Gehäuse Testberichte

Streacom DA2: Kompaktes Alu-Gehäuse im Test

Einbau

Gemäß der Anleitung soll man im Streacom DA2 zuerst das Mainboard einbauen, gefolgt vom Netzteil und schließlich der Grafikkarte. Da das Gehäuse kein klassisches Kabelmanagement bietet, hinter dem Mainboardtray also keine Kabel verlegt werden können, würden wir aber eine kleine Änderung an diesem Vorgehen empfehlen: Kabel, die an die Ober- oder Unterseite des Mainboards geführt werden müssen, können im Zwischenraum zwischen dem Mainboard und dem Gehäuse verlegt werden, solange das Mainboard noch nicht befestigt ist. Dadurch sind diese Kabel zwar nun schwieriger zu entfernen, doch man hat sie aus dem Luftstrom entfernt.

Während das Mainboard und damit auch die Grafikkarte an einer fixen Position befestigt werden, erfolgt die Installation des Netzteils sowie der Laufwerke an einer Blende, die auf den besagten Schienen befestigt wird. Die Blende kann herausgenommen werden, anschließend installiert man das Netzteil und, falls gewünscht, mehrere Laufwerke über eine einseitige, seitliche Verschraubung. Setzt man ein ATX- statt einem SFX-Netzteil ein, wird dieses nicht parallel sondern senkrecht zum Mainboard installiert. In beiden Situationen kann das Netzteil auch gedreht montiert werden, im SFX-Fall verdecken installierte Laufwerke allerdings den Lufteinlass auf einer Seite.

Temperaturen von Prozessor und Grafikkarte

Der starke Einsatz von Aluminium sowie die zahlreichen Luftdurchlässe im Streacom DA2 ermöglichen, trotz der kompakten Ausmaße, eine gute Kühlung im Gehäuse. Das eingesetzte Testsystem ist dem aus unserem Test des Kolink Rocket ähnlich und identisch zu dem aus unserem Test zum Raijintek Ophion.

Selbst ohne den Einsatz zusätzlicher Gehäuselüfter kann der eingesetzte Ryzen 5 2400G mit dem mitgelieferten Kühler (Wraith Stealth) im Gehäuse noch knapp im Rahmen der Spezifikationen gekühlt werden. Die Temperaturen sind in dieser Konfiguration allerdings noch merklich schlechter als im Kolink Rocket, das ab Werk einen Gehäuselüfter mit sich bringt.

Bei den Temperatur-Ergebnissen sollte bedacht werden, dass der Ryzen 5 2400G kein leicht zu kühlender Prozessor ist: Zwar ist der Verbrauch des Prozessors nicht sonderlich hoch – in unserem CPU-Belastungstest verbraucht das System (Standard-Taktraten) rund 90 Watt – doch ist der Heatspreader nicht verlötet. Das führt von Haus aus zu höheren Temperaturen, sodass ein stärkerer Ryzen-Prozessor, der dafür verlötet ist, womöglich durchaus auch mit dem Boxed-Kühler gekühlt werden kann.

Hecklüfter Seitenlüfter Spannung Spannung (CPU-Lüfter) Temperatur
nA 12V 94°C
X 5V 12V 90°C
X 12V 12V 86°C
X 5V 12V 88°C
X 12V 12V 81°C
X X 5V 12V 81°C
X X 12V 12V 79°C

In unserer Konfiguration kann auch die Grafikkarten problemfrei unter Kontrolle gehalten werden: Die von uns eingesetzte R9 380 Nitro steigert den Systemverbrauch auf gut 250 Watt, die fast vollständig über den Grafikkartenkühler abgeführt werden müssen. Die Grafikkarte bezieht ihre Frischluft direkt über die Öffnungen im Boden des Gehäuses, die Temperaturen können so, trotz der durch Furmark erzeugten Maximallast, auf 80°C gehalten werden.

Auch hier ist zu bedenken, dass die eingesetzte R9 380 Nitro keineswegs leicht zu kühlen ist: Es gibt heutzutage auch High-End-Modelle mit demselben Verbrauch, zudem wäre auch der Einsatz eines stärkeren Kühlers möglich. Wichtiger als der Verbrauch selbst könnte aber noch eine zweite Komponenten sein: Die Abmessungen der Platine. Die Grafikkarte saugt ihre Luft direkt von außen an, doch gewöhnliche Axial-Kühlsysteme verteilen sie seitlich.

Bei besonders breiten Platinen bleibt hier nur wenig Platz für die ausgestoßene Luft, um zum CPU-Kühler und somit aus dem Gehäuse zu gelangen. Dasselbe gilt für zunehmende Länge, die dafür sorgt, dass aufgewärmte Luft auf Höhe des Netzteils ausgestoßen wird und dort verharrt. Aus diesem Grund dürfte der Einsatz einer besonders kleinen Platine – Stichwort HBM-Speicher – mit überragendem Kühler, der die aufgewärmte Luft direkt zum Mainboard leitet, im DA2 deutlich leistungsfähiger sein als ein normales Axial-System mit langem PCB.

Seitenlüfter Temperatur Resultierende Drehzahl
 nA 80°C 1920 RPM
5V  79°C 1920 RPM
12V 78°C 1920 RPM

Auch wenn die Kühlung bereits ab Werk solide ist, verbessern weitere Gehäuselüfter die Situation deutlich. Ein langsam drehender Hecklüfter, in unserem Fall ein Pure Wings 2 mit 92 Millimetern Rahmenbreite, senkt die Temperatur der CPU bereits um 4°C. Höhere Drehzahl verdoppeln den Effekt.

Auch ein zusätzlicher 120er, der auf Schienen über dem Mainboard montiert wird und die Luft somit direkt auf den Top-Blower lenkt, bringt deutlich bessere Temperaturen: Zusammen mit dem langsam drehenden Hecklüfter sinkt die Temperatur auf 81°C. Man könnte den Lüfter theoretisch auch auf Höhe der Grafikkarte montieren oder ein anderes Format einsetzen – maximal 180 Millimeter Rahmenbreite – einsetzen, doch darf die Grafikkarte dafür nicht zu hoch sein. Bei unserer Grafikkarte ist das leider der Fall.

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