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Sind Social Media Plattformen langsam am Sterben?

Vielleicht geht es dir ähnlich. Früher konntest du stundenlang durch YouTube stöbern, Tweets lesen oder schöne Fotos auf Instagram anschauen. Heute dagegen wirst du mit Werbespots bombardiert, siehst algorithmische Inhalte von Bots oder Influencern, die du nie abonniert hast, und musst dich durch bezahlte Suchergebnisse kämpfen. All dies, auch wenn du nur ein einfaches Rezept finden wolltest.

Das Internet fühlt sich nicht mehr an wie eine Entspannung, sondern wie ein Hindernisparcours. Und genau diese Entwicklung lässt immer mehr Menschen fragen: Sterben Social Media Plattformen langsam?

Was hinter dem Begriff „Enshittification“ steckt

Der Ausdruck kommt vom Autor und Aktivisten Cory Doctorow, der damit ein simples, aber brutales Muster beschreibt, indem Plattformen großartig starten, bis sie irgendwann profitoptimiert werden. Schließlich sind sie für die Nutzer dann nahezu wertlos.

Zuerst sind Social Media Plattformen freundlich, nützlich und leicht zu bedienen. Dann drängen Werbung, bezahlte Features und manipulative Algorithmen in die Mitte des Nutzererlebnisses. Am Ende werden selbst Werbekunden und Partner ausgenommen, bis das System kollabiert.

Wenn du dich also fragst, warum alles plötzlich schlechter geworden ist, liegt es nicht an dir. Es ist ein Prozess, der in das Geschäftsmodell vieler Tech Giganten eingebaut ist.

Warum Facebook, Instagram & Co. nicht mehr das sind, was sie einmal waren

Die typische Social Media Erfahrung hat sich dramatisch verändert:

  • Facebook etwa zeigt dir längst nicht mehr die Beiträge deiner Freunde, sondern überwiegend Werbung, Reels und Inhalte großer Seiten. Du bist nicht mehr Nutzer, sondern du bist „Inventar“, das vermarktet werden soll.
  • Instagram hat sich von einer Foto App zu einer TikTok Kopie verwandelt. Du öffnest die App für ein Update eines Freundes und findest dich stattdessen in einer Flut aus gesponserten Videos, viralen Clips und algorithmischen Vorschlägen wieder.
  • X/Twitter ist nach der Einführung bezahlter Verifizierung quasi unmoderiert geworden. Statt klarer Informationen bekommst du Meinungen, Bots, Fake-News und Accounts, die sich Reichweite einfach kaufen.

Die schleichende Abwanderung der User

Neben technischer Überlastung, Werbung und algorithmischer Manipulation gibt es eine weitere Entwicklung. Denn viele Erwachsene verlagern ihre digitale Freizeit weg von Social Media und hin zu interaktiver Unterhaltung.

Deswegen landen immer mehr Menschen bei personalisierten Erlebnissen im Netz, bei denen sie die Wahl haben. Ein Beispiel dafür sind Online Games, bei denen Spieler etwas tun statt nur passiv scrollen. Dazu gehören auch Online Spielautomaten mit echtem Geld, die mit einem 300 Online Casino Bonus zusätzliche Spannung bieten und längst einen festen Platz im digitalen Freizeitverhalten vieler Erwachsener haben.

Streaming, Musik & Shopping: Auch hier wird es immer schlimmer

Die Entwicklung betrifft nicht nur Social Media, sondern fast jede große Plattform. YouTube zwingt dich inzwischen zu mehreren unskippbaren Werbeblöcken. Spotify lässt dich als Free-User Songs kaum noch gezielt auswählen. Und Amazon zeigt dir zuerst bezahlte Ergebnisse, auch wenn diese schlechter bewertet sind.

Überall dasselbe Muster. Mehr Werbung bedeutet weniger Freiheit und daher ein schlechtes Nutzererlebnis. Und das führt dazu, dass viele langsam genug davon haben.

Warum Menschen nicht einfach „umsteigen“ und warum es trotzdem passieren kann

Ein Problem bei Social Media ist der sogenannte Netzwerkeffekt. Du bleibst, weil deine Kontakte bleiben. Doch das hält nur, solange der Nutzen größer ist als der Frust. Skandale, algorithmischer Kontrollverlust oder ein überladener Feed können jedoch plötzlich eine kollektive Abwanderung auslösen, wie damals bei MySpace oder StudiVZ.

Die Geschichte zeigt, dass Plattformen als „unsterblich“ gelten, bis sie es nicht mehr sind.

Ist Social Media wirklich am Sterben? Eine ehrliche Einschätzung

Sterben? Vielleicht nicht sofort. Aber bedeutungslos werden? Das ist möglich, und es beginnt bereits. Immer mehr Menschen:

  • verbringen weniger Zeit auf Social Media
  • entfolgen passiv, statt aktiv
  • posten seltener
  • nutzen Plattformen nur noch beruflich
  • löschen ihr Instagram Konto

Der Trend ist klar, denn Social Media verliert seine Funktion als digitaler Treffpunkt. Jetzt brennt’s hauptsächlich an Werbung, KI Profilen und viralen Clips.

Social Media stirbt nicht plötzlich, sondern es verblasst schleichend

Vielleicht wird Instagram nie „offline gehen“. Vielleicht wird YouTube ewig existieren. Aber die Rolle, die diese Plattformen einst hatten, bröckelt sichtbar. Nutzer wünschen sich wieder echte Kontrolle, echte Inhalte und echte Unterhaltung, und nicht endlose Reizüberflutung.

Das Social Web stirbt nicht, aber es verliert seine Seele. Und vielleicht ist genau jetzt der Moment, in dem wir entscheiden sollten, wie wir unsere Online-Zeit zurückerobern wollen.

Gastautor

Dieser Artikel enthält Links zum Projekt des Autors.

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