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Ist Windows 11 wirklich langsamer als der Vorgänger Windows 10?

Microsoft wirbt intensiv dafür, dass Nutzer von Windows 10 auf das neue Betriebssystem Windows 11 umsteigen. Neue Funktionen, ein frisches Design und eine überarbeitete Benutzeroberfläche sollen den Wechsel attraktiv machen. Jedoch gibt es Kritiker, die behaupten, dass Windows 11 mehr Ressourcen beansprucht und langsamer arbeiten würde. Doch entspricht das der Realität? Ein direkter Vergleich der beiden Betriebssysteme hat einige überraschende Ergebnisse geliefert.

Der Vergleich im Praxistest

Um eine aussagekräftige Bewertung über die tatsächliche Leistungsfähigkeit treffen zu können, wurde auf einem Framework Laptop 13 zunächst das Betriebssystem Windows 10 und in weiterer Folge das Betriebssystem Windows 11 installiert. Die Analyse hat deutliche Unterschiede in Bezug auf Speicherverbrauch und Systemauslastung ergeben. Windows 10 erweist sich tatsächlich als genügsamer, während Windows 11 in einigen Alltagsanwendungen spürbar flotter reagiert. Dennoch ist anzumerken, dass beim Betriebssystem Windows 10 mittlerweile erste Probleme auftreten, die daher rühren, dass Schritt für Schritt der Support eingestellt wird.

Microsoft hat mit den Systemanforderungen selbst eine klare Linie für Windows 11 gezogen. Das neue System setzt auf moderne Hardware und lässt deswegen ältere Prozessoren außen vor. Des Weiteren verlangt das neue Betriebssystem mindestens 4 Gigabyte Arbeitsspeicher statt 2 Gigabyte. Auch der benötigte Festplattenspeicher wurde von Microsoft angehoben: Statt der früheren 20 Gigabyte empfiehlt Microsoft nun mindestens einen Speicherplatz in der Größe von 64 Gigabyte. Diese Vorgaben zeigen ganz klar, dass Windows 11 auf leistungsfähigere Geräte ausgelegt ist.

Der Speicherbedarf im Alltag

Der Praxistest hat deutlich gezeigt, dass beide Betriebssysteme weit mehr Ressourcen nutzen, als die offiziellen Mindestwerte auf den ersten Blick vermuten lassen. Nach einer frischen Installation belegt Windows 10 im Leerlauf bereits rund 3,5 Gigabyte Arbeitsspeicher. Im Hintergrund laufen gleichzeitig etwa 145 Dienste – natürlich auch davon abhängig, welche Zusatzprogramme oder Treiber vorinstalliert sind. Selbst eine saubere Neuinstallation beansprucht auf der SSD etwa 38,5 Gigabyte Speicherplatz. Die offiziell angegebenen Mindestanforderungen sind daher nur theoretischer Natur.

Das Betriebssystem Windows 11 benötigt dagegen noch etwas mehr Leistung. Direkt nach der Installation zeigt der Task-Manager einen belegten Arbeitsspeicher von rund 5,6 Gigabyte an. Zudem laufen etwa 165 Systemdienste. Auch beim Speicherverbrauch liegt das neue System deutlich höher als der Vorgänger: 54 Gigabyte werden auf der SSD belegt. Damit wird hier fast das Doppelte der ursprünglichen Anforderungen belegt, die von Seiten Microsoft als Mindeststandard angegeben werden.

Interessant ist vor allem auch, dass Windows 11 selbst mit geringeren Ressourcen betrieben werden kann. Auf Geräten mit nur 4 Gigabyte RAM, das ist die offizielle Untergrenze, reduziert das System automatisch die Zahl der aktiven Prozesse und kombiniert in weiterer Folge einzelne Aufgaben, damit deutlich an Speicher gespart wird. Diese Anpassung geht jedoch zulasten der Leistung, was den Arbeitsfluss spürbar verlangsamt.

Der abgesicherte Modus und Mindestanforderungen

Die sogenannten Minimalwerte, mit denen von Seiten Microsoft geworben wird, lassen sich in der Praxis nur unter im abgesicherten Modus erreichen. In diesem Modus startet das System ohne Zusatzprogramme oder Dienste. Auf dem Testgerät mit 32 Gigabyte RAM nutzt das Betriebssystem Windows 10 im abgesicherten Zustand lediglich 1,9 Gigabyte und hat 40 Dienste aktiviert. Windows 11 benötigt in derselben Konfiguration 3,1 Gigabyte RAM und startet mit 55 Diensten.

Für den normalen Betrieb sind diese Werte eigentlich nicht relevant, da der abgesicherte Modus nur für Fehleranalysen gedacht ist. Wer im Alltag flüssig arbeiten möchte, der sollte nach den Testergebnissen mindestens 8 Gigabyte RAM und 64 Gigabyte Speicherplatz einplanen. Windows 11 erreicht die Leistungsgrenze schneller, weshalb Microsoft für seine neue Copilot+-PC-Kategorie sogar 16 Gigabyte RAM als Mindestvorgabe festgelegt hat.

Obwohl die Anforderungen doch deutlich höher sind, läuft Windows 11 insgesamt stabil. Das System nutzt moderne Speicherverwaltungsmechanismen, die die Programme effizienter verteilen und Prozesse besser priorisieren. Dennoch bleibt Windows 10 das Betriebssystem der Wahl für Nutzer, die ein ressourcenschonendes Umfeld bevorzugen oder ältere Hardware besitzen.

Geschwindigkeit und Gaming-Performance

Gibt es Unterschiede bei alltäglichen Anwendungen oder auch beim Spielen im Internet? Wer etwa Browserspiele spielt oder wer nur einen Euro einzahlen will und daher ein entsprechendes Online Casino gewählt hat, der möchte hier natürlich keine Schnelligkeitseinbußen haben. Vor allem in Online Casinos, in denen auch mit Live Dealer Spielen gearbeitet wird, ist Schnelligkeit besonders wichtig.

In puncto Geschwindigkeit liegen beide Systeme überraschend eng beieinander. Die Anwendungen starten ähnlich schnell und bei alltäglichen Aufgaben, etwa beim Öffnen von Browsern oder Office Programmen, zeigen sich eigentlich keine Unterschiede. Erst beim Gaming offenbart Windows 11 einen klaren Vorteil. Hier spielt die verbesserte Unterstützung moderner Schnittstellen wie DirectStorage und Auto HDR eine entscheidende Rolle. Die Spiele laden schneller und auch die Bildraten profitieren von optimierten Grafikroutinen.

Dieser Leistungsvorsprung dürfte vor allem für Gamer und Kreative interessant sein, die regelmäßig mit anspruchsvoller Software zu tun haben. Für den klassischen Büroalltag oder ältere Laptops hingegen bleibt Windows 10 die praktischere Wahl. Das Betriebssystem hat eine weniger belastende Auswirkung auf den Arbeitsspeicher und de Festplatte, es gibt jedoch keine neuen Komfortfunktionen.

Am Ende zeigt sich ein klares Bild: Windows 11 ist zwar wesentlich anspruchsvoller als der Vorgänger, aber nicht grundsätzlich langsamer. Es benötigt nur die passende Hardware, um das volle Potenzial ausschöpfen zu können. Wer ein modernes System besitzt, der profitiert von einem reibungslosen Betrieb und zukunftssicheren Funktionen. Nutzer mit älteren Geräten hingegen sollten sorgfältig abwägen, ob ein Umstieg wirklich sinnvoll ist.

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