pflichtfelder ausfüllen, gegebenenfalls eine andere Alternative ID generieren.
Account wird nachträglich gesperrt
Ursache: Inkonsistente Angaben zwischen Anmeldung und späterem Login (z. B. unterschiedliches Geburtsdatum) oder als Fake erkannte Daten.
Lösung: Die einmal generierten Daten dauerhaft notieren und immer dieselben verwenden. Pro Plattform eine ID, die auch bei späteren Logins identisch bleibt.
Daten landen trotzdem im Tracking
Ursache: Webseiten setzen Cookies, Browser-Fingerprinting und andere Tracking-Mechanismen ein, die unabhängig von den eingegebenen Daten arbeiten.
Lösung: VPN aktivieren, Tracking-Schutz im Browser nutzen (z. B. uBlock Origin, Privacy Badger), Cookies regelmäßig löschen oder Inkognito-Modus verwenden.
Verifizierung per Telefonnummer wird verlangt
Ursache: Anbieter setzt SMS-Verifikation als Pflicht an.
Lösung: In den USA über die Alternative-Number-Funktion lösen, in Deutschland bleibt nur eine Prepaid-Zweitnummer oder der Verzicht auf den Dienst.
Was geht – und was nicht
Eine alternative Identität schützt nicht vor allem. Drei Grenzen sind wichtig zu kennen:
- Verifizierte Dienste: Banken, behördliche Plattformen oder regulierte Anbieter (Krypto-Börsen, Versicherungen) verlangen echte Daten und Identitätsnachweise. Hier funktioniert keine alternative Identität – darf sie auch nicht.
- Tracking im Hintergrund: Selbst wenn du nur eine Wegwerf-E-Mail eingibst, sammeln viele Webseiten weitere Daten via Cookies, Fingerprinting und IP-Logs. Dagegen helfen nur ein VPN und Browser-Schutz.
- Vollständige Anonymität: Im Alltag praktisch unerreichbar. Realistisches Ziel: digitale Spur reduzieren, nicht eliminieren.
FAQ
Kann ich mich komplett anonym registrieren?
In den meisten Fällen nein. Viele Dienste verlangen mindestens eine E-Mail-Verifizierung; einige zusätzlich Telefonnummer oder Identitätsnachweis. Eine alternative Identität reduziert die Datenmenge, ersetzt aber keine vollständige Anonymität.
Ist es legal, alternative Daten zu nutzen?
Ja, solange keine Täuschungs- oder Betrugsabsicht vorliegt. Bei privaten Newslettern oder Foren ist das unproblematisch. Bei Verträgen, Behörden oder zahlungspflichtigen Diensten musst du die echten Daten angeben – sonst riskierst du nicht nur den Account, sondern unter Umständen auch rechtliche Konsequenzen.
Warum werden meine Daten trotzdem gesammelt?
Weil Tracking auch ohne Eingabefelder funktioniert: Cookies, IP-Adresse, Browser-Fingerprint. Eine alternative Identität schützt die Daten, die du aktiv eingibst – nicht die, die im Hintergrund automatisch erfasst werden.
Hilft ein VPN beim Datenschutz?
Ja, in Kombination mit der Alternative ID besonders wirksam. Das VPN verschleiert IP-Adresse und Standort; die Alternative ID schützt die Eingabedaten. Beides zusammen reduziert die Profilbildung deutlich.
Was ist die größte Gefahr?
Zu viele echte Daten freiwillig preiszugeben. Jede zusätzliche Information erhöht die Angriffsfläche im Falle eines Datenlecks.
Wie kombiniere ich Alternative ID und Inkogni am sinnvollsten?
Alternative ID für alle neuen Registrierungen, Inkogni für die bereits bestehenden Daten bei Datenhändlern. So setzt du an beiden Enden des Problems an.
Fazit
Eine alternative Identität ist die einfachste, schnellste Methode, persönliche Daten bei Online-Anmeldungen zu schützen – besonders bei Diensten, denen du nicht voll vertraust. Surfshark bündelt das mit Datenleck-Monitoring und (über Inkogni) automatisierter Löschung in einem Paket. Wer das nutzt, reduziert seine digitale Spur in wenigen Klicks deutlich.
Wichtig bleibt das richtige Augenmaß: Bei seriösen Verträgen und Behörden gelten echte Daten, und vollständige Anonymität ist eine Illusion. Wer aber bewusst zwischen „echt“ und „alternativ“ trennt, kombiniert Komfort mit echtem Datenschutz. Mehr zur Vertiefung in unseren Artikeln AI-Phishing und Deepfake-Schutz und Persönliche Daten aus dem Internet entfernen.