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„Shiness: The Lightning Kingdom“ im Test – Bunt, wie es nur ein Fantasy-Rollenspiel sein kann

Gameplay ll: Jeder im Bund hat seine Stärken

Aber nicht nur hinsichtlich der Kämpfe lohnt sich ein genauer Blick auf das Skillset eurer Gefährten. Jeder Charakter besitzt außergewöhnliche Spezialfähigkeiten, die vor allem bei intensiven Erkundungspassagen eine zielsichere Koordination erfordern. So kann Chado kleine Hinkelsteine beschwören und diese als Wurfgeschosse nutzen, um brüchige Wände einzureißen. Poky kann mit seinem Schraubenschlüssel Energieströme umleiten und Gegenstände ähnlich wie ein Magnet anziehen. Askel legt mit seiner Pflanzenpeitsche gerne mal entfernte Schalter um und zieht schwer erreichbare Gegenstände mit einem Hieb heran. Kayenne manipuliert mittels Telekinese entfernte Objekte, während Rosalya per Konzentration Geheimwege ausfindig macht.
Immer wieder könnt ihr Tieren unentdeckt nützliche Items abluchsen und diese bei einem von vielen Händlern gewinnbringend eintauschen. Vor allem wertvolle Schriftrollen versehen eure Charaktere mit immer neuen Techniken und lassen eure Statuswerte kontinuierlich in die Höhe schnellen. In vielfachen Nebenquests erkundet ihr zauberhafte Orte, durchstreift schillernde Städte und schließt Freundschaft mit interessanten Figuren. Immer wieder kommt es bei diesen Begegnungen zu ausgiebigen Dialogen, in denen ihr verschiedene Entscheidungen trefft und damit den Spielverlauf ganz nach eurem Gusto steuert. Und wenn auch dieser Umstand dem Game zwar eine angenehme erzählerische Tiefe verleiht, halten sich die wirklichen Folgen ziemlich in Grenzen.

Balance: Wenig Speicherpunkte – seichte Rätsel

Hinsichtlich der Balance wurde leider auf verschiedene Schwierigkeitsgrade verzichtet und auch mit einer Schnellspeicherfunktion geizt das Spiel beharrlich. Daher ist es ratsam, die rar gesäten Speicherpunkte regelmäßig zu aktivieren, da euch das nächste Gefecht andernfalls ordentlich zurückwerfen kann. Dafür bleiben die Rätsel verhältnismäßig einfach, sodass ihr an dieser Stelle nur selten in eine Sackgasse geraten werdet. Hier hätte das Game durchaus etwas strenger sein und auf so manche Lösung auf dem Präsentierteller verzichten dürfen.

Steuerung: Die Vorteile liegen im gegnerischen Feld

In Sachen Steuerung spielt Shiness: The Lightning Kingdom eher dem Gegner in die Tasche als dem Spieler selbst. Zwar gehen sämtliche Attacken und Moves zunächst gut von der Hand, die eigentliche Ausführung geschieht jedoch selten punktgenau und tritt erst mit reichlich Verzögerung ein. Das gibt eurem Gegner vor allem in rasanten Gefechten immer genug Spielraum, um eure Deckung zu durchbrechen und euch in die Knie zu zwingen. Auch die Kameraführung entwickelt gerne mal ihr Eigenleben, sodass der Spielheld samt Feind immer wieder aus dem Blickfeld geraten.

Grafik und Sound: Eine bonbonfarbene Anime-Welt

Optisch punktet das Game mit einer pastellfarbenen Anime-Optik, der zwar etwas generisch ausfällt, jedoch mit einem hohen Detailgrad punkten kann. So sieht man einzelne Grashalme im Sonnenlicht wanken und jeder Winkel besticht mit klaren Linien und scharfen Konturen. Dazu gesellt sich eine fröhliche akustische Untermalung, die durch den geschickten Einsatz abwechslungsreicher Musikstücke jeder Themenwelt in Shiness: The Lightning Kingdom ihren individuellen Charakter verleiht. Auch die Vertonung samt deutscher Übersetzung ist gelungen und bettet sich wunderbar in den verträumten Comicstil ein.

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