Was ist Fibromyalgie – die Erklärung der chronischen Schmerzerkrankung

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Gastautor · 4 Min. Lesezeit

In der Öffentlichkeit ist das Krankheitsbild der Fibromyalgie noch recht unbekannt. Aufmerksamkeit erlangte es erst in den frühen 1990er-Jahren. Vor allem für Betroffene ergeben sich daher viele offene Fragen, die eine zusätzliche Belastung darstellen.

Fibromyalgie – was ist das eigentlich?

Hinter einer Fibromyalgie, dem Muskel-Faser-Schmerz, verbirgt sich eine chronische und nach derzeitigem Stand nicht heilbare Schmerzerkrankung. Von dieser sind in der Bundesrepublik laut Schätzungen der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie und klinische Immunologie 1,5 Millionen Erwachsene betroffen.

Das Krankheitsbild äußert sich hauptsächlich in einem diffusen Schmerzempfinden, das in den Muskeln und in der Nähe der Gelenke auftritt. Die Schmerzen können dabei kribbelnd, dumpf oder stechend ausfallen. Zum Teil ist ihre Intensität so hoch, dass Betroffene sie als lähmend bezeichnen.

Die Wirkung verschreibungsfreier Schmerzmittel empfinden viele Fibromyalgie-Patienten als gering. Daher entscheiden sich einige, CBD oder Kratom zu kaufen, um den andauernden Schmerzreiz zu verringern.

Welche Symptome treten bei einer Fibromyalgie auf?

Der Fibromyalgie-Schmerz kann sich individuell unterscheiden. So tritt er chronisch oder in Schüben auf. Er fühlt sich für viele Betroffene wie ein starker Muskelkater oder eine Muskelzerrung an.

Ebenso kann er sich als Missempfinden äußern – als Kribbeln, Pulsieren oder Taubheitsgefühl.

Zwar verursacht der Muskel-Faser-Schmerz keine strukturellen Schäden an Muskeln oder Knochen. Jedoch bedeutet er für Betroffene eine starke psychische Belastung. Verantwortlich dafür sind nicht nur die andauernden Schmerzreize. Die Fibromyalgie wird zudem von weiteren Symptomen begleitet, darunter:

  • Verdauungsstörungen
  • Schlafprobleme
  • Erschöpfung
  • Kopfschmerzen
  • Konzentrationsstörungen
  • Wetterfühligkeit

Frauen, die von einer Fibromyalgie betroffen sind, können zudem an starken Menstruationsbeschwerden leiden. Auch steigt bei ihnen das Risiko wiederkehrender Blasenentzündungen sowie der Ausbildung einer Endometriose.

Da sich der Muskel-Faser-Schmerz klinisch kaum nachweisen lässt, müssen Patienten oft lange auf eine Diagnose warten. Zum Teil werden ihre Symptome als psychosomatisch abgetan.

Dadurch fühlen sich viele Betroffene sowohl von Ärzten als auch von ihrem Umfeld unverstanden und alleingelassen. Die Folge besteht häufig in emotionalem Stress und psychischen Erkrankungen. So kann eine Fibromyalgie depressive Verstimmungen, Angststörungen sowie chronische Unruhe nach sich ziehen.

Wie entsteht der Muskel-Faser-Schmerz?

Bislang konnte die Wissenschaft nicht komplett aufklären, welche Ursachen zu dem Fibromyalgie-Syndrom führen.

Eine mögliche Erklärung ist eine herabgesetzte Schmerzschwelle Betroffener. Das bedeutet, dass bei Fibromyalgie-Patienten mehr Schmerzreize das Gehirn erreichen.

Zudem kann der Muskel-Faser-Schmerz als Folge einer Rheumatoiden Arthritis auftreten.

Auch gibt es laut Forschung Faktoren, die die chronische Schmerzerkrankung begünstigen, darunter:

  • Bewegungsmangel
  • Übergewicht
  • Stress
  • Rauchen

Ebenso konnten Untersuchungen zeigen, dass eine genetische Veranlagung eine Rolle spielen könnte. Denn in einigen Fällen trat die Fibromyalgie familiär gehäuft auf.

Wie lässt sich das Fibromyalgie-Syndrom behandeln?

Die Fibromyalgie lässt sich nicht heilen. Eine Behandlung zielt daher vorrangig auf eine Linderung der Symptome ab.

Als Medikamente kommen hauptsächlich Schmerzmittel wie Ibuprofen zum Einsatz. Gehören Depressionen zu den Begleiterscheinungen der Krankheit, verschreiben die Ärzte zusätzlich leichte Antidepressiva.

Häufig werden Fibromyalgie-Patienten begleitende Behandlungen wie eine Bewegungs- und eine Psychotherapie empfohlen.

FAQ

In welchem Alter kann die Fibromyalgie auftreten?

Der sogenannte Muskel-Faser-Schmerz kann sich grundsätzlich in jedem Alter manifestieren. Bei der Mehrheit der Betroffenen zeigt sich die Krankheit jedoch erst in den mittleren Lebensjahren, also im Alter zwischen 40 und 60 Jahren.

Betrifft eine Fibromyalgie mehr Frauen oder Männer?

Die chronische Schmerzerkrankung kann sowohl bei Frauen als auch bei Männern auftreten. In der Praxis sind Frauen jedoch schätzungsweise sechs- bis achtmal häufiger betroffen.

Kann eine Fibromyalgie einen Tinnitus auslösen?

Ein Tinnitus gehört zu den häufigen Begleiterscheinungen einer Fibromyalgie. Verantwortlich dafür ist eine zentrale Sensibilisierung des Nervensystems. Das bedeutet: Gehirn und Rückenmark filtern Reize schlechter. Stattdessen verarbeiteten sie sie übermäßig stark.

Beeinflusst eine Fibromyalgie die Lebenserwartung?

Der Muskel-Faser-Schmerz nimmt keinen direkten Einfluss auf die Lebenserwartung Betroffener.