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SSD-Cache auf der Synology DiskStation: Sinnvolles Feature oder völliger Overkill?

Als Besitzer einer Synology DiskStation aus dem eher professionellen Bereich und höherer Preisklassen bist du bestimmt schon einmal über das Feature „SSD Cache“ gestolpert. Dabei handelt es sich nicht nur um einen schnellen Zwischen- und Pufferspeicher, auf dem häufig genutzte Daten abgelegt werden, um diese in Nullkommanichts abrufen zu können. Beim sogenannten Schreib-Cache geht es außerdem darum, möglichst schnell Daten schreiben zu können, sodass diese erst auf den SSDs und erst später auf den langsameren HDDs landen. In der Theorie ein großartiges Gimmick, in der Praxis wird der Ottonormalverbraucher jedoch nicht in jedem Fall davon profitieren. Wir zeigen dir trotzdem, wie du den SSD Cache auf deinem NAS sinnvoll einsetzen kannst und was es dabei zu beachten gilt.

Bestandsaufnahme: Kann ein Cache deine Anwendungen beschleunigen?

Bevor du nun beginnst, gleich eine Handvoll SSDs zu ordern und deine wertvollen Laufwerksschächte damit verbaust, solltest du dir Gedanken darüber machen, wie du dein NAS hauptsächlich nutzt. SSD-Caches spielen ihre volle Leistung nur in bestimmten Bereichen voll aus, wie zum Beispiel bei:

  • vielen kleinen Dateien
  • vielen gleichzeitig verbundenen Nutzern
  • Webservern
  • Datenbanken
  • E-Mail-Servern
  • gegebenenfalls virtuellen Maschinen
  • sowie bei umfangreichen Schreibvorgängen, bei denen jede Sekunde zählt

Für einen ganz konventionellen Datenspeicher und ein paar Dienste wirst du aller Wahrscheinlichkeit nach auch ganz gut ohne jeglichen Cache auskommen. Ein Dateiserver mit vorwiegend großen Dateien (Musik oder Filme) wird von diesem Feature kaum profitieren.

Bist du jedoch nicht der einzige User auf der DiskStation oder nutzt das NAS als Server für alle erdenklichen Dinge, und hast dazu noch zwei Laufwerksschächte oder NVMe-Slots frei, kann ein installierter SSD-Cache einen ordentlichen Leistungsschub bringen.

Der SSD-Cache im Detail

Der Disk Station Manager von Synology protokolliert bei laufendem Cache jeden Dateizugriff und führt Statistik darüber, welche Daten wie oft aufgerufen werden. Häufig genutzte Dateien werden hier automatisch in den Lese-Cache kopiert, um dadurch schneller abrufbar zu sein. Das passiert alles im Hintergrund und du als Nutzer bekommst davon in der Regel nichts mit. Leider kannst du aber auch nicht gezielt beeinflussen, welche Daten über die SSD bereitgestellt werden. Bist du dennoch neugierig, kannst du über den SSD Cache-Ratgeber genauere Einblicke erhalten. Öffne dafür den Speicher-Manager, navigiere in den Bereich „SSD Cache“

Klicke auf den Button „SSD Cache-Ratgeber“ und wähle das entsprechende Volume aus, dessen Zugriffsstatistiken du einsehen möchtest. Wähle „Weiter“ und bestätige die Meldung zur Berechnungszeit mit „Ja“. Je nach Anzahl der Dateien kann dieser Vorgang einige Minuten oder sogar wenige Stunden dauern.

Ist die Analyse abgeschlossen, erhältst du eine Empfehlung zur Größe deines SSD Cache. Du kannst außerdem sehen, welche Datenmengen ständig (Heiß), häufig (Warm), selten (Kalt) oder gar nicht (Archiviert) genutzt werden.

Beim Schreibcache verhält sich das Ganze ungefähr umgekehrt. Hier landen Datenmengen, die du auf das NAS kopierst, zuerst auf der Schreibcache-SSD. Das hat den Vorteil, dass du (bis der Cache vollläuft) in rasantem Tempo Daten an deine DiskStation senden kannst. Erst im Laufe der Zeit, und wenn das NAS weniger beansprucht wird, werden diese auf die langsameren HDDs geschrieben und der Schreibcache geleert.

Hardwarevoraussetzungen

Damit du von der Caching-Funktion profitieren kannst und diese ordnungsgemäß funktioniert, solltest du dir Folgendes zu Herzen nehmen:

  • Jedes Volume benötigt einen eigenen SSD Cache. Du kannst ein und denselben Cache nicht für mehrere Volumes gleichzeitig verwenden.
  • Es sind ein oder zwei weitere Laufwerks- oder NVMe-Schächte erforderlich, in denen du keine Festplatten mehr verbauen kannst. Plane beim Kauf eines NAS daher am besten gleich mehr Slots ein als du aktuell tatsächlich benötigst.
  • Pro Gigabyte an Cache werden 416 Kilobyte an Arbeitsspeicher verwendet. Klingt nach nicht viel, aber RAM ist bekanntlich, gerade bei den DiskStations ein begrenztes Gut.
  • Deine DiskStation muss die SSD-Cache-Funktion unterstützen. Die meisten Plus-Versionen und die Modelle für den professionellen Bereich kommen daher in Frage.
  • Mit einer 10-Gigabit-LAN-Anbindung profitierst du mehr vom SSD Cache. Viele größere Modelle lassen sich problemlos mit einem entsprechenden Netzwerkadapter ausstatten.
  • Du kannst maximal 930 Gigabyte an Cache nutzen, selbst, wenn die installierten Laufwerke diese Kapazität überschreiten.
  • Aufgrund großer geschriebener Datenmengen wird die Lebensdauer der SSDs verkürzt. Du solltest deren Zustand des Öfteren im Speicher-Manager überprüfen.
  • Bei der Verwendung eines Schreibcache sollte dein NAS an eine USV angeschlossen sein, um bei einem Stromausfall Datenverluste zu verhindern.

SSD-Cache für jedermann?

Ein Cache auf der DiskStation bietet bei richtiger Anwendung viele Vorteile. Zum Beispiel werden auch Vorschaubilder von Bildern und Videos zügiger geladen. Des Weiteren erstellt der Medienserver (wie etwa Plex) hunderttausende kleine Dateien, die beim Durchsuchen der Film– oder Musikdatenbank ebenfalls geladen werden müssen. Kurz gesagt, ein SSD Cache betrifft die meisten Anwendungen und kann diese, wenn auch fallweise nur gering, beschleunigen. Ein Plus an Geschwindigkeit wirst du aber in vielen Bereichen bemerken.

Solltest du also Platz für eine oder zwei SSDs in deiner DiskStation haben, kannst du diese getrost bestücken. Bereits mit kleinen Laufwerken (64 Gigabyte oder weniger) erreichst du kostengünstig eine (oftmals) gewaltige Performancesteigerung.

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Simon Lüthje

Ich bin der Gründer dieses Blogs und interessiere mich für alles was mit Technik zu tun hat, bin jedoch auch dem Zocken nicht abgeneigt. Geboren wurde ich in Hamburg, wohne nun jedoch in Bad Segeberg.

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