Ein modernes Smartphone kostet in der Mittel- und Oberklasse zwischen 500 und 1.500 Euro. Trotzdem liegt die durchschnittliche Nutzungsdauer nur bei etwa zwei bis drei Jahren, bevor Nutzer ein neues Gerät kaufen. Dabei sind viele Geräte technisch in der Lage, deutlich länger durchzuhalten. Entscheidend dafür sind einige technische Faktoren, die sowohl die Hardware-Integrität als auch den späteren Wiederverkaufswert beeinflussen.
Akku als limitierender Faktor
Der Lithium-Ionen-Akku ist das Bauteil mit der kürzesten Lebensdauer in einem Smartphone. Hersteller wie Apple geben in ihren technischen Spezifikationen an, dass ein Akku nach etwa 500 vollständigen Ladezyklen noch rund 80 Prozent seiner ursprünglichen Kapazität besitzt. Bei neueren iPhone-Modellen wurde dieser Wert auf 1.000 Zyklen erhöht. Samsung gibt für aktuelle Galaxy-Geräte ähnliche Werte an.
Für den Alltag bedeutet das konkret: Ladevorgänge zwischen 20 und 80 Prozent schonen die Zellchemie messbar. Auch die Temperatur spielt eine Rolle. Akkus bei Temperaturen über 35 Grad Celsius, etwa beim Laden direkt unter Sonne, verlieren jährlich zusätzlich an Kapazität.
Wer häufig mit hohen Wattzahlen schnell lädt, sollte sich an die vom Akkubauer erlaubten Ladegeräte halten. Unzertifiziertes Zubehör kann die Spannungsregelung durcheinanderbringen, was vorzeitige Alterung der Zellen zur Folge hat.
Mechanischer Schutz und Materialschonung
Displaybrüche führen die Liste der häufigsten Schadensfälle bei Smartphones an. Rund 30 Prozent aller gemeldeten Schäden beziehen sich auf das Display, 15 Prozent auf das Gehäuse. Die Reparaturkosten liegen bei den aktuellen Flaggschiffgeräten schnell im dreistelligen Bereich, bei einigen Modellen sogar darüber. Hochwertige Handyhüllen mit verstärkten Ecken sowie einer Mischung aus TPU- und Polycarbonatmaterialien verhindern das Aufprallenergiedurch die Hülle erheblich. Die nach dem US-Militärstandard (MIL-SPEC 810G) zertifizierten Modelle halten Stürze aus bis zu 1,20 Meter Höhe schadfrei aus. Ein leicht erhöhter Rand um das Display schützt es zudem, wenn das Handy auf die Vorderseite fällt.
Gegen mechanische Schäden ist auch der Rahmen des Gerätes zu schützen. Aluminiumrahmen, die bei vielen Modellen verbaut sind, verformen sich bei einem Sturz und führen dadurch unter Umständen zu Undichtheit. Mit der mechanischen Verformung des Rahmens verliert die IP-Zertifizierung ihre Gültigkeit. Bei einmal beschädigtem Gehäuse ist der Schutz gegen Wasser und Staub oft nicht mehr gewährleistet.
Software-Support und Sicherheitsupdates
Die technische Nutzbarkeit eines Smartphones endet jedoch häufig nicht durch Hardwaredefekte, sondern durch fehlende softwareseitige Unterstützung. Für seine Pixel-Modelle der 8. Generation und neuer garantiert Google sieben Jahre lang Sicherheitsupdates. Samsung hat für die Galaxy-S24-Reihe ebenfalls sieben Jahre Softwarepflege versprochen. In der Praxis bieten Apples Smartphones fünf bis sechs Jahre lang iOS-Updates pro Modellgeneration.
Sicherheitsupdates beseitigen Schwachstellen, die im monatlichen Android Security Bulletin oder in Apples Security Advisories genannt werden. Wer seine Geräte nicht regelmäßig aktualisiert, macht sich anfälliger für Schadsoftware und wird von vielen Banking-Apps und sensiblen Sicherheitsdiensten nach einer gewissen Übergangszeit nicht mehr unterstützt.
Wiederverkaufswert und Zustand
Ankaufplattformen wie reBuy oder Wirkaufens bewerten gebrauchte Smartphones nach genormten Kriterien. Displayzustand, Gehäusezustand und Akkuzustand sind die drei entscheidenden Faktoren. Ein iPhone in „sehr gut“ erzielt laut internen Preislisten dieser Anbieter bis zu 40 Prozent mehr Erlös als das gleiche Modell in „akzeptabel“.
Den Akkuzustand ablesen kann man bei iOS-Geräten unter Einstellungen, Batterie, Batteriezustand. Bei Android-Geräten gibt es je nach Hersteller vergleichbare Menüs oder man liest die Werte über Diagnose-Apps wie AccuBattery aus. Werte unter 80 Prozent gelten als Untergrenze, unterhalb derer ein Akkutausch ratsam ist und Wiederverkaufswert deutlich sinkt.
