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Synology: Das bringt das neue DSM 7.0

Die aktuelle Version des Disk Station Managers hat bereits einige Zeit auf dem Buckel und viele Nutzer warten bereits ungeduldig (und seit der Ankündigung im Jahr 2019) auf das neue Update. Mittlerweile ist es fast soweit und die Beta-Version steht allen Interessierten zur Verfügung.

In der Theorie ist das Upgrade zur neuen Version kein Hexenwerk, in der Praxis gibt es jedoch einiges zu beachten. Wir führen dich durch den Upgrade-Prozess und zeigen dir, dass DSM 7.0 nicht nur hübsch aussieht, sondern auch an vielen Ecken und Kanten geschraubt und optimiert wurde. Natürlich sind auch einige Neuerungen mit an Bord, während einige Altlasten eingestampft wurden.

Frische Design-Kur gegen altbackenes Layout

Zuerst wird dir bestimmt der neue Login-Screen auffallen, der aber nicht nur sauberer und minimalistischer aussieht. Du kannst dich hier nun auch per 2-Faktor-Authentifizierung oder biometrisch (zum Beispiel mit einem Fingerabdruckleser oder Windows Hello) anmelden. Auch die Benutzeroberfläche wurde gravierend überarbeitet. Die durchgehende Leiste im Webinterface wich einer geteilten Lösung. Icons wurden aufpoliert und fügen sich beinahe nahtlos ins Material-Design (oder Fluent) moderner Betriebssysteme ein. Die Oberfläche wirkt aufgeräumter und lässt sich – subjektiv betrachtet – auch intuitiver bedienen.

Rundumerneuerte Speicherverwaltung

Die Speicherverwaltung in DSM 7.0 ermöglicht dir zum Beispiel, Defekte von Festplatten bereits frühzeitig zu erkennen – schließlich arbeiten diese nicht unbegrenzt lange. Das kann S.M.A.R.T. zwar auch in gewisser Weise, ist aber dank aktivem Health Monitoring (KI-basierend) wesentlich genauer. Du hast dann genügend Zeit, das Speichermedium zu wechseln. Die bald defekte Platte wird daraufhin während des Betriebs auf die Neue geklont, sodass der Raid gar nicht erst degradiert wird.

Sollte ein Raid-Rebuild trotzdem notwendig sein, wird nur der belegte Speicherplatz kopiert und nicht die gesamte Festplatte neu beschrieben. Und falls der Admin mal nicht in der Nähe ist und ein Laufwerk ausfällt, kann dieses einfach getauscht werden und die DiskStation beginnt automatisch mit dem Wiederherstellungsprozess. Ganz, ohne diesen umständlich über DSM anzustoßen.

Als weitere Neuerung ersetzt der SAN-Manager den iSCSI-Manager, während sich der Funktionsumfang ebenfalls erweitert. Unterstützt wird ab jetzt zum Beispiel auch das latenzarme Fibre-Channel-Protokoll, was vor allem der Stabilität und Ausfallsicherheit zugutekommt – und natürlich die IO-Leistung steigert.

Als Besitzer eines SSD-Cache hast du die Möglichkeit, die BTRFS-Metadaten eines Volumes auf dem Cache abzulegen, sodass die Zugriffszeiten reduziert werden.

Synology Drive und Hybrid Share

In Synologys Private Cloud hat sich auch einiges getan. Synology Drive stellte bereits in Version 6.2 eine größtenteils ausgereifte Cloud-Lösung dar, die mit diversen weiteren Diensten kombiniert werden konnte. Ab jetzt unterstützt Drive sogar PDF, ZIP und PSD (Photoshop) als Dateivorschau direkt im Browser und können, ohne sie herunterzuladen, geöffnet werden.

Für Admins ist es zudem möglich, (temporäre) Benutzerrechte auf andere User zu übertragen. So kannst du zum Beispiel einem Kunden ein Projekt zeigen, ohne deine eigenen Zugangsdaten aus der Hand zu geben.

Die größte Neuerung in diesem Bereich ist der sogenannte Hybrid Share. Mit diesem soll es möglich sein, die Synology-eigene Cloud als Backup-Plattform zu nutzen. Mit Hybrid Share ist dein NAS in der Lage, sämtliche Daten in die Cloud auszulagern, diese jedoch so bereitzustellen, als wären sie lokal vorhanden. Die Dateien kannst du entweder selbst wählen, oder du lässt automatisiert zum Beispiel die am häufigsten genutzten Dokumente hochladen, sodass diese immer und überall zur Verfügung stehen.

Alle Fotofunktionen unter einem Dach

Die wohl am eifrigsten erwartete Neuerung nennt sich Synology Photos und vereint die Funktionen der PhotoStation und Moments. Letztere stehen bei DSM 7.0 auch nicht mehr zur Verfügung. Die App richtet sich nun gleichermaßen an Heimanwender und professionelle Fotografen. Du kannst damit Fotos automatisch per Gesichtserkennung, GPS-Koordinaten oder weiteren Eigenschaften taggen und so deine Sammlung übersichtlich organisieren. Eine umfangreiche Suchfunktion lässt dich gewünschte Inhalte schnell wiederfinden. Du kannst zum Beispiel einfach verschiedene Filter setzen und die DiskStation grenzt die Fotoauswahl entsprechend ein.

Deine Alben lassen sich durch Links mit anderen teilen, wahlweise passwortgeschützt und mit Ablaufdatum. Natürlich gibt es auch für mobile Endgeräte eine App, um nahtlos auf alle Bilder und Videos, auch von unterwegs, zuzugreifen und diese zu synchronisieren.

Upgrade von DSM 6.2 auf 7.0

Um deine DiskStation mit dem neuen Update zu versehen, musst du dieses erst beim Hersteller herunterladen und im Anschluss manuell auf das NAS aufspielen. Du erhältst die für dein Modell passende Version im DSM 7.0 Download-Center.

Gib die Modellbezeichnung deiner DiskStation ein und klicke den Submit-Button. Nun sollte DSM 7.0 aufgelistet werden, welches du über den Download-Button auf deinen Rechner laden kannst. Bedenke, dass du deinen Netzwerkspeicher zuerst auf DSM 6.2 updaten musst, sofern dies noch nicht passiert ist. Außerdem werden nur Modelle ab der 13er-Serie (2013 aufwärts) unterstützt. Lies dir am besten die eingeblendete Liste mit den aktuellen Einschränkungen durch, da hier doch einige gravierende Änderungen durchgeführt werden. Beispielsweise funktionieren diverse USB-Geräte wie WLAN- oder Bluetooth-Dongles oder DTV-Adapter nicht mehr. Führe das Upgrade im Idealfall aus demselben LAN durch. Behalte im Hinterkopf, dass ein Downgrade zu 6.2 nicht mehr möglich ist.

Öffne das Webinterface deiner DiskStation und die Systemsteuerung. Navigiere zum Punkt „Aktualisieren und Wiederherst.“ und wechsle in den Reiter „Sicherung der Systemkonfiguration“. Es schadet nicht, vor einem größeren Update die Einstellungen deines NAS zu sichern. Ebenso solltest du ein Backup anfertigen – zur Sicherheit.

Betätige hierfür den „Konfiguration sichern“-Button und bestätige die folgende Meldung mit OK. Darauf wird eine Datei mit allen Einstellungen (inklusive Benutzern sowie deren Zugangsdaten) heruntergeladen. Gehe also sorgsam damit um.

Klicke danach auf DSM-Aktualisierung und den Button „Manuelle DSM-Aktualisierung“. Wähle über den Durchsuchen-Button das vorher heruntergeladene Image aus (in unserem Fall die Datei DSM_DS3617xs_41222.pat). Ein Klick auf OK überträgt die Datei auf das NAS und setzt das Update in Gang.

Wenn du dir sicher bist, das Update durchführen zu wollen und die Einschränkungen zur Kenntnis genommen hast, setze einen Haken bei „Ich verstehe und stimme der Systemaktualisierung zu“, klicke auf weiter und bestätige das nächste Dialogfenster mit „Ja“.

Der Update-Prozess läuft nun und das System wird aktualisiert. Dieser Vorgang kann mehrere Minuten dauern. Das NAS wird währenddessen neu gestartet. Zudem informiert dich ein Countdown im Browserfenster über die Dauer und den aktuellen Status. Sind sowohl System als auch die Pakete auf dem neuesten Stand, landest du auf der Login-Seite.

Da nach dem Setup möglicherweise die IP-Adresse zurückgesetzt wurde und wieder dynamisch vom Router zugewiesen ist, musst du gegebenenfalls die DiskStation über find.synology.com in deinem Browser aufrufen.

Schöne, neue Beta

Die vielen Neuerungen sind für die meisten Nutzer interessant und machen das Arbeiten mit dem NAS vor allem einfacher und zeitsparender. DSM 7.0 befindet sich aktuell jedoch immer noch im Beta-Stadium, sodass du das Upgrade nicht unbedingt auf einem Produktivsystem durchführen solltest. Zwar scheint 7.0 bereits ausgereift, jedoch sind noch nicht alle (Dritthersteller-)Pakete verfügbar, und manche ebenso nur als Beta, wie zum Beispiel Plex. Der Reifeprozess der neuen Version dauerte beinahe zwei Jahre, hier kommt es auf ein bis zwei Monate nicht mehr an. Auf der sichereren Seite bist du auf jeden Fall mit der Release-Version.

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Simon Lüthje

Ich bin der Gründer dieses Blogs und interessiere mich für alles was mit Technik zu tun hat, bin jedoch auch dem Zocken nicht abgeneigt. Geboren wurde ich in Hamburg, wohne nun jedoch in Berlin.

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Simon

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