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Testbericht: Das Galaxy S7 ist das beste Smartphone, das Samsung je gebaut hat

Multimedia

Die Paradedisziplin der Samsung Smartphones ist immer wieder auch der Multimedia Bereich. Wofür sonst ist ein großes und mit derlei Farben gesegnetes Display wohl geeignet? Bilder und Videos sehen fantastisch auf dem Gerät aus. Ob das nun die mit dem Phone gemachten Bilder oder andere Aufnahmen sind. Es ist eine Freude, etwas auf dem Gerät zu betrachten. Wenn man aber den Anspruch hat, ein Flagship-Phone zu stellen, müssen auch Fotos, Videos, Sound überzeugen. Fangen wir mit dem Sound an. Samsung verbaut einen Mono-Lautsprecher, der einen durchaus überzeugenden Klang abliefert…für einen Mono-Lautsprecher wohlgemerkt. Man hört sogar etwas Bass, wenn man genau hinhört. Nutzt man aber den 3.5 mm Klinkenstecker um eine entsprechende Anlage zu befeuern oder ein paar gute Kopfhörer, erhält man eine klaren, ausgewogenen Sound mit wunderschön ausbalanciertem Klang. Die mitgelieferten Ohrhörer finde ich zwar nicht besonders gut, aber das kann man ja ändern, wenn man mag.

Die Kameraqualitäten vom S7 und auch vom Vorgänger S6 haben viele Fans gefunden. Zu Recht möchte ich sagen, denn Samsung zeigt auf einem Smartphone mit scharfem und farbenfrohem Display, scharfe und farbenfrohe Bilder, die mit der internen Kamera gemacht wurden. Auch dieses mal enttäuscht Samung nicht und liefert das, was wir wollen. Die Fotos sind sehr gut für ein Smartphone. Um die Lowlight-Fähigkeiten zu verbessern, hat Samsung die Pixelzahl auf 12 MP reduziert, die Pixel auf 1.4 Mikrometer und die Blende auf 1.7 vergrößert. Das ist ein Standardworkaround um bei wenig Licht bessere Bilder zu ermöglichen. Zusammen mit einem Bildstabilisator, sind dann etwas höhere Verschlusszeiten erreichbar. Letztlich bleibt es eine Kamera eines Smartphones, dafür aber eine sehr, sehr gute. Anbei findet ihr wie immer ein paar Probeaufnahmen. Besonders bei wenig Licht ist es schon ein wenig herausragend, was das S7 da abliefert. Das gilt auch für Selfies, deren zuständige Kamera Samsung ebenfalls mit einer lichtstarken 1.8er Blende ausrüstet, was durchaus schöne Selfies bei Tag und bei Nacht (mit Display-Blitz) ermöglicht.

Dennoch möchte ich auch auf ein paar Schwachstellen hinweisen. Die Software von Samsung führt eine starke Nachbearbeitung durch, schärft stark, was feine Details kosten kann und auch Farben sind zu gesättigt. Sieht auf dem Display toll aus, ist aber dadurch auch weniger realistisch. Diesen kleinen Trick, um etwas schärfer wirken zu lassen, kann jeder auch selbst prüfen. Schaut euch mal bei Tageslicht einen kleinen Berg mit Wald darauf an, während ihr eine Sonnebrille mit leicht gelblichen Gläsern tragt. Die ganze Stimmung wird wärmer und ohne tatsächlich erhöhte Schärfe, wirkt das Ganze auf einmal schärfer.  Ich persönlich finde natürliche Farben im direktem Vergleich besser, schaue ich mir aber nur das Foto auf dem S7 an, habe ich nichts an ihnen auszusetzen.

Insgesamt also hervorragende Kameraqualitäten. Der vielfach gerühmte Fokus ist wirklich superschnell und sitzt fast immer auf den Punkt. Das ist auch ein großer Vorteil für Videos, die bis zu 4K vom Galaxy aufgenommen werden und dank optischen Bildstabilisator sehr schön ruhig wirken. Besonders gut fand ich, dass es keinen pumpenden Autofokus gab und so entstehen sehr schöne Videos mit ebenfalls klarem Stereo-Sound. Es gibt also nahezu nichts zu beanstanden in Sachen Multimedia. Hut ab Samsung!

Software

Samsung Galaxy S7

Während andere Hersteller sich augenscheinlich näher an Vanilla-Android heranbewegen, bleibt Samung seinem Touch-Wiz treu und liefert damit wiedermal ein quietschbuntes Vergnügen. Ich persönlich bin da eher froh, dass ich auch andere, weniger bunte Themes installieren kann. Wer schon mal ein Samsung-Phone in den letzten Jahren gennutzt hat, wird sich wohl schnell wieder zurecht finden. Einige nette Features sind aber dazu gekommen. So gibt es nun einen Modus oder besser eine App mit Namen Game-Launcher, die es erlaubt, Benachrichtigungen beim Spielen im Hintergrund zu halten, Screenshots und Aufnahmen zu erstellen oder die Auflösung zur Akkuoptimierung anzupassen. Eine weitere Neuerung ist das Always-On Display, das bei mir einen zwiespältigen Eindruck hinterlässt. Einerseits habe ich tatsächlich das Handy weniger in die Hand genommen, wenn ich zum Beispiel nur die Uhrzeit wissen wollte. Andererseits hat es mich Abends schon im Augenwinkel irritiert, wenn die Anzeige auf dem Display die Position änderte und umsprang. Am Ende kann man selbst wählen, ob man es nutzt oder nicht. Die Software ist auf die Hardware gut abgestimmt und läuft flüssig und flott. Das gilt auch für den Fingerabdrucksensor, der zuverlässig und schnell arbeitet. Das S7 hat das Marshmallow Update bereits erhalten und wird vermutlich auch Nougat bekommen.

Zubehör

Man nehme ein typisches Samsung Headset dieser Tage und ein Schnelladegerät mit 2 Ampere und fertig ist das Zubehör. Wieso bei weit über 500 Euro kein Stück weiteres Zubehör wie Schutzfolien (Glas vorne und hinten!!!) oder eine kleine Tasche beiliegen? Man weiß es nicht und ich kann nicht verstehen, weshalb man nicht auch über diese einfachen Beigaben die Kundenzufriedenheit erhöht. Mit anderen Worten – Standardzubehör – Nothing special!

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Stefan Bumann

Etwas älter aber seit Jugendzeiten in Sachen Hard- und Software dabei. Studiere aktuell Informatik an der Universität zu Lübeck. Erste Konsole: Atari 2600 Erster Rechner: Amiga 600 Erster PC: 486 SX 25 Erster Handheld: GameBoy Original

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