Zendure: Dynamische Stromtarife nutzen — Schritt-für-Schritt

Jens Scharfenberg
Jens Scharfenberg · 5 Min. Lesezeit
Zendure HEMS Energiemanagement Übersicht

Ein Zendure-Speicher mit HEMS und ZENKI-Steuerung kann sein volles Potenzial erst dann ausspielen, wenn er weiß, wann Strom gerade günstig ist. Genau dafür sind dynamische Stromtarife da. Zendure macht die Einrichtung eines solchen dynamischen Stromtarifs bewusst unkompliziert. In diesem Tutorial zeigen wir Schritt für Schritt, wie ihr entweder Zendures eigenen Tarif ZenWave aktiviert oder einen bestehenden dynamischen Tarif in die App einbindet, damit ZENKI damit arbeiten kann.

Was ihr vorher braucht

Bevor es losgeht, kurz die Voraussetzungen:

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Wichtig vorab: Ihr müsst euch für einen von zwei Wegen entscheiden. Entweder ihr bindet euren bestehenden Stromanbieter ein (Zendure unterstützt 870 Anbieter in 32 europäischen Märkten), oder ihr wechselt direkt zum hauseigenen Tarif ZenWave, der besonders eng mit ZENKI verzahnt ist. Beide Wege laufen technisch ähnlich ab, unterscheiden sich aber im Detail.

Weg 1: Bestehenden dynamischen Tarif verbinden

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Wer schon einen dynamischen Stromvertrag hat und nur die Preisdaten an ZENKI weiterreichen möchte, geht so vor:

Schritt 1 – App öffnen und HEMS-Bereich ansteuern
Öffnet die Zendure-App und wechselt in den Energiemanagement-Bereich eures Geräts. Dort findet ihr die Einstellungen für Tarife und Preissignale.

Schritt 2 – Anbieter auswählen
In der Anbieterliste sucht ihr euren aktuellen Stromversorger. Dank der breiten Unterstützung ist die Trefferquote hoch, gerade bei den gängigen dynamischen Tarifanbietern in Deutschland und Österreich.

Schritt 3 – Zugangsdaten oder API-Freigabe hinterlegen
Je nach Anbieter braucht ihr entweder eure Vertragsdaten oder müsst eine Freigabe für den Datenzugriff erteilen. Das läuft in der Regel über einen geführten Dialog in der App, der euch Schritt für Schritt durch die Verknüpfung führt.

Schritt 4 – Verbindung testen
Nach der Einrichtung solltet ihr in der App eine aktuelle Preiskurve für den Tag sehen. Ist die Kurve leer oder wirkt veraltet, lohnt sich ein Blick in die Verbindungseinstellungen. Hier hilft meist ein erneutes Speichern der Zugangsdaten.

Weg 2: ZenWave direkt in der App aktivieren

Wer noch keinen dynamischen Tarif hat oder ohnehin wechseln möchte, kann ZenWave direkt im Zendure-Ökosystem abschließen. Das ist der Weg mit der engsten Integration, weil Tarif und Hardware aus einer Hand kommen.

Schritt 1 – Bereich „ZenWave“ öffnen
In der App findet ihr einen eigenen ZenWave-Bereich. Dort startet ihr den Vertragsabschluss.

Schritt 2 – Persönliche Daten eingeben
Name, Adresse und die weiteren für einen Stromvertrag üblichen Angaben werden direkt in der App abgefragt.

Schritt 3 – Vertrag online unterzeichnen
Der Stromvertrag wird digital unterschrieben, ganz ohne Papierkram. Der Tarif basiert auf den Einkaufspreisen der Strombörse EPEX Spot und läuft zu 100 Prozent auf zertifiziertem Ökostrom.

Schritt 4 – Automatischer Anbieterwechsel
Nach der Unterschrift übernimmt das System den Wechsel automatisch im Hintergrund. Realistisch solltet ihr hier mit eine Wartezeit von einigen Wochen rechnen, bis der neue Tarif tatsächlich aktiv ist. Das ist bei Tarifwechseln in Deutschland aber eine gängige Wartezeit.

Preislich liegt ZenWave mit 4,99 Euro Grundgebühr pro Monat und 1,59 Cent Servicegebühr pro Kilowattstunde vergleichsweise günstig, gerade im Vergleich zu Wettbewerbern, die oft 10 bis 15 Euro Grundgebühr aufrufen.

ZENKI mit den Preisdaten arbeiten lassen

Sobald die Preisdaten fließen – egal ob über den eigenen Anbieter oder ZenWave – geht es an die eigentliche Steuerung:

Schritt 1 – Passenden Modus wählen
Wechselt in den ZENKI-Modus, damit das System die Preissignale tatsächlich für Lade- und Entladeentscheidungen nutzt. Der Auto-Modus reagiert zwar auch auf Echtzeitbedingungen, bezieht aber keine Preisprognosen mit ein. Wer eigene Regeln bauen möchte, kann alternativ in den Expert-Modus wechseln und dort mit der 15-Minuten-Preiskarte eigene Zeitfenster definieren.

Schritt 2 – Priorisierung einstellen
Legt fest, welche Verbraucher bevorzugt aus dem Speicher oder zu günstigen Preisphasen versorgt werden sollen. Hier lassen sich beispielsweise auch Großverbraucher wie Wallbox oder Wärmepumpe einbinden.

Schritt 3 – Benachrichtigungen aktivieren
Aktiviert die E-Mail-Hinweise auf negative Strompreise, falls verfügbar. Das ist besonders praktisch, um größere Verbraucher gezielt in Zeiten zu legen, in denen ihr fürs Laden sogar noch Geld bekommt statt zu bezahlen.

Kontrolle behalten: Preiskarte und Live-Kostenverfolgung

Nach der Einrichtung lohnt sich in den ersten Tagen ein regelmäßiger Blick in die App. Die Preiskarte zeigt auf einen Blick, wann Energie gerade günstig ist, während die Live-Kostenverfolgung euch zeigt, wie viel ihr im Vergleich zu einem Festpreistarif tatsächlich spart.

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Wer mag, kann darüber auch nachvollziehen, ob die gewählten Regeln im Expert-Modus wirklich zum eigenen Verbrauchsverhalten passen, oder ob sich Anpassungen lohnen.

Typische Stolperstellen

Ein paar Punkte, die in der Praxis öfter für Rückfragen sorgen:

  • Smart Meter fehlt: Ohne Smart Meter kennt ZENKI zwar die Strompreise, aber nicht den tatsächlichen Hausverbrauch. Die Optimierung arbeitet dann deutlich gröber, was sich negativ aufs Sparpotential auswirkt.
  • Anbieterwechsel dauert: Sowohl bei ZenWave als auch beim Verbinden eines Bestandstarifs braucht der eigentliche Wechsel Zeit. Das System läuft in der Übergangsphase meist im bisherigen Modus weiter.
  • Keine garantierte Ersparnis: Dynamische Tarife lohnen sich vor allem für Haushalte, die Verbrauch flexibel verschieben können. Wer rund um die Uhr gleichmäßig Strom verbraucht, profitiert weniger stark.

Fazit

Die Einrichtung eines dynamischen Stromtarifs mit Zendure ist in wenigen Schritten erledigt, egal ob ihr euren bestehenden Anbieter einbindet oder direkt zu ZenWave wechselt. Der eigentliche Mehrwert entsteht aber erst im Zusammenspiel mit Smart Meter und dem richtigen ZENKI-Modus. Erst dann kann die Steuerung Preise, Wetter und Verbrauch wirklich zusammenführen, statt nur stumpf einem Tarifverlauf zu folgen. Die gute Nachricht: Wer sich einmal die Zeit für die Einrichtung nimmt, muss sich danach kaum noch aktiv kümmern.

Bilder: Zendure